Angespielt: Light Tracer

Im VR-Puzzle-Jump’n Run Light Tracer von Entwickler Void Dimensions muss der Spieler eine Prinzessin in ihr Königreich zurückbringen, indem er sie zur Spitze des immer höher werdenden Level-Turms führt. Das Prinzip besteht darin, dass man ihr mithilfe eines Lichtstrahls (den man mit dem rechten Move-Controller bewegen und auslösen kann) signalisiert, wo sie als nächstes hinlaufen soll. Bis auf das manuelle Springen, steuert man die Prinzessin also nicht direkt, sondern leitet sie als göttliche Entität durch die Level. Zu Besuch bei Oasis Games, konnte ich einen ausführlichen Eindruck von dem ungewöhnlichen Virtual Reality-Spiel gewinnen.

Sowohl das grundlegende Gameplay als auch die Levelstruktur von Light Tracer haben mich zunächst sehr an Captain Toad’s Treasure Tracker erinnert. Die zweite, wichtige Komponente des Spiels ist nämlich, dass man die turmartig aufgebauten Level mithilfe des linken Move-Controllers nach Belieben drehen kann bzw. muss. Je nachdem aus welcher Perspektive man auf das Level schaut, können so nämlich erst Wege, Plattformen oder Gegner für einen ersichtlich werden.

Gespielt habe ich den kompletten Anfang des Spiels, sprich, das erste von acht Kapiteln. Wie zu erwarten, geht es in den ersten paar Minuten hauptsächlich darum, die Prinzessin mit dem Lichtstrahl unbeschadet über die noch relativ einfache Levelstruktur zu führen, auf dem Weg ab und zu ein paar Münzen einzusammeln, und ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sich die Welt drehen und wie weit ich ans Spielgeschehen heranzoomen möchte. Also erst mal ausprobieren und nur nicht runterfallen. Der Schwierigkeitsgrad zieht allerdings schnell an, sobald der Aufbau etwas komplexer wird und man auf mehrere Dinge gleichzeitig achten soll. So muss man nämlich nicht nur ständig das Level drehen, um eine angenehme Übersicht zu behalten, sondern auch darauf achten, wo Gegner stehen, wann sie wohin patrouillieren oder wann man schließlich eine schwebende Plattform überqueren kann. Die Prinzessin selbst konnte in den gespielten Abschnitten nicht angreifen, sondern musste kleinere Gegner dadurch besiegen, dass sie auf deren Köpfe sprang. Besonders das richtige Timing zum Springen zu finden, während man mit dem Lichtstrahl weiterhin den Weg weist, bedarf einer guten Portion Multitasking und fiel mir zumindest am Anfang nicht leicht.

Mit der gleichen Hand, mit der man die Welt dreht, kann man außerdem mit Objekten innerhalb dieser interagieren, wie beispielsweise Plattformen, die man auf und ab bewegt oder Steine, die man richtig platzieren muss. Hierbei war das größte Hindernis noch die Kamera, die gerne mal durch die verschiedenen Tiefenebenen durcheinander kam und dadurch ein paar Mal nachjustiert werden musste. Besonders gut hat mir abschließend noch gefallen, dass, sobald man die Spitze eines Abschnitts erreicht hat, es keine Ladezeiten oder Übergänge zum nächsten Level gibt, sondern sich dieses direkt bauklotzartig weiter nach oben, durch Elemente die vom Himmel fallen, aufbaut.

Fazit
Auch wenn ich einige Kameraprobleme hatte, die mir deutlich mehr Tode bescherten, als durch eigenes Verschulden, gefällt mir das Konzept von Light Tracer. Die kleinen Geschicklichkeits-Rätsel durch die Perspektivenwechsel machen Spaß und der generelle Look versprüht jede Menge Charme. An die indirekte Steuerung der Prinzessin musste ich mich allerdings zunächst gewöhnen, da sie mir manchmal gefühlt drei verschiedene Eingaben gleichzeitig abforderte. Wie anstrengend das ständige Drehen der Welt im Langzeittest ist, muss sich zudem auch noch zeigen. Ansonsten würde ich Light Tracer als PlayStation VR-Besitzer und Fan von Spielen wie Captain Toads: Treasure Tracker auf jeden Fall weiter im Auge behalten.
Verfasst von
Für Redakteur Christoph sind vor allem gut geschriebene Charaktere, eine mitreißende Handlung sowie fantastische Welten mit dichter Atmosphäre, Aspekte die ihn beim Spielen begeistern. Neben Titeln wie The Last of Us und Bloodborne, schlägt seine Leidenschaft für Games dabei besonders für japanische Produktionen à la Final Fantasy und Persona.

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2 Kommentare auf "Angespielt: Light Tracer"

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Nabi
Mitglied

Sieht schon ganz niedlich aus. Würde mir dafür jetzt sicher kein PSVR zulegen, aber wenn ich die Hardware eh schon hätte wäre das sicher eine Überlegung wert.

Wobei könnte man das Spiel nicht einfach alternativ auch als PS Move Titel erscheinen lassen? Interagieren mit der Welt weiterhin über die Move Controller, aber eben normal am Fernseher?

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