Angespielt: Ni No Kuni II: Schicksal eines Königreichs

Mit Ni No Kuni: Der Fluch der weißen Königin verzauberte Level-5 vor über vier Jahren Spieler weltweit. Die Co-Produktion zwischen dem Rollenspiel-Entwickler und den Filmemachern von Studio Ghibli ging wunderbar auf und hat sich seitdem eine treue Fangemeinde aufgebaut. Auf der gamescom 2017 konnte ich  den langersehnten Nachfolger, Ni No Kuni II: Schicksal eines Königreichs, erstmals anspielen und warum das Game für mich schon jetzt eines der Highlights des kommenden Jahres ist, könnt ihr dem folgenden Anspielbericht entnehmen.

In Ni No Kuni II schlüpft man in die Rolle des jungen Prinzen Evan, der aus seinem Königreich fliehen musste und sich nun mit Hilfe seiner Gefährten auf eine Reise begibt, um als wahrer Thronfolger anerkannt zu werden. Vorkenntnisse aus dem ersten Teil sind nicht nötig, da es sich dieses Mal wieder um eine komplett neue Geschichte handelt. Laut den Entwicklern wird es für Kenner hier und da aber trotzdem kleinere Anspielungen, wie beispielsweise bekannte Städtenamen, geben. Drei unterschiedliche Demos konnte ich auf der Messe anspielen, die jeweils an unterschiedlichen Punkten der Story ansetzten und gameplaytechnisch einen Schwerpunkt auf das neue Kampfsystem legten.

Was mir als erstes auffiel, war die fantastische Optik des Spiels. Auch wenn Studio Ghibli dieses Mal nicht mehr an der Entwicklung beteiligt ist, so schreit alles in Ni No Kuni II förmlich nach dem traditionellen japanischen Filmstudio. Ein derart hübscher und detaillierter Anime-Grafikstil ist mir bisher noch nirgends begegnet und als ob das nicht schon beeindruckend genug wäre, flimmert das Spiel zusätzlich noch mit geschmeidigen 60fps über den Bildschirm. Ghibli-Komponist Joe Hisaishi, der bereits für den tollen Soundtrack des ersten Teils verantwortlich war, ist auch wieder mit an Board. Einige bekannte Melodien, wie das melancholische Titelthema, konnten mir als Fan des Erstlings sofort wieder Gänsehaut verschaffen.

Die erste Demo startete am Stützpunkt der sogenannten Luftpiraten, der in einer von Hütten und Wachtürmen umzogenen Berglandschaft liegt. Nur eines der vielen beeindruckenden Panoramen, die sich durch sämtliche  Gebiete der Demo zog. Ziel war es die entführte Freundin Talia zu finden und aus den Klauen eines Wyvern-Nestes zu befreien. Nachdem man den Stützpunkt verlässt, befindet man sich auf der Weltkarte des Spiels, die, wie im ersten Teil, als Verbindungsstück zwischen größeren Ortschaften oder Dungeons dient. Die Charaktere schrumpfen in der Weltkarten-Ansicht auf Chibi-Größe und sobald man dort herumlaufenden Monster berührt, wechselt die Ansicht in einen separaten Kampfbildschirm, in dem man wieder normale Proportionen annimmt.

Die Kämpfe stellen eine der größten Änderungen im Vergleich zum Vorgänger dar. Statt halb-aktiver / halb-Menü-getriebener Mechaniken, setzt Ni No Kuni II dieses Mal komplett auf ein aktives Action-Kampfsystem, wie man es beispielsweise von den Ys-Spielen kennt. Dementsprechend ist das Tempo der Kämpfe deutlich höher und das richtige Timing beim Ausweichen oder Blocken nun umso entscheidender. In der Demo war nur Evan selbst spielbar, im fertigen Game wird man allerdings auf Knopfdruck zwischen den Gefährten wechseln können. Als Liebhaber von aktiven und direkten Kampfsystemen hat mir der erste Vorgeschmack hier sehr gefallen. Evan hat sich einwandfrei steuern lassen und bietet einem mit Magie-, Fernkampf- und Nahkampf-Fähigkeiten eine Reihe an unterschiedlichen Herangehensweisen. Frustrierende Momente wie im Vorgänger, in denen der Charakter nicht sofort das macht, was man will, kommen so nicht mehr zustande.

In den beiden anderen Demos ging es hauptsächlich um zwei Bosskämpfe, die es zu schlagen galt. Beim ersten handelte es sich um ein Gorilla-artiges-Monster, welches den drei Gefährten in einer riesigen tassenförmigen Arena im Himmel gegenüberstand. Im zweiten Kampf wurden Evan und Co. von einer fliegenden, feuerspeienden Chimäre attackiert. Viel Story-Kontext wurde mir in der kurzen Zeit nicht präsentiert, dennoch waren beide Gegner deutlich anspruchsvoller und letzterer vor allem auch inszenatorisch sehr beeindruckend.

Fazit
Ni No Kuni II: Schicksal eines Königreichs sieht nicht nur fantastisch aus, sondern spielt sich auch so. Die Demos auf der gamescom haben mein Grundvertrauen in Entwickler Level-5 weiter gestärkt und ich frage mich tatsächlich, was hier überhaupt noch schiefgehen soll?! Wenn die Handlung im fertigen Spiel so charmant wie im ersten Teil wird, wartet hier Anfang 2018 ein absoluter Rollenspiel-Hit auf uns.
Verfasst von
Für Redakteur Christoph sind vor allem gut geschriebene Charaktere, eine mitreißende Handlung sowie fantastische Welten mit dichter Atmosphäre, Aspekte die ihn beim Spielen begeistern. Neben Titeln wie The Last of Us und Bloodborne, schlägt seine Leidenschaft für Games dabei besonders für japanische Produktionen à la Final Fantasy und Persona.

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