Ausblicke

Dragon Ball Z: Kakarot – Gamescom Hands-On

Mit Dragon Ball Z: Kakarot erscheint im kommenden Jahr ein Titel auf den ich besonders gespannt bin. Statt dem X-ten Prügelspielableger erschafft Entwickler CyberConnect2 hier ein waschechtes Action-Rollenspiel, das sogar mit einer freibegehbaren Welt daherkommt. Kaum zu glauben, aber ein ziemliches Novum im großen Dragon Ball-Spielekosmos und etwas, auf das ich schon lange warte. Zu Besuch bei Bandai Namco konnte ich auf der gamescom 2019 nun erstmals selbst Hand anlegen und gleich zwei Demos zum Spiel antesten.

In der ersten Demo ging es gleich rund mit der aus dem Anime und Manga beliebten Auseinandersetzung zwischen Cell und Son-Gohan. Das Kampfsystem erinnerte dabei stark an eine Mischung aus Naruto Storm, gepaart mit der Schnelligkeit und den Moves, die man von einem Dragon Ball-Titel erwarten würde. Kein Wunder, war doch CyberConnect2 jahrelang hauptverantwortlich für die Naruto Ultimate Ninja Storm-Reihe. Aufgrund der Bildschirmanzeigen schien die Steuerung zunächst etwas überladen, was zusätzlich durch die Geschwindigkeit mit der mich Cell angriff nur erschwert wurde. Nach einigen Minuten hatte ich das Movement aber im Griff, da DBZ Kakarot glücklicherweise die Simplizität der Storm-Reihe übernommen hat, sich aber – nicht wie zuletzt One Piece World Seeker – gleichzeitig auch genauso flüssig und dynamisch spielt. Der kleine Step zur Seite, bei dem der Charakter kurz verschwindet sieht zum Beispiel nicht nur stylish aus, sondern fühlt sich auch kontrollierbar an. Des Weiteren kann man einen CPU-Charakter per Knopdruck als Support dazu holen oder sich mithilfe von Items heilen und andere kleine Vorteile verschaffen.

Dragon Ball Z: Kakarot – Cell Saga Trailer – PS4/XB1/PC

Ein Aushängeschild von CyberConnect2 sind die grafisch starken und animegetreuen Spielemsetzungen, und auch Dragon Ball Z: Kakarot merkt man spätestens in den Zwischensequenzen an, wie wahnsinnig detailgetreu hier gearbeitet wurde. Auch die ingame Charaktermodelle sehen gewohnt gut aus, wenn sie auch leider im Kontrast zu den eher matschigen Umgebungtexturen stehen. Die zweite – bereits von der E3 bekannte – Demo führte mich nämlich in die offene Spielwelt, in der ich als Son-Goku die Aufgabe hatte, Radditz ausfindig zu machen um Son-Gohan aus dessen Fängen zu befreien. Zuvor wollte ich aber ein wenig die Gegend erkunden und schauen, was man hier alles anstellen kann. Was mir dabei sofort aufgefallen ist, ist die wunderbare Originalmusik aus dem Anime, die zusammen mit der hohen Bewegungsfreiheit als Son-Goku, die Stimmung der Vorlage exzellent einfängt. Weniger exzellent ist hingegen die sehr leer und statisch wirkende Spielwelt. NPCs stehen hier wie angewurzelt in der Gegend rum und fungieren als Geber für klassische Fetch-Quests. Aus herumstreunenden Tieren kann man Materialien gewinnen, deren Nutzen sich mir innerhalb der kurzen Zeit allerdings noch nicht erschließen konnten. Hinzu kommen noch spürbare Performanceschwankungen in der offenen Spielwelt, die hoffentlich bis zum Release im nächsten Jahr ausgemerzt werden können. Ein schönes Detail für Kenner ist übrigens, dass die NPCs nicht bloß irgendwelche Figuren sind, die aussehen wie Dragon Ball-Figuren, sondern tatsächlich echte Charaktere aus Akira Toriyamas Universum sind. So hatte ich unter Anderem ein schönes Wiedersehen mit Monster Nr. 8, den man noch aus der Ur-Serie (bzw. Manga) kennt.

In Dragon Ball Z: Kakarot steckt eine Menge Potenzial, das mit dem richtigen Polish audiovisuell ein richtiges Fest für Fans der Vorlage werden kann. Die etwa halbstündige Anspielsession hat mir sehr viel Spaß bereitet und ich hätte gerne noch mehr Zeit in der offenen Spielwelt verbracht. Den wirklichen Nutzen – außerhalb des Gefühls, dass man mit Son-Goku & Jindujun endlich mal frei durch eine Spielwelt fliegen kann – muss sie nämlich noch beweisen. Wenn die Demo ein Indiz für den Grad der spielerischen Tiefe des fertigen Produkts ist, kann ich bereits sagen, dass man hier auch mit wenig Taktik zum Ziel kommt. In Kombination mit der opulenten Präsentation, wie wir sie schon bei der Storm-Reihe gesehen haben, kann aber auch das zu einem tollen Spiel führen, solange das Kampfsystem nicht zu verwässert ist. Ich bin außerdem gespannt, ob das Spiel tatsächlich nur bis zum Ende der Cell-Saga reicht, oder ob mein Lieblingsarc „Boo“ auch noch einen Auftritt bekommt. Bis zum Release ist aber auch noch ein bisschen Zeit für weitere Ankündigungen.

Dragon Ball Z: Kakarot erscheint 2020 für PlayStation 4, Xbox One und PC.

Für Redakteur Christoph sind vor allem gut geschriebene Charaktere, eine mitreißende Handlung sowie fantastische Welten mit dichter Atmosphäre, Asp...