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Die Spiele des Jahres 2018 der GU-Redaktion

Es ist wieder die Zeit im Jahr, in der wir auf die Spiele zurückblicken, die uns in den vergangenen zwölf Monaten am meisten begeistert haben. Sowohl von den kleinsten Indie-Teams, als auch von den größten Studios der Branche haben wir 2018 zahlreiche kreative, überraschende und vor allem unterhaltsame Games gesehen, die uns gebannt vor den Bildschirmen gefesselt haben. Welche dabei einen besonders bleibenden Eindruck hinterlassen haben, erfahrt ihr im Folgenden. Hier die Spiele des Jahres 2018 der GU-Redaktion:

Robert Stotzem:

Spiel des Jahres: Red Dead Redemption II

Mein Spiel des Jahres hat sich schon vor mehr als acht Jahren angekündigt. Mit den letzten Atemzügen des John Marston stand für mich fest, dass ein Nachfolger zu diesem Western-Epos nicht schnell genug erscheinen könnte. Letztendlich musste ich dann tatsächlich Geduld beweisen, bis ‚Ready to Start‘ und das Logo von Red Dead Redemption 2 Ende Oktober auf meiner Xbox One X aufpoppte. Die Wartezeit auf eines der – in meinen Augen – vielleicht besten Spiele aller Zeiten, hat sich vollends gelohnt. Von den ersten Fußstapfen im Schnee bis zum Ende des Spiels, das ich euch an dieser Stelle natürlich nicht verraten werde, entwickelt sich eine der beeindruckendsten Geschichten, die das Medium Videospiele je erzählt hat. Eure gut-und-gerne 80 Stunden lange Reise durch den wilden Westen bietet nicht nur grafisch imposante Vistas, sondern auch einen sensiblen Einblick in die Seele eines Gunslingers des alten Westens. Immer wieder vergaß ich, dass Arthur Morgan doch nur aus Pixeln besteht. Obwohl ich persönlich überaus beeindruckt bin, ist RDR2 kein Spiel für jedermann. Lange Reisen über die Spielwelt sind zwar durch dynamische Ereignisse immer wieder für eine Überraschung gut oder durch einen Dialog angereichert, aber eben auch mehr oder weniger Pflicht. Ebenso darf nicht die spielerische Freiheit eines Far Cry erwartet werden. Diese Open-World ist während der Missionen eigentlich nur Kulisse. Trotzdem: Auch die brutalen Fights und witzig-kuriosen Aufträge haben mich über viele Stunden auf allen emotionalen Ebenen bestens unterhalten.

Weitere Highlights: Marvel’s Spider-Man, Hellblade Senua’s Secrifice, Monster Hunter World

Joshua Hampf:

Spiel des Jahres: Battlefield 5

Das Jahr 2018 war für mich, aufgrund mangelnder Zeit, kein besonders intensives oder abwechslungsreiches Spielejahr. Die Nächte an den vergangenen Wochenenden sind dann aber doch mit Videospielerei verballert worden – im wahrsten Sinne des Wortes: Battlefield 5 hat mich, nach anfänglichen Startschwierigkeiten, doch noch überzeugen und für sich gewinnen können. Im Vergleich zum direkten Vorgänger Battlefield 1, ist die Lernkurve deutlich steiler und das Frustpotential, gerade zu Beginn, deutlich höher. Doch nach und nach fuchst man sich in die schnellere Gameplay-Mechanik rein und plötzlich mag man gar nicht mehr aufhören, sich mit den Kumpels auf den virtuellen Schlachtfeldern des 2. Weltkriegs zu messen. Besonders im Eroberungs- und Frontlinienmodus macht Battlefield 5 einfach enorm viel Spaß und wird auch im neuen Jahr noch ein paar Runden in meiner PlayStation 4 drehen.

Weitere Highlights: God of War, Pro Evolution Soccer 2019, Football Manager 2019

Christoph Jäger:

Spiel des Jahres: God of War

Sony Santa Monica haben es nicht nur geschafft die Serie grandios in ein neues Setting zu verfrachten, nein auch sämtliche Spielmechaniken wurden komplett für die neue Kameraperspektive überarbeitet. Meine Befürchtung, die Kämpfe würden aufgrund dessen an Dynamik verlieren, haben sich dabei zu keiner Zeit bewahrheitet und besonders KI-Partner Atreus bringt hier eine spannende Komponente mit ins Spiel, die ich so nicht erwartet hätte. Am meisten begeistert hat mich allerdings die Tatsache, wie sie es geschafft haben, aus dem unsympathischen Choleriker Kratos einen Charakter zu entwickeln, den ich nicht nur endlich nachvollziehen kann, sondern mit dem ich im Laufe der Reise sogar emotional mitfühle. Und das nicht indem seine Taten aus den vergangenen Teilen außen vor gelassen werden, sondern indem sie bewusst zum zentralen Thema seines Charakters gemacht werden. Etwas, das letztlich auch in einem der besten und größten Gänsehaut-Momente aller Zeiten kulminiert. Das Team hätte es sich leicht machen können und die Formel der vergangenen acht Teile wiederverwerten und so sicher auch ein zumindest anständiges Game abliefern können. Stattdessen hat man sich aber getraut die elementarsten Bestandteile der Reihe in Frage zu stellen, sie zu ändern und daraus etwas komplett Neues zu schaffen. Etwas, das sich nun in der Liste meiner absoluten Lieblingsspiele wiederfindet. Ich könnte noch ewig über all die fantastischen Elemente des Games schwärmen, vom grandiosen neuen Soundtrack, über die One-Shot-Kamera, bis hin zum Leveldesign und den perfekt ausbalancierten Rätseln. Der Punkt ist, dass mich kein Spiel in diesem Jahr so sehr in seinen Bann gezogen und nachhaltig beeindruckt hat wie God of War. Ich kann es kaum erwarten in einigen Jahren erneut in diese faszinierende Welt abtauchen zu dürfen.

Weitere Highlights: Red Dead Redemption II, Spyro Reignited Trilogy

Maximilian Edlfurtner:

Spiel des Jahres: Xenoblade Chronicles 2: Torna – The Golden Country

Ein knappes Jahr mussten Xenoblade 2-Fans warten, um zu erfahren, was eigentlich 500 Jahre zuvor passiert ist und die gegenwärtige Misere der beiden Aegis-Klingen verursacht hat. Zwar reicht die auch als standalone erhältliche Erweiterung nicht ganz ans Hauptspiel heran, dafür saß ich die ganze Zeit angespannt am Spiel, wohl wissend, welche Tragödien aufgrund der bekannten Gegenwart vorgegeben waren. Torna ist Xenoblade im kleineren Maßstab, dafür mit mehreren emotionalen Schlägen in die tiefste Magengrube. Großes JRPG-Kino!

Weitere Highlights: Super Smash Bros. Ultimate, Halo 2

Thomas Steuer:

Spiel des Jahres: Graveyard Keeper

Graveyard Keeper ist vielleicht das größte Grindfest des Jahres: Hier geht es 90% der Zeit darum, Ressourcen abzubauen, neue Gegenstände zu craften, bessere Technologien freizuschalten und den ganzen Rotz wieder von vorne zu machen. Da diese Voraussetzung bei mir gegeben ist, und das Teil durch den grandiosen Xbox Game Pass direkt zum Launch „für umme“ zu haben war, habe ich mich tatsächlich darauf eingelassen. Mich sollte eines der charmantesten Spiele des Jahres erwarten und daraus folgend locker drei komplett durchgezockte Wochenenden am Stück. Graveyard Keeper wirkt zwar durch seine 2D-Pixeloptik wie ein dreist geklontes Stardew Valley, punktet dafür aber mit morbidem Humor, kreativ-charmanten Charakteren (ein kommunistischer Esel dient als Leichenlieferant) und vor allem einem klar definierten Spielziel. Bis diese Hauptgeschichte auserzählt ist, gilt es nicht nur den titelgebenden Friedhof auf Vordermann zu bringen, sondern auch ganz rollenspiel-like umfangreiche Questreihen für die Bewohner der mittelalterlich gestalteten Spielwelt zu erledigen. Mein allerliebster Scheißjob: Mit halbverwesten Leichenteilen Burger-Catering auf Hexenverbrennungen anzubieten. Genrefans braten bedenkenlos mit.

Sascha Graf:

Spiel des Jahres: Celeste

Um ehrlich zu sein ist mein Spiel des Jahres keines der typischen „Big 3“, sprich Red Dead Redemption 2, God of War oder Spider-Man. Versteht mich nicht falsch, denn alle drei Spiele sind toll und definitiv dem Titel „Spiel des Jahres“ würdig, doch mein Herz hat in diesem Jahr ein etwas kleineres Projekt erobert.Meine Wahl fällt daher auf das wundervolle Jump and Run Celeste. Warum? Es ist spielerisch der mit Abstand anspruchsvollste und kreativste Plattformer, den ich seit langer Zeit erlebt habe. Doch zum absolut runden Gameplay kommt diese unfassbare dichte Atmosphäre und eine wirklich schön erzählte, vielschichtige Geschichte, die mich einfach nur gepackt hat. Um ehrlich zu sein ist Celeste für mich weit mehr als „nur“ ein Spiel des Jahres, für mich ist es der unangefochtene König im Olymp der 2D Jump and Runs und definitiv ein Spiel, in welches ich immer wieder gerne eintauchen möchte.

 

Welches Games haben euch in diesem Jahr am meisten begeistert?

Für Redakteur Christoph sind vor allem gut geschriebene Charaktere, eine mitreißende Handlung sowie fantastische Welten mit dichter Atmosphäre, Aspekte die ihn beim Spielen begeistern. Neben Titeln wie The Last of Us und Bloodborne, schlägt seine Leidenschaft für Games dabei besonders für japanische Produktionen à la Final Fantasy und Persona.