Angespielt: Pokémon: Let’s Go, Pikachu! und Let’s Go, Evoli!

Für manch einen aus meiner Generation ist es schwer vorstellbar, doch 2019 feiern die mittlerweile weltweit bekannten und beliebten Taschenmonster aus Japan bereits ihr 20. Jubiläum in Europa. War die Popularität über diese lange Zeit im Ursprungsland nie wirklich verschwunden, erlebten die Marke hier 2016 durch den Release des Gratis-Mobile-Titels Pokémon GO von Niantic einen zweiten Frühling und Pikachu und co. waren über viele Monate erneut bei Jung und Alt in aller Munde. Auch bei Game Freak, den Entwicklern der Hauptspiele auf Nintendos Handhelds, blieb dieser Erfolg selbstverständlich nicht unbemerkt. Und so folgt nun als logische Konsequenz eine Hybridisierung der beiden Spielkonzepte mit den Nintendo Switch-Titeln Pokémon: Let’s Go Pikachu! & Let’s Go Evoli! Ich habe mich auf Nintendos Post E3 Event mit meinem Teampartner Pikachu auf eine erste Erkundungsreise in die „neuen“ Spielwelt begeben.

Auf dem Weg nach Vertania City
Zugegeben: Von einer wirklich neuen Spielwelt kann bei Pokémon: Let’s Go Pikachu! & Let’s Go Evoli! nicht die Rede sein. Nach den 2004 erschienen Game Boy Advance-Spielen Pokémon Feuerrote Edition und Blattgrüne Edition stellen die Spiele bereits die zweiten Remakes der Originalspiele von 1999 (in Europa) dar, sodass der Spieler erneut durch die allseits bekannte Kanto-Region reist. In der kurzen Demo-Version durfte ich also erneut den düsteren Vertania Wald auskundschaften und auf Pokémon Jagd gehen. Neben der hübschen Grafik, die sich deutlich von den Originalen Rot/Blau/Gelb, dem GBA-Remake und selbst von den 3DS-Ablegern abhebt, fällt zunächst auf, dass sich Pokémon anders als in den bisherigen Hauptspielen nun auf der Oberweltkarte herumtummeln – ganz in Anlehnung an Pokémon GO. Zwar gibt es nach wie vor Bereiche mit Grasfeldern, doch das alleinige Hin- und Herlaufen in eben diesen, lässt nun kein Pokémon mehr zufällig erscheinen. Ihr seht also schon vorher, ob sich ein lästiges Taubsi in Anmarsch befindet oder gar ein begehrtes Myrapla – zumindest fast. Denn während das Flug-Pokémon Taubsi in der Luft herumschwirrt, können sich Pflanzen-Pokémon wie Myrapla die hohen Grasfelder zunutze machen und sich an ihre Umgebung anpassen, um so schwerer von euch entdeckt zu werden.

Komm schnapp‘ sie dir!
Kommt es zum Kontakt mit einem Pokémon, findet nun auch kein klassischer Kampf mehr statt, in dem ihr das gegnerische Pokémon mittels Kraftpunkte-Reduktion und Statusveränderung leichter fangbar macht. Stattdessen dürft ihr nur noch direkt Pokébälle für einen Fang werfen oder das Pokémon mit Beeren ruhig stellen um so die Fangchance zu erhöhen; auch das dürfte Pokémon GO-Fans bereits bestens bekannt vorkommen. Fangen lassen sich Pokémon durch eine Wurfbewegung des Joy-Con-Controllers oder aber mithilfe des extra für das Spiel konzipierten Hartgummi-Pokéball-Controllers, mit dem ich übrigens die komplette Demo gespielt habe. Dieser besitzt einen kleinen Control-Stick auf dem runden weißen Knopf in der Mitte. Das Drücken dieses Knopfes simuliert den A-Knopf, drückt ihr auf die rote Oberseite, den B-Knopf, kommt ihr in der Oberwelt in das Spielmenü oder könnt im Kampf Aktionen abbrechen. Wie ein handelsüblicher Joy-Con verfügt auch der Pokéball-Controller über einen Gyro-Sensor und HD-Rumble. Zusätzlich ist in ihm ein kleiner Lautsprecher eingebaut, der beim Pokémon-Fang ein paar SFX-Geräusche wiedergibt oder durch Schütteln einen Ruf des versionsgebenden Partners, sprich Pikachu oder Evoli, widergibt. Kleine farblich leuchtende Dioden sollen das authentische Gefühl des Fangens nochmals unterstützen. Nett ist dieses Gimmick zwar, jedoch ist der Ball eher für kleinere Kinderhände geeignet und auch vom Komfort her nicht wirklich auf längere Spielsessions ausgelegt. Immerhin: Der Pokéball wird auch mit Pokémon GO als Pokémon GO Plus-Armband-Ersatz fungieren und enthält als zusätzlichen Anreiz das Pokémon Mew für den eigenen Spielstand, welches auf keine andere Weise erhalten werden kann. Ob der Controller für andere Nintendo Switch-Spiele  verwendet werden kann, ist allerdings nicht bekannt. Für den zusätzlichen Herausforderungs-Kick z.B. in Sonic Mania, wäre es aber bestimmt ganz witzig.

Klassische Trainerkämpfe
Wie schon in Pokémon Rot, Blau und Gelb warteten auch in Pokémon: Let’s Go Pikachu! & Let’s Go Evoli! im Vertania Wald wieder einige Trainer darauf, gegen mich im Pokémon-Kampf antreten zu dürfen. Hier spielen sich die Spiele wieder sehr klassisch und das altbewährte rundenbasierte Pokémon-Mainline-Kampfsystem, bei dem die KP aller Trainer-Pokémon auf 0 gebracht werden müssen, kommt erneut zum Einsatz. Nach jedem Fang oder besiegten Pokémon erhält das gesamte Team Erfahrungspunkte und mit jedem Levelaufstieg steigen Werte und verfügbare Attacken, von denen sich wieder maximal vier pro Pokémon erlernen lassen. Ob das System alle Erweiterungen des Stands von Pokémon Ultrasonne und Ultramond enthält – sprich alle neuen Attacken, die Mega-Entwicklung und Z-Attacken – ist noch unbekannt. Angesichts der Tatsache, dass es nur die ersten 151 Pokémon ins Spiel schaffen sollen, ist es jedoch eher fraglich. Auch die Kämpfe wurden optisch ein wenig aufgebohrt, wenn auch die Kämpfe und Attacken-Animationen immer noch ähnlich ablaufen wie bisher. Als kleines Gimmick springt beim Einsatz vom titelgebenden Pikachu dieses beispielsweise von der Schulter des Protagonisten direkt in den Kampf.

Auch außerhalb der Kampfes soll das Partner-Pokémon eine wichtigere Rolle spielen. So wackelt Pikachu bzw. Evoli, das auch auf der Oberwelt auf der Schulter bzw. dem Kopf des Spielers bleibt, mit seinem Schweif, wenn sich ein verstecktes Item in der Nähe befindet. Weitere ähnliche Features soll es in der fertigen Version geben.

Fazit
Pokémon: Let’s Go Evoli & Let’s Go Pikachu dürfte vor allem für Personen, die noch nie einen Haupttitel gespielt haben, und durch Pokémon GO auf die Serie angefixt wurden, interessant werden, da viele Mechaniken aus dem Handy-Titel ihren Einzug in das Spiel finden. Für Pokémon-Veteranen könnte das Spiel jedoch ein klein wenig zu simpel und leicht ausfallen. Hardcore-Fans und Nostalgiker werden sich aber zumindest über die komplett in 3D gestaltete Kanto-Region und den überarbeiteten Original-Soundtrack freuen, die einerseits in alten Erinnerungen schwelgen lässt und mit Sicherheit auch die ein oder andere überraschende Neuerung bietet. Darüber hinaus soll sich das komplette Abenteuer auch erstmals komplett kooperativ spielen lassen und auch die Pokémon GO-Kompatibilität, über die noch recht wenig bekannt ist, dürfte interessant werden. Ich bin zwar noch nicht vollends überzeugt, schaue dem Release im November aber dennoch gespannt entgegen.
Verfasst von
Zu einem guten Plattformer sagt Karim selten nein, aber auch epische Rollenspiele fesseln ihn vor den Bildschirm. Im öffentlichen Nahverkehr vergnügt er sich auch gerne mit kurzweiligen Puzzlern – Mobile-Gaming auf dem Nintendo 3DS ist seine absolute Leidenschaft. Zuhause angekommen, kümmert sich Karim um Datenbankpflege oder versorgt euch mit aktuellen News und Anspielberichten.

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