Interessantes und Kurioses aus der Videospielwelt

GamepadRanger

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25 August 2016
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In Ordnung, aber ich finde auch nicht, dass hier in irgendeiner Form ein Rollenklischee aufgedrückt wird. Sie wirkt sehr gut informiert und ist voll in der Thematik drin. Das widerspricht viel mehr dem gängigen Klischee, dass "die Freundin" keine Ahnung von der Materie hat.
 

Zelos

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Ich sehe das halt auch nicht. Bei spielen die sie interessieren scheint sie ja auch mitzuspielen wie zb im smash Video. Aber natürlich ist das gleich wieder sexistisch wenn eine Frau smash bevorzugt und bei souls kein Interesse am selber spielen hat.
 
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Lottogewinner

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Danke.
Ich sehe das halt auch nicht. Bei spielen die sie interessieren scheint sie ja auch mitzuspielen wie zb im smash Video. Aber natürlich ist das gleich wieder sexistisch wenn eine Frau smash bevorzugt und bei souls kein Interesse am selber spielen hat.
Wenn sie das Interesse nicht hat, voll ok. Wenn man unterstellt, dass "Frauen so sind", dann ist es sexistisch. Und mit der Konnotation spielt die Videoreihe halt schon. Nicht auf einem besonders schlimmen Level und ja, unterhaltsam sind sie auch, wurde hier ja auch von niemandem in Abrede gestellt. Aber das hat halt ein Geschmäckle, wie man so schön sagt - und das braucht es halt nicht.
 

Sidewalkwalker

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25 August 2016
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Danke.
Aber natürlich ist das gleich wieder sexistisch wenn eine Frau smash bevorzugt und bei souls kein Interesse am selber spielen hat.
Es geht hier nicht um Political Correctness oder das groß-polemische "was man heutzutage überhaupt noch sagen darf". Du darfst alles sagen und alles finden, wie Du willst. Es geht um mehr als eine Faustregel für richtig und falsch.

Geschlechterrollen sind nicht vom Himmel gefallen, sie sind konstruiert. Sie sind so erfunden wie die Farbzuordnungen Blau und Rosa. Wer sich ernsthaft damit beschäftigt, will herausfinden, warum und in welcher Weise sich diese Stereotypen entwickeln und welche Auswirkungen sie haben. Leider ist bei diesen Auswirkungen der Übergang von denkwürdiger Interessensverteilungen zwischen den Geschlechtern bis hin zur Aufteilung in Menschen erster und zweiter Klasse ein fließender. So wie in Waschmittelwerbung ausschließlich Frauen (und suggerierte Mütter) auftauchen, so stößt auch diese Videoreihe ins gleiche "Frauenzimmer"-Horn. Damit ist sie so fortschrittlich wie dieses Machwerk.

Öffentlichkeit und Reichweite erübrigen jede Argumentation im Sinne von "sie will das ja selbst so". Mach, was Du für richtig hältst, aber wenn Du Dich in einem öffentlichen Raum auf etwas beziehst (hier: auf ein Klischee), gibst Du einen Kommentar ab. Der kann Dinge bestätigen oder in Frage stellen. Girlfriends Reviews hat sich nicht für Letzteres entschieden.

Manchmal wirkt so ein Diskurs sehr akademisch und realitätsfern, zugegeben. Dieser Sexismus ist fast unsichtbar, gerade aus einer privilegierten Position heraus. Und doch ist er genauso real und wirksam, wie Nintendos 80er-Jahre-Entscheidung, Games ausschließlich als "Spielzeug für Jungs" zu vermarkten. Seitdem ist "wie ein Mädchen spielen" eine Beleidigung.

Das Thema ist komplex, und oft schwierig, eben weil es so gut eingebettet ist - es fühlt sich alles normal, selbstverständlich und selbstbestimmt an. Wie gewaltig die Strukturen aber auf uns und unsere Denke wirken, kann man sich oft ganz einfach verdeutlichen, indem man Szenarien umkehrt. Ist ein Boyfriend's Review denkbar? Was, wenn Mario ein Kleid tragen würde und von Klempnerin Peach gerettet würde? Und wieso glaubt meine Autokorrektur gerade eigentlich, dass Klempnerin keine valides Substantiv ist?

Das schwierigste an der Diskussion ist, dass wir, vermutliche jedeR von uns, unsere kostbaren Identitäten auf den Normen aufgebaut haben, die wir erlernt haben. Diese Normen beinhalten auch Annahmen über Geschlechter, Charaktere, Verhältnissen und Freiheit. Wer sich diesen Grundannahmen kritisch nähert, begibt sich auf sensibles Terrain. Deswegen ist auch der "ich habe (m)eine Frau dazu befragt"-Test kein Indikator für irgendwas. Geschlechterrollen in Frage zu stellen, bedeutet automatisch sich selbst in Frage zu stellen. Und hell, das ist schmerzhaft, manchmal sogar zutiefst bedrohlich, das kann ich jedem hier schriftlich geben. Und außerdem ein Prozess, der nie vorbei geht.
 

Yoshi

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Hagen
Geschlechterrollen sind nicht vom Himmel gefallen, sie sind konstruiert. Sie sind so erfunden wie die Farbzuordnungen Blau und Rosa.
Ganz so einfach ist es nicht, das hängt ein wenig von der spezifischen Geschlechterrolle ab, weil manche Geschlechterrollen mit Handlungen assoziiert sind, die bei bestimmten Hormonlevels positiver wahrgenommen werden oder die durch gewisse Hormone begünstigt werden. Aggressivität und Kompetitivität werden beispielsweise durch Testosteron begünstigt. Geschlechterrollen, die stark an Aggressivität und Kompetitivität geknüpft sind, sind also nicht so frei erfunden wie die Farbzuordnungen (die tatsächlich Willkür sind), sondern haben (auch) eine biologische Ursache. Auch da ist es natürlich wichtig, im Kopf zu behalten, dass auch hiermit nur eine Aussage über statistische Häufungen getroffen werden kann und es der Individualität von Menschen nicht gerecht werden würde, diese Rollenzuschreibungen als fixe Eigenschaften auf Individuen zu projezieren, aber es ist denke ich auch keinem geholfen, wenn man Geschlechterrollen pauschal als strikt gesellschaftlich bedingt bezeichnet.
 

Zelos

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Glücklicherweise hat yoshi schon den Dreh und Angelpunkt herauszitiert. Eine ‚Annahme‘ auf der sich deine ganze Argumentation des Beitrags stützt. Ich glaube nicht daran, dass sie ausschließlich konstruiert sind. Jeder ist damit einverstanden dass Affen und Schweine 97-99% der selben erbinformationen wie menschen haben aber wenn es darum geht zu glauben dass die eigene seele und das eigene Wesen durch Gene und einem hormon-Cocktail voreingestellt ist, dann ist das alles plötzlich humbug. Es gibt auch bei anderen tierarten außer den Menschen unterschiedliches Verhalten der Geschlechter innerhalb einer Art. Sind die auch 100% konstruiert?

Und was an dem Buch so schlimm sein soll verstehe ich nicht. Es stürzt sich hauptsächlich auf Biologische Erklärungen und versucht jede Studie zumindest eine Quelle mit anzugeben. Außerdem legt es wert darauf klar zu machen dass keine Rolle besser ist, sondern jede gleichwertig und Akzeptanz der Unterschiede wichtiger ist als die Unterschiede zu verneinen, wie es hier gerade getan wird. Aber natürlich ist das Buch auch schon was älter und nicht wissenschaftlich und ich will es nicht in jeder Hinsicht verteidigen.
 

Lottogewinner

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Boah Zelos, der erste Absatz ist ganz dünnes Eis. Wenn ich alles auf die Biologie schieben kann, Spitzenausrede. Ein bisschen weiter ist der Mensch halt schon, als sich rein von Hormonen leiten zu lassen. Der Mensch-Tier-Vergleich ist einfach evolutionärer Totalunfug.

Und Yoshi argumentiert ein bisschen am Punkt vorbei, weil Sidewalkwalker dem ja gar nicht widerspricht. Seine Ausgangsposition ist auch keine Annahme. Das ist belegbar Tatsache. Er sagt ja nicht, dass Geschlechter konstruiert sind, sondern, dass GESCHLECHTERROLLEN konstruiert sind. Das hat mit der Biologie erstmal herzlich wenig zu tun. Stichwort rosa und Waschmaschine.

Ich würde sonst auch sagen, dass man das Thema langsam beenden kann. Lest alle noch mal Sidewalkwalker exzellenten Beitrag, aber im Endeffekt ist alles gesagt. Und die Diskussion verlief ja auch noch recht erwachsen.

Jetzt aber zurück zu Interessantem und Kuriosem aus der Videospielwelt.
 
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Sidewalkwalker

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Ich denke auch, dass wir uns, wenn wir weiter machten, im Kreis drehten. Trotzdem glaube ich, war/ist der Austausch hier wertvoll.

Danke @Lottogewinner fürs Herausstellen des Rollen-Begriffs. That's the point. Geschlechter sind - offensichtlich - verschieden (d'uh), aber der Tanz, den wir darum machen, ist größer und prägsamer als diese überschaubare XX/XY-Dichotomie.

@Yoshi, über den biologistischen Standpunkt - dessen Annahmen, soweit ich weiß, in den letzten Jahren auch zunehmend verworfen, verändert, erneuert werden - tauschen wir uns dann mal bei einem der nächsten Diskussionsimpulse aus. ;)
 

Yoshi

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Ich denke auch, dass wir uns, wenn wir weiter machten, im Kreis drehten. Trotzdem glaube ich, war/ist der Austausch hier wertvoll.

Danke @Lottogewinner fürs Herausstellen des Rollen-Begriffs. That's the point. Geschlechter sind - offensichtlich - verschieden (d'uh), aber der Tanz, den wir darum machen, ist größer und prägsamer als diese überschaubare XX/XY-Dichotomie.

@Yoshi, über den biologistischen Standpunkt - dessen Annahmen, soweit ich weiß, in den letzten Jahren auch zunehmend verworfen, verändert, erneuert werden - tauschen wir uns dann mal bei einem der nächsten Diskussionsimpulse aus. ;)
Vielleicht sollte man die Diskussion einfach ausgliedern und ins Off Topic verschieben.

Ich glaube nicht, dass eine harte Wissenschaft den Einfluss von Geschlecht auf Hormone und von Hormonen auf Verhalten verneint hat (mir ist bewusst, dass einige Sozialwissenschaftler das biologische Geschlecht als soziales Konstrukt bezeichnen, das ist aber meines Erachtens ziemlich offensichtlicher Unfug - oder eine reine Formalität, weil alles, was Menschen in Begriffe fassen, natürlich in eben diesem Sinne ein soziales Konstrukt ist). Der Einfluss von Testosteron auf Aggressivität ist ziemlich objektiv beim Testosteron-Doping zu beobachten. Das ist ein Fakt.

Ich wollte auch übrigens nicht sagen, dass dein Posting Unfug wäre, es ist ein sehr gutes Posting, ich fand nur die zitierte Aussage zu stark. Varianten wie "viele / der Großteil der Geschlechterrollen sind willkürliche menschengemachte Zuschreibungen, diejenigen die eine biologische (Teil-)Ursache haben, müssen trotzdem kritisch gesehen werden, wenn sie als Erwartungshaltung gegen Individuen gesetzt werden." mit ansonsten unverändertem Beitrag hätte ich aber als gut und sinnvoll erachtet.
 

Lottogewinner

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Vielleicht sollte man die Diskussion einfach ausgliedern und ins Off Topic verschieben.

Ich glaube nicht, dass eine harte Wissenschaft den Einfluss von Geschlecht auf Hormone und von Hormonen auf Verhalten verneint hat (mir ist bewusst, dass einige Sozialwissenschaftler das biologische Geschlecht als soziales Konstrukt bezeichnen, das ist aber meines Erachtens ziemlich offensichtlicher Unfug - oder eine reine Formalität, weil alles, was Menschen in Begriffe fassen, natürlich in eben diesem Sinne ein soziales Konstrukt ist). Der Einfluss von Testosteron auf Aggressivität ist ziemlich objektiv beim Testosteron-Doping zu beobachten. Das ist ein Fakt.

Ich wollte auch übrigens nicht sagen, dass dein Posting Unfug wäre, es ist ein sehr gutes Posting, ich fand nur die zitierte Aussage zu stark. Varianten wie "viele / der Großteil der Geschlechterrollen sind willkürliche menschengemachte Zuschreibungen, diejenigen die eine biologische (Teil-)Ursache haben, müssen trotzdem kritisch gesehen werden, wenn sie als Erwartungshaltung gegen Individuen gesetzt werden." mit ansonsten unverändertem Beitrag hätte ich aber als gut und sinnvoll erachtet.
Schreibt euch PNs. :)
Wir müssen jetzt nicht jede Nuance zu Tode diskutieren, das geht nämlich nicht nur am Thema des Topics sondern sogar am Thema der Diskussion zu der YT-Reihe vorbei.

Also, quasi offiziell als Admin, nochmal: Back to Topic. Danke.
 
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Biber

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25 August 2016
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Netter Umgang damit, hat aber überhaupt nichts mit der Kritik zu tun, die ich geäußert habe. Die Videos bleiben aus den genannten Gründen trotzdem sexistisch. Es geht um die Aufmachung, nicht darum, ob diese Person wirklich spielt, wirklich Ahnung hat oder eine bezahlte Schauspielerin ist. Aber alle Argumente wurde schon genannt. Der Elfenbeinturm suggeriert übrigens eine akademische, abgehobene Position, die nichts mit der Realität zu tun hat. Sexismus ist real.
 

Rusix

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Er ist real, aber auch nur ein Epiphänomen tiefere Ursachen. Die Gefahr besteht halt darin, diese Phänomene in Situationen zu projizieren wo sie nichts zu suchen haben oder aber andere bzw tiefere Wurzel haben können. Dann geht's leider sehr schnell Richtung Ivory Tower.

Dennoch handelte es sich um eine fruchtbare und wertvolle Diskussion mit guten Beiträgen - natürlich auch von dir Biber.

Letzlich stellt das Mädel ja nur klar wie ihre Videos gemeint sind bzw verstanden werden wollen. Es ist ihre spezielle Lebenssituation - keine Ungewöhnliche - und sie lädt einfach dazu ein mit ihr Spaß zu haben. Sie verfolgt mit dem Channel keine Agenda, aber auch das ist - wie man inzwischen weiß - streitbar.
 
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Yoshi

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9 August 2016
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Hagen
Auch Neonazis haben manchmal eine gute Seite und wenn es nur der Musikgeschmack ist, wie im Fall des brasilianischen Präsidenten:
 

Sidewalkwalker

Maschinenräumer
25 August 2016
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@Yoshi: es gibt nichts Gutes im Schlechten.


Was anderes, etwas älter, aber worth your time:

Gerade gegen Ende des Videos sagt Shaun ein paar kluge Dinge über Anti-SJW und implizit über den Begriff SJW selbst: Ein Konstrukt, schuld an allem, besonders an Deiner (ja, Deiner wie in Du da vor dem Screen) persönlichen Misere aber dumm genug, um lächerlich zu sein. Mnja. Merkste selber.