Et voilà – gerade durchgespielt…

Rusix

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2 September 2016
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Schaumburg
Wollte es morgen spielen... Wieso?... Wieso!!!
Will jetzt keine schlechten Nachrichten hören.

In meiner Fantasy ist es für einen schmalen Kurs im PSN zu erhalten. Stimmt doch, oder?
 

Shiningmind

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29 August 2016
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@Rusix Naja...ich will nicht den Miesepeter geben aber...Nö, im PSN gibts das noch gar nicht. Es ist meines Wissens nur für Switch und PC erhältlich aber nen PC hast du ja bestimmt. Zum schmalen Kurs bzw ein Angebot gibts vermutlich nicht weil es gerade mal vor zwei Wochen erschienen ist. Trotzdem finde ich, dass die 14,99 ok sind.
 
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19 November 2018
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Meisterdetektiv Pikachu 3DS

Nette Buddy-Detektiv-Komödie im modernen Pseudoadventure-Spiel. Kein Gameplay-Kracher, durch viele geschriebene Textpassagen auch inszenatorisch nicht auf dem Niveau der Dontnod-Spiele, aber ein herzerwärmendes Spielchen, das ich gerne erlebt habe. Einer dieser Fälle, wo das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile. Ich will einen Nachfolger auf dem großen Bildschirm!
 

Colt

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25 August 2016
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Kingdom Hearts Final Mix (PS4)

Fand ich noch immer genauso gut wie damals auf der PS2. Klar, man merkt dem Spiel sein Alter schon an, gerade die Kamera kann einem manchmal schon nerven, aber es spielt sich trotzdem noch erstaunlich gut. Die Story ist hier noch ziemlich simpel, aber dennoch spannend genug.

Kingdom Hearts RE: Chain of Memories (PS4)

Puh, also bei diesem Spiel war ich echt nahe dran es abzubrechen. Ich mag solche Kartenkampfsysteme einfach nicht und komme damit auch einfach nicht richtig klar. Aber dank Tipps aus dem Internet bin ich mit einem Überdeck dann doch gut durch's Spiel gekommen. Auch der 2te Durchlauf mit dem anderen Charakter lief erstaunlicherweise gut, obwohl man mit diesem nur vorgefertigte Decks hatte. Trotzdem kein Spiel das ich nochmal durchspielen möchte.

Kingdom Hearts 2 Final Mix (PS4)

Auch hier war ich noch genauso begeistert wie zu PS2 Zeiten. Spielt sich noch immer richtig super. Das Kampsystem hat sich im Vergleich zum ersten Teil gut weiterentwickelt und macht durch die verschiedenen Formen auch richtig Spaß.
Storytechnisch geht's in diesem Teil so richtig los. In der Mitte des Spiel's flacht sie zwar etwas ab, aber nimmt dann wieder richtig Fahrt auf.

Kingdom Hearts Birth by Sleep Final Mix (PS4)

Hat mir auch richtig gut gefallen. Das neue Kampfsystem mit dem Kommandosystem fand ich klasse.
Die Story spielt 10 Jahre vor Kingdom Hearts 1 und man hat die Wahl aus 3 verschiedenen Charakteren. Für die volle Story muß man das Spiel auch mit allen drei Charakteren durchspielen. Man reist zwar mit den dreien durch die gleichen Welten, aber jeder Charakter kommt dabei in Bereiche wo die anderen nicht hinkommen. So bleibt es wenigstens abwechslungsreich.

Kingdom Hearts Dream Drop Distance HD (PS4)

Auch dieser Teil hat mir richtig gut gefallen. Das wieder neue Free Flow Kampfsystem fand ich richtig super. Etwas gewöhnungsbedürftig fand ich das Pokemonartige System mit den Traumfängern. Und auch der Zeitdruck, wo man nach Ablauf dieser Zeit, zum anderen Charakter wechselt, ob man will oder nicht, fand ich anfangs nicht so toll. Aber nach kurzer Zeit hat man sich daran gewöhnt.
Die Story fand ich diesmal auch wieder richtig gut.

Kingdom Hearts 0.2 Birth by Sleep - A fragmentary Passage (PS4)

Als Vorgeschmack zu Teil 3 fand ich das auch richtig gut. Es sah klasse aus und spielte sich auch absolut super. Mit knapp 5 Stunden zwar ziemlich kurz, aber hat die Lust auf Kingdom Hearts 3 noch mehr ansteigen lassen.

Kingdom Hearts 3 (PS4)

Kurz und knapp: Der mit Abstand beste Teil der Kingdom Hearts Reihe und ein würdiger Abschluss der Xehanort Saga. Mehr dazu im Thread zum Spiel.

Shadows of the Tomb Raider (PS4)

War ganz ok, aber leider für mich mit Abstand der schlechteste Teil der neuen Reihe. Und das lag nur an einer einzigen Sache: dem Kampfsystem. Die Kämpfe wurden extrem zurückgefahren, und wenn dann mal welche kamen, wurde man förmlich gezwungen zum Schleichen. Und ich mag Schleichen in Videospielen einfach nicht. In den Vorgängern hat man es ohne Probleme mit mehreren Gegnern im offenem Schlagabtausch aufgenommen. Hier geht das nicht nicht mehr, außer in einem Abschnitt am Ende.
Alles andere fand ich aber ganz gut. Das Klettern und Erkunden haben gewohnt viel Spaß gemacht. Die Gräber und Krypten haben mir auch gut gefallen. Hätten ruhig etwas mehr sein können.
 

Sidewalkwalker

Maschinenräumer
25 August 2016
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Vanquish (PC)

Ich musste mir diesen Titel näher anschauen, nachdem Mark Brown die Kernmechanik des Anti-Deckungs-Shooters so hochgepriesen hat. Platinums Handschrift ist überall zu erkennen. Ich brauchte dennoch drei bis fünf Anläufe für die Beendigung des Spiels.

Wie üblich bei Platinum ist die Erzählung wahnsinnig over-the-top. Doch die Charaktere sind hier so übertrieben generisch-maskulin, das voice-acting entsprechend albern, ich konnte dazu keinen Bezug aufbauen.

Darüber hinaus hatte ich den Eindruck, dass die Slowmotion-Mechanik eine gute Idee, aber für einen brauchbaren Flow einfach nicht gut implementiert ist. Zeitlupen-Aktionen sind sehr kurz und geschehen nur nach bestimmten Aktionen. Davon ist eigentlich nur die aus-der-Deckung-springen oder die Ausweichrolle brauchbar. Zeitlupe während des Knie-Rutschens ist sehr unhandlich und ein überschreiten der Slowmo-Dauer wird mit ewig langer Abkühlzeit inklusive nervendem Geräusch bestraft. Wiederauffüllen der Bullettime kann ich nicht steuern, wie beispielsweise durch gutes Zielen ohne Zeitlupe (siehe Max Payne). Das ganze gespickt mit oft seltsam verteilten Deckungen und Kameraproblemen beim Zielen (ganzer Körper des Protagonisten verdeckt den Zielbereich).

Mir war zu vielen Zeitpunkten nicht klar, was hier eigentlich gerade passiert, zu viel Projektile, sich schnell bewegende Allies und Gegner und seltsam unüberschaubare Arenen machten viele Situationen kaum greifbar.

Nee, das war nicht mein Spiel. Platinum Games sind für mich ein bisschen Hit&Miss.
 
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Shiningmind

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29 August 2016
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Kann ich nur zustimmen. Platinum Games verzettelt sich manchmal und macht in einigen Momenten zu viel over the top und das kann man von losgelösten Gameplayvideos nur schwer einschätzen. Mit Bayonetta konnte ich nicht so viel anfangen. Metal Gear Rising hab ich dagegen in guter Erinnerung und ich hoffe mich positiv überraschen zu lassen, dass mir Nier Automata auch gefallen könnte, da ich mir die Art zu Kämpfen in nem RPG gut vorstellen kann.
 

Rusix

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2 September 2016
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Schaumburg
Das kann ich nun wirklich überhaupt nicht nachvollziehen. Schade, dass es dir nicht gefallen hat.

Mich hat Vanquish seiner Zeit voll abgeholt. Das war noch Arcade-Mechanik in Perfektion. Es war diese Kombination von brutaler Bullethell-Action, superbem Artstyle und genialen Kontrollen die mich so gefesselt hat. Es war Hotline Miami in fettem 3D und Neo-Tech-Gewand.

Bis heute warte ich auf einen würdigen Nachfolger. Das Platinum so eine Hitt&Miss Angelegenheit ist würde ich aber unterschreiben. Mich konnte Metal Gear, Bayo 2 und selbst Nier Automata nicht so richtig überzeugen.
 

Zeratul

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24 August 2016
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Mir ging's da auch eher wie Rusix. Ich fand Vanquish eigentlich ziemlich gut. Das einzige, was ich so unterschreiben kann, ist dass manchmal etwas zu viel auf dem Bildschirm los war und man kaum noch erfassen konnte, was da eigentlich alles an Projektilen auf einen einrasselt. Aber das war nur gelegentlich der Fall.
 

Sidewalkwalker

Maschinenräumer
25 August 2016
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Metal Gear Rising hat mir übrigens sehr gefallen und Nier Automata konnte mich auch überzeugen. Interessant, wie da die Schwerpunkte verschieden sind, obwohl es sich doch alles nach Platinum Games anfühlt.
 

Ripchip

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24 August 2016
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25. Gorogoa :xone:

Tolles Puzzlespiel, das wohl beste das ich je gespielt habe, zumindest kann ich mich ab kein besseres erinnnern. Was da an tollen Rätseln drin steckt ist wirklich beeindruckend. Klare Weiterempfehlung, wenn man Mal was anderes zocken möchte.


10/10
 
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Shiningmind

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29 August 2016
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Undertale

Wenn man spielerischen Durscht auf etwas Erfrischendes hätte, dann würde das Getränk wohl Undertale heißen. Ich musste zunächst lernen wie dieses Spiel funktioniert und was es von mir will. Das Game räumt alle eintrainierten Muster eines RPG Kenners auf und stellt sie auf dem Kopf. Dafür meinen Respekt! Es ist jetzt nicht so, dass ich es feiere wie es die Presse gemacht hat, weil ich zum Getränk schon auf die gut gemachte alte Hausmannskost stehe. Undertale ist aber durch und durch unterhaltsam, hat witzige Charaktere und Dialoge und hat so seine Anspielungen auf die ein oder andere RPG Referenz (und jeder Final Fantasy Kenner weiß wohl, was ich meine). Grafisch ist es schon mau und ich frage mich gleichzeitig ob ein anderer aufwändigerer und ebenso witziger Stil (Sowas Simpson mäßiges) auch gut gepasst hätte. Egal, es funktioniert auch so und man merkt das ❤, das die Entwickler im Spiel im wahrsten Sinne gesteckt haben. Hab ich schon den tollen Soundtrack erwähnt?

8.5 von 10
 

Aemeath

Newbie
18 November 2018
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Hamburg
Ashen

Ich habe letzte Woche Ashen nach einer recht langen Pause weitergespielt und auch direkt beendet. Und ich weiss gar nicht mehr warum ich diese Pause eigentlich eingelegt habe. Womöglich kamen einfach andere Spiele dazwischen aber wie dem auch sei, ich hätte das Spiel am liebsten an einem Stück gespielt denn ich war nach sehr kurzer Zeit wieder absolut verzaubert von Ashen und konnte es daher gar nicht mehr weglegen. Fühl mich gerade fast in die Zeit zurückversetzt als ich Dark Souls durchgespielt hatte und versuchte die richtigen Worte zu finden um es zu beschreiben. Ashen macht verdammt viel richtig und es hat genug eigene, frische Ideen um mehr als nur ein weiterer Dark Souls Klon zu sein. Ich selber hatte es ja auch anfangs mit Dark Souls und Journey verglichen und teilweise passen diese Vergleiche auch noch, aber damit wird man dem Spiel nicht gerecht. Das Klettern hat für mich einen der größten Unterschiede zu einem üblichen Souls-like ausgemacht. Man kann weit springen, an praktisch Allem hochklettern und falls ein Vorsprung doch mal zu hoch ist kann man dem KI Partner per Räuberleiter hoch helfen und er zieht den Spieler dann hinterher. Durch diese Freiheit und die dementsprechend auch gestaltete Welt fühlt sich das Erkunden in Ashen ganz anders an. Überall kann es versteckte Gegenstände oder Höhlen zu entdecken geben.

Abgesehen davon ist auch die grundsätzliche Struktur von Ashen doch recht anders als in normalen Souls-likes. Es gibt ein Dorf in dem sich nach und nach NPC's ansammeln, so weit erst mal nichts Besonderes. Diese NPC's haben jedoch alle auch eine eigene Quest-Line die in Ashen als Reisen bezeichnet wird. Und so fühlt es sich auch tatsächlich an. Nimmt man eine Reise an und verlässt das Dorf so schliesst sich dir dieser NPC an und man reist zusammen zu dem Ort an dem er/sie entweder etwas finden oder jemanden besiegen möchte. Mit jeder abgeschlossenen Reise verändert sich auch das Dorf weiter. So baut man z.B. nach und nach die Hüten der jeweiligen NPC's auf, es wird ein Pier zum fischen gebaut oder es werden Leitern aufgestellt um an Orte zu kommen die vorher nicht zugänglich waren. Es war also jedes mal wieder spannend nach einer Reise nach Hause zu kommen und zu sehen was sich getan hat. Man kann auch mehrere Reisen gleichzeitig annehmen und die alle in einem Rutsch erledigen. Man hat aber trotzdem nur einen Begleiter. Zurück zum Dorf um zu sehen wie es weitergeht muss man aber so oder so. Die NPC's selber verändern sich auch nach den Reisen, sie bekommen nach und nach bessere Ausrüstung und tragen sogar die Relikte die man selber gerade nicht ausgerüstet hat. Jeder NPC hat etwa 5 Reisen die sich über die ganze Welt von Ashen erstrecken daher weiss man praktisch auch erst im letzten Gebiet wie viele der Geschichten ausgehen. Und da man diese ganze Reise lang durch die Welt praktisch nie allein ist, fühlt man sich irgendwann zu gewissen NPC's auch durchaus verbunden. Es gibt in den Optionen zwar die Möglichkeit den KI Begleiter abzuschalten aber davon würde ich ganz klar abraten. Der Begleiter kann ein Mal im Kampf fallen und vom Spieler wiederbelebt werden. Fällt er ein zweites Mal so zieht er sich ins Dorf zurück und man ist für's erste allein. Ein wirklich merkwürdiges Gefühl und es ist mir zum Glück nur sehr selten passiert. Umgekehrt kann man selber auch ein Mal vom KI Begleiter wiederbelebt werden.

Als letzter Punkt zum KI Begleiter sei angemerkt dass dieser auch von einem Spieler gesteuert werden kann. Interessanterweise erscheint der Spieler aber nur in meiner Welt als der NPC der mich gerade begleitet, in seiner Welt bin ich der NPC der ihn begleitet. Man kann auch nicht bewusst Spieler beschwören sondern man wird einfach verbunden, ohne es zu wissen. Das ganze läuft absolut nahtlos, so weiss man hin und wieder gar nicht ob der Begleiter nun KI ist oder nicht. Hat für ein paar tolle Momente gesorgt aber auch dieses Feature lässt sich abschalten und ich hab es tatsächlich getan. Wollte die zweite Hälfte des Spiels einfach mit meinen NPC's durch die Gegend reisen und nicht auf Spieler warten müssen die evtl. andere Pläne haben. Wobei das Spiel da auch recht intelligent vorgeht. Sobald 2 Spieler eine gewisse Distanz von einander entfernt sind werden sie getrennt ohne dass man etwas merkt und die KI übernimmt wieder.

Die musikalische Untermalung ist nebenbei bemerkt ein Traum. Trägt sehr zur eh schon tollen Atmosphäre bei.

Punktabzug gibt es nur für 2 Dinge. Das Erkunden selbst fühlt sich wie gesagt wahnsinnig gut an, leider hätten die Gegenstände die man dadurch findet etwas abwechslungsreicher ausfallen können. Es sind hauptsächlich Upgrade-Materialien. Hin und wieder gibt es auch Rüstungen und Waffen, aber für meinen Geschmack eben etwas zu selten. Der andere Punkt, und der ist etwas gewichtiger, ist die sehr schwache Leuchtkraft der ersten Laterne. Die Höhlen sind extrem atmosphärisch, und die Dunkelheit spielt da auch eine große Rolle, aber spätestens nach dem ersten Bosskampf hätte man gern das erste Upgrade für die Leuchtkraft bekommen können. Die beiden Laternen-Upgrades kommen m.M.n. einfach etwas zu spät im Spiel.

Unterm Strich war Ashen ein tolles Erlebnis und ich bin gespannt was das Entwicklerteam als nächstes macht.

9/10
 
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Biber

GUF Veteran
25 August 2016
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Celeste
Celeste scheint mir der große Konsensplattformer zu sein, hinter dem sich alle versammeln können. Auch ich! Es ist ein sehr gutes Spiel, das mich tagelang an die Switch in jeder freien Minute gefesselt hat. Ich habe das Hauptspiel in wenigen Tagen vornehmlich in der U-Bahn, auf dem Klo und vor dem Einschlafen gespielt, weshalb ich ständig zu spät eingeschlafen bin. Trotz der hohen Qualität ist es aus meiner Sicht aber in keinem Bereich das Meisterwerk, zu dem es ausgerufen wird. Am meisten Probleme habe ich mit der Story. Die hätte ich wohl nicht, wenn meine Erwartungen nicht so hoch gewesen wären, dann wäre sie an mir vorbeigerauscht und ich hätte mich über das gelungene Spiel mit den Motiven und kleine Details gefreut. Doch ich hatte eine emotional packende Erzählung über eine labile Psyche erwartet, eine Geschichte, die wesentlich düsterer ist als das Buddy-Adventure, das mir am Ende präsentiert wurde. Ich hatte Schläge in die Magengrube und ein Spiel mit den Erwartungen des Spielers erwartet. Hat Celeste alles gar nicht. Es ist so vorhersehbar wie ein Tomb Raider. Das ist ein bisschen unfair, macht aber deutlich, wie Erwartung und Realität auseinandergeklafft haben. Celeste verhaut einen zu sehr mit dem Holzhammer, indem es sagt: Achtung. Das ist kein leichtes Spiel. Du wirst sterben. Das gehört dazu. Sei stolz auf deinen Deathcounter. Die NPCs verspotten einen für das Unterfangen, die Protagonistin zweifelt permanent und muss sich Mut zusprechen. Das hätte man weniger plakativ machen sollen, weil man halt am Ende dann doch doch - trotz all der Tode - verhältnismäßig ungebremst durch das Spiel segelt. Das Spiel lädt sich mit zu viel Bedeutung auf, dafür dass man "bloß" viele Plattforminglevel absolviert. Es wäre ein bisschen so, als würde Mario plötzlich deep sein wollen. Der große Twist am Ende bleibt aus, der Moment, in dem Gameplay und Story zusammenklicken und man begeistert ist vom Medium Videospiel. Das heißt nicht, dass sich Celeste nicht gut präsentiert. Es gibt viele beeindruckende Momente, eine gelungene Einbindung des sehr guten Soundtracks und eine tolle Grundstimmung. Die Story hat mich auch nicht gestört, ich hatte mir nur wesentlich mehr versprochen. Das kürzlich durchgespielte Owlboy hat mich mit seiner wesentlich altbackeneren Story mehr gekriegt, weil die Figuren schöner ausgestaltet waren und echte Identifikationspunkte brachten. Ich mochte bei Celeste auch den Artstyle nicht so gern, weder im Spiel selbst, aber erst recht nicht in den Zeichnungen und Avataren, aber das ist Geschmackssache. Es war aus meiner Sicht weder berührend, noch lustig, es war einfach OK.

Gameplay und Plattforming selbst sind natürlich wichtiger und zum Glück auch besser. Celeste bietet sehr direktes Gameplay, lässt sich weitgehend hervorragend kontrollieren und hat viele interessante Moves. Das Staminameter ist nicht immer perfekt einzuschätzen, aber trotzdem die beste Mechanik des Spiels. In späteren Leveln muss man sehr genau mit seiner Ausdauer haushalten und zum Teil waghalsige Manöver in großer Präzision durchführen, weil die Spielräume immer enger werden. Was mich etwas gestört hat ist, dass das Festhalten ein elementarer Bestandteil ist und ich das Halten von Knöpfen, gerade wenn es Schultertasten sind und gerade in solchen Präzisionsplattformern etwas hakelig finde. Mag hier tatsächlich auch mal an den Joy Cons liegen, aber ich war froh, als das Spiel einem mit fortgeschrittenen Techniken das ständige Festhalten aberzogen hat. Grandios ist das Spiel darin, den Spieler besser werden zu lassen. Man lernt eigentlich kaum neue Moves dazu, aber man wird stetig besser. Wenn man frühe Level wiederholt, liegt das "Speedrunning" wirklich nahe, weil man in Passagen, die zu Beginn unmöglich schienen, gar nicht mehr stirbt und geradezu durchfliegt. Das stumme Tutorial und die Lernkurve des Spiels sind spot on und vielleicht der beste Teil an ganz Celeste. Viele der Level sind auch erinnerungswürdig und das letzte Level, das man durch das Finden von unfindbaren Herzen freischalten muss, ist ein sehr würdiges letztes Level und eine tolle Herausforderung.

Das Leveldesign ist einerseits meisterhaft, andererseits durchschnittlich. Meisterhaft ist die genaue Gestaltung der einzelnen Räume. Obwohl es wenig Spielräume gibt, lassen sie oft mehrere Lösungen zu. Dabei gibt es aber nur selten einen "easy way out". Ich hatte wirklich viel Freude daran, durch Ausprobieren und Knobeln den besten Weg durch die Hindernisse zu finden. Was mir weniger gut gefallen hat, ist dass der hohe Schwierigkeitsgrad im Hauptspiel nahezu vollständig auf das Erreichen der ausschließlich optionalen Erdbeeren beschränkt ist. Ohne die Erdbeeren ist Celeste so leicht wie NSMB ohne Münzen. (Mit Erdbeeren aber schwerer als NSMB mit Münzen!). Nur dass die Münzen in Mario etwas bringen und nicht nur fürs Ego sind. Zudem ist die Gesamtstruktur der Levels aus meiner Sicht nicht so grandios wie die der Einzelräume. Das Pacing ist gut, aber im Grunde ist es weitgehend eine Abfolge an Räumen, die kaum eine übergeordnete Struktur haben - auch wenn alle möglichen Reviews und Entwickler-Matt selbst etwas anderes postulieren. Es gibt gelegentlich nette, offen gehaltene Gebiete, so dass es nicht total schlauchig ist, aber wenn man das ganze Klimbim weglässt, sind das einfach Plattformingherausforderungen, die (sinnvoll und stimmig) aneinandergereiht werden.

Dann sind da die B-Seiten. (Und die C-Seiten). Die sind einfach pures Gameplay und wirklich gut designt, aber für mich seltsam unmotivierend. Ich habe es einigermaßen gut durch die ersten drei B-Seiten geschafft und wenig Verlangen, die anderen noch durchzuspielen. Ich habe insgesamt ein Problem mit Post-Game-Content, aber eigentlich nicht in Plattformern. Ich war irgendwann froh, durch zu sein. Hat auch mehr als zehn Stunden gedauert, um dorthin zu kommen, wo ich nun stehe. Das einzige, was mich antreibt, ist dass @Zelos mich sonst nervt. Mehr Lust hätte ich, die fehlenden Erdbeeren zu holen, die dankbarerweise angezeigt werden und leichter zu holen sind, weil man nach Abschluss eines Levels einzelne Segmente anwählen kann und jederzeit das Level verlassen.

Celeste macht also sehr viel richtig. Es hat ein tolles, einzigartiges Kerngameplay, eine stimmige Atmoosphäre, gute Zusatzherausforderungen und einen netten Soundtrack. Es hat mich nur nicht so gepackt wie ich gedacht hätte. Axiom Verge, Hollow Knight und sogar Owlboy haben mich auf einem Level angesprochen, das Celeste nicht erreicht hat. Vielleicht waren die Vorschusslorbeeren zu groß (wobei sie das bei den anderen auch waren), aber ich spüre aus mir heraus viel weniger das Verlangen, jede Herausforderung zu bestehen als bei anderen Spielen. Celeste ist nicht der beste Hardcore-Plattformer, es erzählt auch nicht die beste Geschichte, es hat nicht die beste Atmosphäre und auch nicht das beste Leveldesign. Aber es ist in allen Bereichen sehr weit vorn dabei und im Gesamtpaket deshalb vielleicht einer der rundesten Indie-Titel. Zudem macht es viel, um keine Spieler zu vergraulen und zwar mit Erfolg. Auch die vorbildliche Einbindung eines "Assist-Modes" darf man loben. Das alles reicht für hohe Anerkennung und für ein "Durchsuchten" zumindest des Hauptspiels, aber es reicht nicht für dieses besondere Gefühl, das ich gegenüber besonderen Spielen habe. Celeste hat mich einfach nicht so glücklich gemacht, wie ich gedacht hätte.
8,5


The Gardens Between

The Gardens Between ist ein Puzzlespiel, das mit Zeitmanipulation arbeitet. Die einzige Interaktion, die man als Spieler hat ist, die Zeit vor- und zurückdrehen zu lassen sowie gelegentlich per Knopfdruck die Figuren einen Schalter bedienen zu lassen. In jedem Level ist das Ziel, die Figuren, die sich bei Voranschreiten der Zeit selbständig vorwärts bewegen, mitsamt einer Art Laterne zum Ziel zu bringen. Dafür muss man aber nicht nur das "Licht" für die Laterne sammeln, sondern dieses Licht auch an "dunklem Licht" vorbeibringen, das es erlöscht, wenn man ihm zu nah kommt. Zudem gibt es bestimmte Passagen, die sich nur mit und andere, die sich nur ohne Licht passieren lassen. Das klingt alles sehr simpel, aber den Entwicklern ist erstaunlich viel eingefallen, um kreativ mit diesem beschränkten Bewegungsapparat umzugehen. Manchmal muss man die Zeit an einem ganz bestimmten Zeitpunkt einfrieren, um z.B. einen Wassertropfen dauerhaft an einem Kabel zu halten und einen Kurzschluss zu erzeugen. Oder man muss auf einer Telefontastatur durch vor- und zurückspringen der Figuren einen Code eingeben, den man vorher entdeckt hat. Oft beschränkt sich das Spiel aber nur auf das Beobachten des Hintergrundes, damit man z.B. den richtigen "Träger" für das Licht findet, der dieses heil an allen Gefahren vorbei an den richtigen Ort trägt. Das Spiel ist dabei kreativ und liebevoll umgesetzt und erzählt eine sehr simple, aber am Ende des Spiels doch effektive Geschichte von der Freundschaft zwischen zwei Nachbarskindern (die eben in "The Gardens Between" spielen), die ihre gemeinsamen Erinnerungen durchleben. Und obwohl ich vieles an dem Spiel mag und einige Ideen wirklich toll sind, ist die reale Tätigkeit, nämlich einfach nur das Vor- und Zurückspulen per Knopfdruck, das oft auch unnötig langsam erfolgt, sehr unbefriedigend. Es fehlt jede Immersion und langes Knöpfehalten trägt dazu wirklich überhaupt nicht bei. Es ist immer mal schön, wenn man ein Rätsel gelöst hat, aber letztendlich sind diese zwar kreativ, aber fast nie wirklich fordernd. Man gleitet so durch die ohnehin sehr wenigen Level durch, indem man Knöpfe gedrückt hält. Es ist zu wenig, zu leicht und zu unbefriedigend, um es wirklich zu empfehlen. Aber trotzdem Respekt für das, was in diesem beschränkten System erreicht wurde.
6


The First Tree

Was für ein unerträgliches, selbstbezogenes Kackspiel. The First Tree ist wie Dear Esther, nur hässlicher und weniger subtil. Wenn jemand bösartig eine Parodie auf Emo-Hipsterspiele zeichnen würde, müsste er dieses Spiel beschreiben. The First Tree ist ein weinerliches, schlecht geschriebenes, schlecht gesprochenes, kitschiges Werk, das die Zeit des Spielers raubt wie ein von sich selbst besessener Teenager, der seine Probleme für die einzig relevanten auf der Welt hält. Es bietet keine Schönheit, keine Identifikationsfläche und löst keine Betroffenheit aus. Man will den Protagonisten einfach nur zurück in den Schlaf prügeln. Also worum geht es?

Man steuert einen sehr hässlichen und unsagbar scheiße animierten Fuchs durch kitischige Naturgemälde und folgt Leuchtepunkten. Während man das tut, ergießen zwei Sprecher ihren nächtlichen Dialog über den Spieler zu trauriger Pianomusik von der Stange. Der Erzähler kann nicht schlafen und berichtet seiner Partnerin von seinem Verhältnis zu seinem Vater, der kürzlich verstorben ist. Der wirklich untalentierte Sprecher lässt keinen Platz für Interpretation: Er möchte den Spieler teilhaben lassen an seiner Traurigkeit über diesen Verlust und reiht triviale Anekdoten über seine Kindheit aneinander. Zu keinem Zeitpunkt kommt das zu etwas Großem zusammen, zu keinem Zeitpunkt gibt es eine Pointe oder etwas, das mich wirklich erreicht hätte. Nur Kitsch, Kitsch, Kitsch und Triviales. Das "Gameplay" besteht aus langsamem Gehen, das zu nichts Nütze ist, außer um die Qual zu verlängern und vermutlich, um "die Atmosphäre besser wirken zu lassen" oder etwas schnellerem Laufen und einem Sprung/Doppelsprung. Der Doppelsprung ist die schlechteste Animation, die ein Fuchs je erhalten hat. Der Fuchs steuert sich eher wie ein Schiff oder eine Bahn als wie ein Tier und man muss mit ihm unsäglich große leere Gebiete durchstreifen. Die meiste Zeit läuft man einfach nur durchs Nirgendwo. Man kann wild verstreute Kugeln einsammeln, die am Ende dann die Zeichenzahl bestimmen, die man für eine Nachricht an andere Spieler hat und an zentralen, gut leuchtend markierten Punkten Erinnerungen "ausgraben", die dann zu einem weiteren schlimmen Monolog führen. Es gibt dann noch genau eine weitere "Mechanik", nämlich Schmetterlinge, die einen höher springen lassen, wenn man sie einsammelt. Das macht man genau dreimal. Zweimal zum Lernen und dann kommt das einzige Rätsel des Spiels: Man muss drei Schmetterlingsfamilien einsammeln, ohne dabei zu springen. Dazu muss man rausfinden, welchen man zuerst einsammelt und welche man erreichen kann, ohne zu springen. Diese Leistung ist die einzige, die vom Spieler verlangt wird. Aber macht ja nix, kann ja ein guter Walking Simulator sein. Nur leider sind die Landschaften alle gleich kitischig und blöd und leider rennt man permanent in unsichtbare Levelwände wie 1996. Das große, weite Land - was mag wohl dort hinten sein? Ah, keine Ahnung, hier ist eine unsichtbare Wand scheinbar mitten im Level. So trainiert einen das Spiel frühzeitig, von Leuchtpunkt zu Leuchtpunkt zu steuern und zu hoffen, dass der Erzähler endlich seine Schnauze hält.

Und dann kommt das Ende. Der große Twist, von dem alle sprechen. "Alle". Die paar Leute, die im Internet geschrieben haben, es sei eine ganz besondere Erfahrung für Freunde narrativer Spiele. Und ja, er hat tatsächlich Wirkung. Es ist eine gute Idee, die im Ende des Spiels nach etwa 1-2 Stunden steckt. Wäre es eine gute, gut präsentierte Story gewesen, hätten an der Stelle sicher viele geweint. Vielleicht sogar ich. Aber wer eine gute Idee hat, hat noch kein gutes Spiel. Und wer so einen Müll drumrum baut. macht sich die eigene Idee kaputt. Die blöden Schwätzer, die mir das Spiel in 10/10-Reviews empfohlen haben, möchte ich aufsuchen und schütteln: Nur, weil man mit einem Tier zu Pianomusik durch bunte Natursettings läuft, spielt man noch kein bewegendes Autorenwerk.
1,5

2019
Hollow Knight - 10
Resident Evil 2 Remake - 10
Ittle Dew 2+ - 10
The Messenger - 9
Owlboy - 9
Celeste - 8,5
Yoku's Island Express - 8
Cave Story+ - 8
Donut County - 7,5
Minit - 7
The Gardens Between - 6
Battle Chef Brigade - 5,5
Bleed - 5
The Temple of No - 1,5
The First Tree - 1,5

2014-2015
2016-2017
2018
 
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Rusix

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2 September 2016
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Schaumburg
Erstmal danke, dass du mich vor 'The First Tree' bewahrt hast. Habe doch einige Male damit geliebäugelt. Puh, knappes Ding alda, knappes Ding!

Und du hast Owlboy gespielt... Yeah, endlich mal einer! Bist du noch dabei?
Mich würde deine Kritik sehr interessieren.
Ich denke noch immer gerne an das Spiel zurück.

Und der Biber spielt mal eben Celeste auf'm Klo durch. Du bist mein Held! :ugly:

Aber irgendwas sagt mir, dass Zelos das noch toppen kann ;)
 
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Biber

GUF Veteran
25 August 2016
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Hamburg
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Erstmal danke, dass du mich vor 'The First Tree' bewahrt hast. Habe doch einige Male damit geliebäugelt. Puh, knappes Ding alda, knappes Ding!

Und du hast Owlboy gespielt... Yeah, endlich mal einer! Bist du noch dabei?
Mich würde deine Kritik sehr interessieren.
Ich denke noch immer gerne an das Spiel zurück.

Und der Biber spielt mal eben Celeste auf'm Klo durch. Du bist mein Held! :ugly:

Aber irgendwas sagt mir, dass Zelos das noch toppen kann ;)
9/10 für Owlboy
 
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Rusix

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2 September 2016
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Ich hab’s im Krankenhaus noch mal durchgespielt während meine frau auf stärkere Wehen gewartet hat :ugly:
That's the spirit! Genau das meine ich, genau DAS! :ugly:

Cok tamam güzel Biber!

Freut mich richtig, dass dir Owlboy so gut gefallen hat. Ich habe es ähnlich gut gesehen wie du. Es ist wahrlich kein Gameplay-Meilenstein, aber so ne richtig kleine, charismatische Perle. Yes :)

Spielt Owlboy Leute!... Und Celeste (auch an mich gerichtet). ^^
 
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