Ausblicke

Disintegration – Gamescom Hands-On

Kurz vor der Messe angekündigt, war Disintegration auf der diesjährigen gamescom bereits spielbar. Publisher Private Division und Entwickler  V1 Interactive präsentierten ihren neuen Shooter-Strategie-Mix den anwesenden Journalisten mit sichtlichem Stolz auf das innovative Spielkonzept. Das dreißig Männer und Frauen starke Entwicklerteam, darunter auch Veteranen des ersten Halo, stiegen zunächst in eine Erläuterung des Settings ein.

„Integration“ bezeichnet einen in ferner Zukunft entwickelten Prozess, um das eigene Hirn in einen künstlichen Körper zu verfrachten. Klimawandel und resultierende Konflikte haben nämlich die Standfestigkeit unseres organischen Körpers stark in Mitleidenschaft gezogen und so musste eine verlässliche Lösung her. Eigentlich war dieser Prozess als zeitlich begrenzter Ausweg vorgesehen, doch längst nicht jeder will zurück zu Hüllen aus Fleisch und Blut. Hauptcharakter Romer rebelliert gegen den Technikwahn mit seinem Squad von Verbündeten und wird aus diesem Grund von Post-Humanisten gejagt. Dabei ist auch sein Geist längst mit einer Maschine gekoppelt. Die Menschheitsgeschichte beweist, dass Rebellionen oftmals in gewalttätigen Auseinandersetzungen enden – so auch in Disintegration. Glücklicherweise besitzt Romer ein Gravycle, eine Art überdimensionierte und bewaffneten Drohne, die er gekonnt über die Level fliegt. Aus dieser erhöhten Position kommandiert er gleichzeitig die drei Gesetzlosen aus seinem Squad. Viel mehr haben wir vom Einzelspielermodus nicht erfahren, allerdings durften wir einige Screenshots begutachten, die wir im Folgenden mit euch teilen.

Im kompetitiven Mehrspieler-Modus durften wir das Gravcycle steuern und erstmals selbst spielen. Zwei Teams mit je fünf Squads, jedes davon wird wie in der Kampagne von einem Spieler kontrolliert, treten gegeneinander an. In einer Stadt, die offensichtlich durch die Katastrophen der Vergangenheit zu einer Ansammlung von Ruinen wurde, galt es als angreifendes Team eine von zwei Bomben zunächst aufzusammeln und im Anschluss zu einem Zielpunkt zu transportieren. Die Verteidiger müssen dies natürlich möglichst effizient verhindern.

Schnell fiel mir auf, dass die Gravcycle ziemlich gemächlich durch die Level schweben und das Spieltempo dadurch nicht allzu hoch ist. Dies ist auch notwendig, weil ja gleichzeitig noch Befehle an das Squad auf dem Boden gegeben werden müssen. Ihr könnt bestimmte Spezialangriffe anfordern, sie bitten die Bombe aufzuheben, oder an eine bestimme Position vorzurücken. Die Steuerung mit ihrer Kombination von Schultertasten (Schießen bzw Befehl ausführen) und Steuerkreuz (Angriff auswählen) benötigte eine gewisse Übung, was aber sicherlich auch aus dem ungewohnten Spielkonzept resultiert. Im Mehrspieler-Modus stehen euch verschiedene Teams zur Verfügung, die, ähnlich wie Charaktere aus Hero-Shootern, eigene Attribute aufweisen. In der gespielten Demo gab es beispielsweise Samurai und Ritter mit futuristischem Anstrich. Eine Vielzahl von kosmetischen Skins hat V1 Interactive ebenfalls bereits bestätigt. Somit dürfen insbesondere Fans von Spielen wie Overwatch oder Fortnite dem Sammelwahn frönen.

Meine ersten Minuten mit Disintegration haben Lust auf mehr gemacht. Die Kombination von Shooter und Strategie muss in kommenden Demos lediglich beweisen, dass sie genügend Tiefgang bietet – trotz Controller-Steuerung. Der Mehrspielermodus stach aber bereits angenehm aus dem Gros der Messe hervor.

Action-Spiele und Shooter aller Art sind Roberts Fachgebiet. Zwischendurch darf es aber auch gerne ein Spiel mit spannender Story und dichter Atmosph...