Interessantes und Kurioses aus der Videospielwelt

Sun

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20 November 2016
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Gerade gegen Ende des Videos sagt Shaun ein paar kluge Dinge über Anti-SJW und implizit über den Begriff SJW selbst: Ein Konstrukt, schuld an allem, besonders an Deiner (ja, Deiner wie in Du da vor dem Screen) persönlichen Misere aber dumm genug, um lächerlich zu sein. Mnja. Merkste selber.
Könntet ihr bitte wenn ihr Aussagen aus Videos für eine Diskussion benutzt, diese einfach mal schreiben. Keine Lust mir ein 24 Minuten Video anzuschauen um einer Diskussion folgen oder mich beteiligen zu können . :(
 

Z.Carmine

GUF Legende
25 August 2016
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Aber je weniger man zu einem Video schreibt, desto mehr Zeit hat man, sich an anderen Stellen zu mokieren, an was"SJW" jetzt schon wieder schuld sind. :prof:

Ich schaue kaum mal längere Videos an.
 

Yoshi

Moderator
Team
9 August 2016
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Hagen
@Yoshi: es gibt nichts Gutes im Schlechten.


Was anderes, etwas älter, aber worth your time:

Gerade gegen Ende des Videos sagt Shaun ein paar kluge Dinge über Anti-SJW und implizit über den Begriff SJW selbst: Ein Konstrukt, schuld an allem, besonders an Deiner (ja, Deiner wie in Du da vor dem Screen) persönlichen Misere aber dumm genug, um lächerlich zu sein. Mnja. Merkste selber.
Je nach Kanal gab es durchaus eine Kontroverse, siehe beispielsweise den Resetera-Thread zum Trailer, ab hier ist es eine eingestreute Diskussion in dem Thread: https://www.resetera.com/threads/doom-eternal-gameplay-footage.61214/page-4#post-11339381
Es ist also nicht wirklich eine erfundene Kontroverse, sondern eher eine die hochstilisiert wird. Dass gleichzeitig im wesentlich weniger aktiven NeoGAF wahrscheinlich mindestens so viele Postings darüber gemacht wurden, wie lächerlich ist, dass "Resetera" (nicht etwa einzelne User im Resetera, sondern selbstverständlich das Resetera) sich daran stört, ist aber unbenommen.

Social Justice Aktivisten, die Videospiele und Videospielhersteller angreifen, wenn ihnen irgendein Inhalt oder Entwickler nicht gefällt gibt es natürlich aber dennoch korrekt. Beispielsfälle sind Yooka-Laylee, A Hat in Time (beide: JonTron) und zuletzt Catherine. Das Antagonisieren und das Produzieren von Hassvideos (und NeoGAF-Threads) über jeden Furz den irgendein Reseteraner nicht mag ist aber natürlich ein ziemliches Problem.
 

Sidewalkwalker

Maschinenräumer
25 August 2016
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Ist "SJW" überhaupt noch ein aktuelles Ding?
Ich wünschte nicht, denn es steht ungefähr auf einer Stufe mit „Feminazi“ und „Klimagöre“.

Könntet ihr bitte wenn ihr Aussagen aus Videos für eine Diskussion benutzt, diese einfach mal schreiben. Keine Lust mir ein 24 Minuten Video anzuschauen um einer Diskussion folgen oder mich beteiligen zu können . :(
Ich hab das Teilen von Videos bisher nicht als tl;dw-Service verstanden.

Und mh, so im Nachlesen: hab ich nicht genau das gemacht? Die m.E. interessante Botschaft paraphrasiert? :)
 

Zelos

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24 August 2016
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Meine Frau hat mal auf Instagram einen Teller mit Brot und Aufschnitt gepostet. Da war auch Salami mit auf einer Scheibe Brot. Und da hat gleich jemand gepostet dass sie es gar nicht gut findet dass sie in ihrer Schwangerschaft wohl Salami essen würde.

Das ist ein SJW oder?
 

Biber

GUF Veteran
25 August 2016
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Puh, das ist ein schwieriges Thema. Denn sowohl das Wegwischen von berechtigter Kritik als "SJW"-Gewäsch als auch die Person, die der werdenden Mutter vorhält, dass sie Salami isst, sind unerträglich.

Vielleicht ist die Lösung so: Der Begriff "SJW" ist an sich schon problematisch, genau wie der Begriff "Gutmensch" und sollte nicht als Kampfbegriff genutzt werden, um solche Dinge zu kritisieren. Dabei besteht nämlich immer die Gefahr, dass man nicht über die Sache redet, sondern Fronten aufmacht.

Vielleicht ist es einfach besser zu sagen: "Behalte deine Meinung über mein Wurstessverhalten in der Schwangerschaft bitte für dich. Ich finde es nämlich gar nicht gut, dass du mich darin belehren willst. Meine Schwangerschaft geht dich nichts an und im Übrigen ist das Verspeisen von Salami in der Schwangerschaft gar nicht mal so problematisch." Dann kann man, je nach Lust und Laune, noch irgendwelche Quellen über Ernährung in der Schwangerschaft austauschen oder es sein lassen.

Es wäre doch schön, wenn wir nicht ständig aus Schützengräben heraus miteinander reden würden. Wenn jemand in Ruhe gelassen werden will, kann man das freundlich sagen. Wenn man eine Diskussion suchen will, sollte man das sachlich tun.

Etwas anderes wäre es, wenn jemand sagen würde: "Ich finde es nicht gut, dass du Salami isst, weil der Fleischkonsum mit die schädlichste Wirkung auf unser Klima hat." Da wird es problematisch. Denn einerseits ist das Missionieren anderer immer unsympathisch und unangenehm und zudem führt es oft zu einer Replik wie: "Dann darfst du aber auch nicht nächste Woche nach Thailand fliegen", aber andererseits könnte man nicht sagen: "Lass mich in Ruhe, das geht dich nichts an!", weil es die kritisierende Person sehr wohl etwas angeht, wenn die Frühstücksbildpostende ihr mit ihrem Salamikonsum die Lebensgrundlage entzieht.

:)
 

Z.Carmine

GUF Legende
25 August 2016
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Ich bezweifle, dass Salamikonsum dieser Person die Lebensgrundlage entzieht! xD

(Klimaschutz als soziale Verantwortung passt aber sicher in die Themenbereiche, die "SJW" anziehen.)
 
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Sun

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20 November 2016
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Ok, hatte ich beim ersten lesen nicht richtig verstanden, also sorry. Bekomme auch wenig von diesen Begriffen mit und Klimagöre habe ich tatsächlich hier jetzt das erste mal gelesen. Nur den Gutmenschen lese ich ab und zu mal, der stört mich aber wenig, denn so sehr ich es auch versuche, ich kann den einfach nicht als Beleidigung ansehen. Ansonsten bin ich auch dafür, dass man diese Begriffe nicht verwenden sollte und wenn andere es machen, dann ignoriere ich das meist.
@Biber: Dein Beispiel finde ich kein missionieren, denn man sagt ja nicht, dass die andere Person es sein lassen soll, sondern man sagt nur seine Meinung dazu und das ist imo vollkommen in Ordnung.
 

Zelos

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Biber, sehe ich genauso. Anscheinend ist es sogar so gelaufen dass sie danach noch gequatscht haben und meine Frau ihr meinte sie soll sich mal an der frische Theke beraten lassen da sie wohl auch schwanger ist und das Fleisch vermisst. Anscheinend war die Formulierung aber auch nicht besonders harsch vielleicht nur mit einem geringschätzigen Unterton. (Irgendwie „Isst du wirklich das ganze rohe Fleisch?“)

Und irgendwie ist Formulierung auch einfach das A und O an der Sache.


Aber deinen letzten Absatz sehe ich nicht wirklich ein. Natürlich kann man sagen ‚das geht dich nichts an, was ich mache‘ (auch wenn ich persönlich sowas nie schreiben würde, erst recht nicht wenn ich ein Bild poste was man ja in der Regel für Aufmerksamkeit tut). Solange man legal bleibt.
 

Biber

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@Sun Naja, aber es wird schon als sehr aufdringlich und unhöflich empfunden, wenn man den Lebensstil anderer Menschen offen kritisiert. Also ich kann schon verstehen, dass man von erhobenen Fingern genervt ist. Eigentlich müsste man damit souverän umgehen können und seine Meinung dagegenhalten, ja. Nur leider gibt es eigentlich kaum eine Rechtfertigung für Fleischkonsum und deshalb kommt man da schnell in unangenehme Bereiche von Schuld und Scham. Mein Weg ist es auch,

Ich habe das ja auch sehr überspitzt humoristisch geschrieben. Mein ernsthafter Beitrag dazu waren die Absätze davor und die decken sich mit deiner Einschätzung, dass man Begriffe dieser Art vermeiden sollte.
 

Sidewalkwalker

Maschinenräumer
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Das Label Social Justice Warrior ist ausschließlich als Denunziation erdacht, geboren im Rechtsaußen-Milieu (Altright, Gamergate & Co). Der „Gutmensch“-Vergleich trifft es noch besser als meine Versuche. Wir müssen nicht darüber diskutieren, wer einer ist, wer nicht, was „sie“ wollen o.ä. Das ist keine valide Grundlage, weil es weder SJW noch Gutmenschen im Sinne der Erfinder gibt.

Wer wie weit soziale Verantwortung übernimmt und das ausgestaltet, wird nirgendwo diktiert. Tut das aber jemand in Form von Kritik (gerade bei emotional geladenen Themen), kommen die Schreihälse auf den Plan, die sich um ihre good-old-times betrogen fühlen – schließlich ist Kritik am Status Quo auch immer Reflexion des eigenen Tuns oder Nicht-Tuns. Die Label helfen dann dabei, eine Front aufzuziehen, bei der es „wir oder die“ heißt, und Feindbilder zu konstruieren, die es nie gab. Ein rhetorischer Trick, der das eigentliche Thema wegschiebt, ein Ablenkungsmanöver, ein Pappkamerad.

Man mag hier zur extremen Mitte tendieren, sofern man daran glaubt, dass die Wahrheit in allen Fällen irgendwo dazwischen liegt. Ich für meinen Teil kann aber nicht das kleinste bisschen Gutes in einer Haltung finden, die Soziale Gerechtigkeit als Konzept bagatellisiert oder verspottet – und ich verstehe auch niemanden, der das allen ernstes tut.

--
[edit]Sorry, das ging jetzt wenig auf die letzten Posts ein, dass der Begriff selbst ein Problem ist, hattet ihr ja auch schon viel postuliert.[/edit]
 
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Biber

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@Zelos - Ja, wie gesagt, das war eher humoristisch :) Und natürlich wird die Reaktion meistens und nachvollziehbarerweise sein "Das geht nichts an, was ich tue". Aber in Bezug auf die Schwangerschaft trägt das halt mehr als in Bezug auf das Klima. Das ist augenzwinkernd zu verstehen, aber es besteht eben ein Unterschied zwischen dem, was meine Privatsache ist und sozialer Verantwortung. Und angesichts der Entwicklung würde ich mich nicht wundern, wenn in Zukunft unser privater Umgang mit Ressourcen immer mehr zum sozialen Zündstoff wird und von anderen hinterfragt wird (nach dem alten Motto "Das Private ist politisch!"). Das ist nicht mein Weg, weil ich Dialog, Überzeugung und Argumente effektiver finde als Belehrungen und Verbote, aber faktisch sind es halt der individuelle Fleischkonsum, die individuellen Urlaubsreisen und die individuelle Mobilität, die die Welt vor gewaltige Probleme stellen. Da ist es schwer, einen guten Umgang zu finden.
 
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Ich muss ehrlich gestehen dass ich wenig an andere Menschen denke. Insbesondere die, die ich nicht kenne. Und wenn ich mal kurzstrecken zu Fuß gehe dann um Geld zu sparen und nicht um das Klima zu schützen.

Ich müsste aber lügen wenn ich sagen würde, dass mir meine Einstellung leid tut.

Macht mich das jetzt zum Teil des Problems? Warscheinlich schon, oder?
 
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Biber

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@Zelos - Ja, aber du bist nicht allein damit :) Im Grunde geht es mir persönlich nicht darum, dass man ganz bestimmte Dinge tut und andere lässt. Es muss nicht jeder auf Flugreisen verzichten und es muss auch nicht jeder Vegetarier sein oder seinen Müll kleinfalten oder was man sich noch alles ausdenken kann. Was ich mir aber wünsche ist genau das, was du an dir selber vermisst (bzw. gerade nicht vermisst) - ein Bewusstsein, dass man Teil des Problems ist und ein Bewusstsein, dass man einen Unterschied machen kann. Denn dann macht man ihn

Wenn jemand für sein Leben gerne Rinderfilet isst und sich bewusst dafür entscheidet, obwohl er weiß, dass er das eigentlich besser sein lassen sollte, dann kann ich das viel besser akzeptieren als wenn jemand sich gar keine Gedanken macht und Dinge verschwendet, die er vielleicht gar nicht braucht. Man muss nicht sklavisch jeden seiner Schritte hinterfragen und Sorglosigkeit ist auch ein wichtiger Wert, aber nach meiner Erfahrung kann man mit einigen wenigen zentralen Erkenntnissen schon viel vermeiden. Und wenn alle Menschen nur die Maßnahmen ergreifen würden, die sie nicht einschränken, hätten wir kein Problem. Deshalb ist ein Bewusstseinswandel schon mehr als die halbe Miete. Es wird manchmal so getan, als müsste man die ganze Lebensfreude wegwerfen oder zum Ökoexperten werden. Das ist nicht so.

Denn oft ist zwar nicht klar, was jetzt eigentlich schlimmer ist - das Plastik, das die Gurke haltbar macht oder das Wegeschmeißen der Gurken, die nicht in Plastik eingepackt sind? Die sechsmonatige Kühlung der Äpfel aus Deutscher Ernte bis in den Mai oder der Transport frischer Äpfel aus weit entfernten Ländern? Wenn man versucht, das zu durchsteigen, wird man wahnsinnig. Aber wenn man ein bisschen darauf achtet, nicht unnötig zu konsumieren, also auf Verzichtbares verzichtet und dazu die großen Kernbereiche Fleischkonsum, Energieerzeugung (z.B. Stromanbieter) und Transport etwas kritischer unter die Lupe nimmt, wäre schon viel gewonnen. Es ist eine Haltungsfrage.

Ich habe das Gefühl, ein luxuriöses Leben zu führen und nicht auf viel verzichten zu müssen, aber ich esse kein Fleisch, ich habe keinen Führerschein, ich fliege äußerst selten und quasi nie Langstrecke, beziehe Ökostrom, ich kaufe keine Klamotten, die ich nicht wirklich brauche, ich vermeide Plasikmüll, wo es einfach möglich ist und mache sehr viele weitere kleinere Dinge dieser Art.

Interessanterweise sind übrigens Grünenwähler in Deutschland die Wählergruppe mit dem höchsten CO2-Abdruck. Denn es gibt einen Haufen Leute, die für das grüne Gewissen ihren Jutebeutel und ihren togo-Becher haben und regelmäßig grün wählen, aber trotzdem zweimal im Jahr ins Flugzeug steigen und ihre Kinder zur Schule mit dem Auto fahren. Man muss sich schon fragen, was etwas bringt. Und am meisten bringt: Verzicht. Aber es ist einfacher, sich einen "susatainable mug" extra zu kaufen, als auf irgendwas zu verzichten. Deshalb ist der ganze Ökokram ja perverserweise inzwischen selbst ein Wirtschaftsfaktor geworden. Um den Planeten zu retten, kaufen die Leute immer mehr Zeug ein. Die Klimabilanz eines alten, energieuneffizienten Kühlschranks ist immer noch besser als die eines optimierten, den man aber neu kaufen muss. Nur, wenn etwas kaputt ist, sollte man es durch eine ökologischere Variante ersetzen. Aber das ist leider nicht im Sinne der Industrie, die uns neue Geräte verkaufen will und uns dabei verspricht, etwas Gutes für die Umwelt zu tun.
 
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