Kritiken

Dillon’s Rolling Western: The Last Ranger im Test

Der Wilde Westen ist gesetzlos, kalt, unbarmherzig. Und an jeder einzelnen Ecke lauert der Tod. Dörfer werden überfallen, das lebensnotwendige Vieh der Dörfer zerfleischt. Und nur ein einziger scheint wirklich in der Lage zu sein, die nächtlichen Monsterangriffe zu stoppen und für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Ein Ranger, schweigsam, wie die Nacht. Das Gürteltier Dillon. Bereits zum zweiten Mal rettet der Westernheld Dorf um Dorf und verteidigt sie mit seinem Leben. Sein zweites Abenteuer erlebt das Armadillo in Dillon’s Rolling Western: The Last Ranger, dem bereits zweiten Teil der Franchise, der sich nun unserem Urteil im GU-Test stellt!

Der rollende Blitz kehrt zurück
Etwa ein ganzes Jahr ist vergangen, seit den Geschehnissen des Erstlings. Doch noch immer geben die vereinzelten Siedlungen in der Prärie für die herumstreifenden Monsterhorden ein hervorragendes Ziel ab. Sie kommen immer nur bei Nacht und haben es natürlich ausgerechnet auf die Manju, das Vieh und Herzstück des Dorfes abgesehen. Und wieder einmal liegt es in den Klauen von Dillon die Existenz der Siedlungen zu sichern. Solange die Sonne noch am Himmel steht liegt es dabei an euch möglichst viele Ressourcen und Schätze in der näheren Umgebung des Dorfes einzusammeln, sowie Erze in Minen abzubauen. Massig Manjugras sorgt dafür, dass die Tiere sich vermehren und damit die Überlebenschancen des Dorfes ansteigen. Denn erst wenn die Anzahl der Manju auf null sinkt, erscheint der Game Over-Bildschirm. Jeden Tag aufs Neue tauchen auf der Karte zufällig Minen auf, in denen Erze darauf warten von euch ans Tageslicht gebracht zu werden, mit denen die Stadtmauern um ein Vielfaches verstärkt werden können. Ebenso sind auch einige Ruinen auf den Karten verstreut, in denen Schätze und Herzteile in Truhen lauern. Edelsteine und andere Kostbarkeiten liegen schlussendlich am besten in fremden Händen, beim ansässigen Händler aufgehoben. Die Verteidigungsanlagen, die die Dörflein schützen sollen, bauen sich schließlich nicht von alleine auf. Und das kann schon höllisch ins Geld gehen.

Um die Dörfer zu schützen legt sich Dillon mit so manchem Monster an.

Im Schutze der Dunkelheit
Nach einigen Minuten ertönt bereits das erste Signal. Die Dämmerung bricht über die Prärie herein und schon kurze Zeit später ist die Nacht hereingebrochen. Sie kommen. Durch geschickte Manöver, die über den Touchscreen ausgeführt werden, schlägt das mutige, aber wortkarge Gürteltier Steinmonster um Steinmonster in die Flucht. Wie es für Tower-Defense Spiele üblich ist, zeigen sich sämtliche Widersacher, sofern sie denn im Sichtradius eines Wachturms sind, bereits auf der Minikarte auf dem oberen Bildschirm. Doch im Normalfall reicht der Dauerbeschuss durch die teuren Geschütztürme nicht aus – Dillon selbst muss eingreifen. Nicht ganz so typisch für das Genre steuert man diesen auch in der Nachtphase in der Third-Person-Ansicht durch die Prärie und malträtiert mit seinen Rollattacken Feind um Feind. Hat man denn die allererste Nacht überstanden, zahlt der Bürgermeister auch eine durchaus ansehnliche Summe als Belohnung, dass das Dörflein erfolgreich verteidigt wurde. Doch erst, wenn man sich drei komplette Nächte hintereinander heldenhaft zwischen Monster und Manju gestürzt hat, fallen die Nester, aus denen sie gekrochen kamen, endgültig in sich zusammen. Die Gefahr ist gebannt. Vorerst. Denn im späteren Spielverlauf kommt noch ein weiteres Ziel hinzu, die Steinmonster haben es – warum auch immer – ebenfalls auf die Eisenbahn abgesehen. Und Dillons Aufgabe ist es nun, sowohl das Dorf vor den Ungeheuern zu schützen, als auch die Bahn unversehrt von A nach B zu geleiten. Gleichzeitig. Ein Ziel alleine war schon nicht immer einfach zu beschützen, wenn jedoch noch ein zweites hinzu kommt wird das Ganze recht flott zur regelrechten Mammutaufgabe, was sich letztlich auch auf den Schwierigkeitsgrad auswirkt.

Dieses Mal ist der rollende Blitz nicht alleine. Mehrere Ranger unterstützen das Gürteltier gegen Bares.

Doch auch abseits davon gibt es noch Allerlei zu tun. Im Gasthaus, in dem man nächtigt, versammeln sich immer wieder Dorfbewohner, die ihr Leid klagen. Um noch ein wenig Taschengeld zusätzlich zu verdienen kann Dillon ihnen ein wenig unter die Arme greifen und sie durch sein Können beeindrucken, indem er ihnen bestimmte Mineralien überlässt oder seine Kämpfe ganz besonders waghalsig austrägt. Für einen nicht ganz so geringen Obulus unterstützen euch auch andere Ranger bei eurer Arbeit, sammeln für euch Erze, Geld oder Manjugras und verteidigen mit ihrem Leben das Dorf. Ebenso werdet ihr manches Mal von den Rangern, wie es sich für den Wilden Westen gehört, auch zu Duellen herausgefordert. Auf Leben und Tod. Dort ist absolut exaktes Timing gefragt, um im rechten Moment seinen Widersacher zu erwischen und seinen Angriffen auszuweichen. Optisch macht Dillon’s Rolling Western: The Last Ranger einen durchaus guten Eindruck, wenngleich die Steppe um die Dörfer doch stets ziemlich gleich und leer aussehen. Selbst tagsüber, in der direkten Umgebung des Dorfes ist nie Leben anzutreffen.

„Im Weste(r)n nichts Neues“ trifft es wohl am ehesten. Das größere Problem, mit dem das Tower-Defense Spiel zu kämpfen hat, ist dass es sich schlichtweg kaum von seinem direkten Vorgänger abhebt. Zwar gibt es mit dem Zug eine zusätzliches, bewegliches Element, das verteidigt werden muss und auch die Ranger bringen ein wenig frischen Wind in das Spiel – insgesamt kommt jedoch stets das Gefühl auf, dass es sich beim zweiten Teil lediglich um eine Art erweitertes Level-Pack handelt. Dillon’s Rolling Western: The Last Ranger bietet zwar ein durchaus erfrischendes Spielerlebnis, das auch jedem ans Herz gelegt werden kann, der diesem Genre und einer ordentlichen Herausforderung nicht abgeneigt ist, jedoch sollten Besitzer des Erstlings gut überlegen, ob sie trotz der eher geringeren Änderungen erneut zuschlagen wollen. (Hinweis: Dieser Test wurde von unserer ehemaligen Redakteurin Barbara Bleier verfasst.)