Auch wenn die diesjährige gamescom nicht vollends im Zeichen von Virtual Reality stand, dafür war die Anzahl der VR-Titel noch etwas zu spärlich gesät, so kann man mit Fug und Recht behaupten, dass Virtual Reality auf etwas lauteren Sohlen heranschleicht. Neben dem HTC Vive, das seine Europapremiere auf der Messe feierte, waren Sonys Project Morpheus und Oculus Rift deutlich häufiger und mit mehr Titeln vertreten, als noch im vergangenen Jahr. Auch die Diskussionen zwischen Spielern, Medienvertretern und Entwicklern über die Sinnhaftigkeit von VR haben zugenommen: Wird die Immersion, also die Verschmelzung von Spieler und Spiel, nicht in dem Moment ad absurdum geführt, in dem der Spieler sich per Controller durch die Spielwelt bewegt? Ist Virtual Reality wirklich mehr als nur ein nettes, kurzweiliges Gimmick? All diese Fragen waren nach zehnminütigen Demo zu EVE: Valkyrie aus dem Hause CCP schnell vergessen. Denn eines stand fest: Virtual Reality + EVE: Valkyrie ist keine Milchmädchenrechnung, sondern liefert ein umwerfendes Ergebnis!

Stille
Bei EVE: Valkyrie handelt es sich um einen Weltraumshooter der auf der Unreal Engine 4 basiert. Ihr landet im Cockpit eines waffenbestückten Raumschiffes und jagt eure Gegner in packenden Multiplayer-Gefechten durch das All. Klingt simpel, ist es auch, macht aber unheimlich viel Freude. Der Grund dafür liegt mit Sicherheit nicht an bahnbrechenden Neuerungen innerhalb des Genres der Weltraumshooter, sondern vielmehr an der VR-Unterstützung. Der Moment in dem ich die VR-Brille aufsetze, ist [irgendwie] fast magisch, denn er katapultiert mich tatsächlich direkt in das Innere meines Raumschiffes. Ich blicke an mir herab und bemerke, dass ich in einem schicken Raumschiff-Overall stecke, ich drehe mich nach links und rechts und sehe die Querbalken die in meinem Cockpit verbaut sind und bei der 180°-Drehung lächelt mich das Heck meines Raumfahrzeuges förmlich an. Völlige Verschmelzung ab der ersten Sekunde. Garantiert.

Zunächst wirkt alles noch ein wenig dunkel, doch plötzlich wackelt der Hangar, die roten Leuchten auf der Startrampe blinken, der Heckmotor wärmt sich geräuschgewaltig auf und am anderen Ende der Rampe öffnet sich die Luke ins All. Mit einem Affenzahn bewegt sich das Raumschiff darauf zu und… Stille. Ein unglaubliches Gefühl, als das Raumschiff sich plötzlich durch das All bewegt und für einen Moment völlige Stille herrscht. Man kann gar nicht anders, als sich permanent nach allen Seiten hin umzudrehen. Als die ersten gegnerischen Raumschiffe durch mein Sichtfeld fliegen, hänge ich mich direkt an deren Fersen und feuere zahlreiche Maschinengewehrsalven ab. Der Steuerungsmix zwischen VR (Gegner anvisieren um sie für Raketenbeschuss zu „locken“) und Controller (Richtungsänderungen, Waffennutzung) geht sofort in Fleisch und Blut über. Nach erfolgreichen Abschüssen den Kopf nach links drehen und auf dem im Cockpit angebrachten Bildschirm das Ranking innerhalb des Teams betrachten. Viel Zeit bleibt dafür aber nicht, denn sobald ein gegnerisches Schiff vor meiner Nase vorbeisaust, klebe ich mit meinen Augen an ihm und versuche seiner Flugroute zu folgen. VR funktioniert. Ich bin Weltraumpilot. Nach weniger als zehn Minuten ist meine kurze Karriere als Weltraumpilot schon wieder zu Ende und ein CCP-Entwickler ist mir beim Absetzen der Brille behilflich. „Wie hat es dir gefallen?“, fragt er mit einem Lächeln. Ich bin etwas sprachlos und möchte ihm meine mitreißende Erfahrung unbedingt [irgendwie] deutlich machen. „Shit!“, das muss als Antwort dann irgendwie genügen.

Joshua meint: Bereitteam_joshua-hampf_01s vor zwei Jahren durfte ich EVE: Valkyrie im Rahmen der gamescom ausprobieren. Innerhalb der vergangenen zwei Jahre hat sich viel getan, was dem Spiel definitiv zu Gute gekommen ist. Die Erfahrung ist auch zwei Jahre später wieder schwer zu beschreiben und ich hoffe sehr, dass viele Spieler bald die Möglichkeit bekommen diese Weltraumaction selbst zu erleben. Die Chancen stehen nicht schlecht, denn EVE: Valkyrie wird als Launch-Titel für Oculus Rift und Project Morpheus erscheinen. Für Oculus Rift gilt momentan der Sommer 2016 als Releasedatum, während Sony hofft, dass sie Project Morpheus in der ersten Jahreshälfte 2016 veröffentlichen können.          

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