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Spielen mit Kindern

Yoshi

Well-Known Member
9 August 2016
2.116
27
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Hagen
#21
Was ich spiele ist auch für 3-4 jährige bedenkenlos! Trotzdem haben wir nicht vor, unseren Sohn vor dem Schulalter Videospiele spielen zu lassen. Also wir werden es auch ncith aktiv verhindern, aber eben auch nicht "bewerben". Ich hätte Sorgen, dass die multimediale Natur von Videospielen einen negativen Effekt auf die Aufmerksamkeitsspanne haben kann.
 
27 August 2016
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#22
Das wäre dann eine mögliche negative Folge. Ob Videospiele die Aufmerksamkeitsspanne oder Konzentrationsfähigkeit (in anderen Bereichen) negativ beeinflussen KANN weiß ich nicht, denkbar wäre es aber. Das hängt aber dann sicherlich vom Kind ab und es ist natürlich Aufgabe der Eltern das einzuschätzen und zu beobachten um dann gegebenenfalls einzugreifen. Bei meinen Kindern konnte ich jedenfalls nichts dergleichen feststellen, ganz im Gegenteil. Mein kleiner 4jähriger der wie gesagt öfters mal Videospiele spielt, hat auch viel Freude am Basteln. So hat er neulich ein Steckerbild gemacht, das hat über mehrere Tage mehrere Stunden in Anspruch genommen und er hat immer mal geflucht weil die winzig kleinen Steckerlein sich nicht gleich so platzieren ließen wie er es wollte. Er hat es aber beharrlich fertig gemacht und war dann ganz stolz drauf.

Bleibt für mich aber immer noch folgende Frage, zum Beispiel an Yoshi: wenn du negative Effekte bei einem z.B. 5jährigen Kind befürchtest, warum würdest du es ihm dann erlauben, wenn es von sich aus videospielen will? Dann könnten die negativen Effekte doch genau so eintreten?
 

Yoshi

Well-Known Member
9 August 2016
2.116
27
48
Hagen
#23
Ich habe keine belastbaren Informationen dazu, dass das tatsächlich der Fall ist, darum fände ich es zu limitierend von meiner Seite aus, es dem Kind zu verbieten, zumal ich dann, wenn das Kind wirklich Interesse daran hat, lieber bei den ersten Erfahrungen mit dem Medium dabei bin und auf mögliche Überforderung reagieren sowie die Spielauswahl beeinflussen kann.
 
24 August 2016
734
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#24
[quote quote=87402]<blockquote><div class="gdbbx-quote-title"><a href="https://www.gaming-universe.de/guf/topic/spielen-mit-kindern/#post-87374" rel="nofollow">Zeratul wrote:</a></div>Nur mit dem Unterschied, dass Videospiele ohne Zweifel auch negative Effekte haben können.
</blockquote>Welche negativen Effekte? Die Frage ist ernst gemeint. Theoretische negative Effekte bei Videospielen könnten sein: süchtigmachende Onlinespiele oder F2P Games bei denen man genötigt wird ganz viel Geld rein zu stecken. Das hat aber nichts damit zu tun, dass ich mit meinem vierjährigen Kind Mario Kart spiele.
Oder andersrum: du möchtest deine Kinder nicht von dir aus an Videospiele heranführen, weil es negative Effekte geben könnte. Warum dürfte es aber spielen wenn es es von alleine will? Sind die negativen Effekte dann auf einmal nicht mehr vorhanden?
Bücher können auch negative Effekte haben. Wurde hier schon im Thread genannt: Angst vor Eulen und Wölfen durch völlig harmlos erscheinende Kinderbücher. Spielplätze können auch negative Effekte haben, man kann sich ein Bein brechen. Es würde ja aber keiner auf die Idee kommen, seine Kinder erst mit 10 an Bücher heranzuführen oder auf Spielplätze zu lassen.[/quote]

Ich dachte du hättest alle Beiträge aufmerksam gelesen? ;-)

[quote quote=86921]Zudem gibt es schon auch Studien darüber, dass Videospiele gerade für Kinder durchaus auch negative Effekte haben wie z.B. Störung der Konzentrationsfähigkeit usw.. Kann man sich ja auch durchaus vorstellen, dass das je nach Spiel bei nem kleinen Kind zur Reizüberflutung führen kann.[/quote]

Das gilt natürlich auch nicht für alle Videospiele, aber in der Regel hat man schon sehr viele sehr schnelle Bilder mit vielen Effekten usw. usf. Die Kinder sind immer selbst aktiv, können daher schlecht damit umgehen etwas rezeptiv zu erlernen und haben eine sehr kurze Aufmerksamkeitsspanne. Natürlich gibt es auch Studien über positive Effekte von Videospielen (Verbesserung des räumlichen Denkens, des Multi-taskings etc.), aber die negativen Effekte sollte man natürlich nicht ignorieren.
Ich kann das auch aus meinem Berufsalltag so bestätigen. Ich habe einen 11-jährigen Schüler, der morgens um 5 Uhr aufsteht um VOR der Schule noch eine Stunde Fortnite zocken zu können. Nach eigener Aussage spielt er am Tag zwischen 7 und 8 Stunden. Man merkt auch in der Schule, dass man ihn im Gespräch mit den Klassenkameraden über nichts anderes reden hört. Das heißt da hätten wir schonmal "Sucht" als erstes großes Problem. Seine Aufmerksamkeitsspanne ist selbst für einen 11-jährigen unfassbar gering und ich habe selten einen verpeilteren Menschen gesehen. Zuletzt wollte er mir seine Mathehausaufgaben zeigen und hat dabei im Musikbuch geblättert. Erst als sein Nachbar ihn darauf hingewiesen hat, dass er die wohl kaum im Musikbuch finden wird, ist ihm das überhaupt aufgefallen. Und dieser Schüler ist absolut kein Einzelfall. Natürlich kann man in jedem Fall sagen "das muss ja nicht von den Videospielen kommen", aber es ist da wie gesagt schon eine ganz deutliche Tendenz zu erkennen.

Und zu dem Thema, warum ich meine Kinder nicht selbst hernaführen würde, es ihnen aber gestatten würde, wenn sie von selbst damit kommen: Wenn man etwas verbietet, wird es nur umso interessanter. Und mein Kind würde definitiv einen Weg finden irgendwo etwas zocken zu können, wenn ich es ihm verbiete. So hingegen kann ich ganz gezielt und kontrolliert entscheiden was das Kind spielt, wie lange und kann es aktiv begleiten.
Das ist ja ähnlich wie mit Süßigkeiten. Ich wette du gehst ja auch nicht zu deinen Kindern und sagst "Du hattest heute noch gar keine Schokolade. Hier hast du nen Kinderriegel!". Warum auch? Wenn sie keinen Bock auf Süßkram haben, muss man es ihnen ja nicht aufdrücken.
 

Biber

Well-Known Member
25 August 2016
2.020
41
48
Hamburg
www.youtube.com
#25
Ah. Ich will seit Tagen hier was zu schreiben, weil so viele Sachen gesagt wurden, die ich kommentieren möchte. Bevor ich ganz den Anschluss verliere nur kurz: Danke, Fledi für deine guten und interessanten Beiträge. Im Grunde triffst du genau den Kern dessen, was mich umtreibt. Natürlich werde ich meine dreijährige Tochter nicht vor ein Strobofeuerwerk mit superschnellen Schnitten setzen und den Raum verlassen. Aber ich lese ihr ja auch nicht die Leiden des Jungen Werther vor, sondern die Geschichte von Nils dem Nashorn (frei erfunden). Und ich gucke auch nicht Shining mit ihr. Und ich trage sie auch nicht auf einen Dreimeterturm und werfe sie ins Becken.

Ich finde, dass das alles sehr gesund und gut klingt, was du schreibst. Ich will meine Kinder auch nicht mit der Brechstange in die Videospielerei treiben, ich habe mich nur gefragt, ob ich über die natürlichen Grenzen hinaus (nur Dinge tun, die altersangemessen sind) grundsätzliche, gesellschaftlich normierte Vorbehalte gegen Videospiele mit Kindern habe, die so tief verwurzelt sind, dass sogar ich (und andere hier) sie teilen. Und ich finde deine Schilderung bestätigt, dass das ein bisschen so ist und nimmt mir hier die letzten Bedenken. Ich denke auch, dass es noch zu früh für sie ist, aber eben aus denselben Gründen, weshalb auch "Findet Nemo" noch zu früh für sie ist. Oder eben bestimmte Geschichten, vor denen sie sich noch gruseln würde.

Und bevor ich jetzt noch detaillierter werde, möchte ich dem Schokoladen-Argument von Zeratul entgegentreten: Richtig, ich muss ihnen den Schokoriegel nicht aufdrücken. Und ich tue es nicht, weil ich verhindern möchte, dass ihre kleinen Milchzähne Löcher kriegen, ihr Körper sich zu früh an regelmäßige Zuckerzufuhr gewöhnt und sie Bauchschmerzen kriegen. Kurzum: Weil Schokolade nicht gut für sie ist. Das ist aber ein schlechter Vergleich mit Videospielen. Denn die sind eben nicht pauschal ungesund für sie. Du würdest ja auch nicht sagen, dass du deinem Kind nicht das Lesen eines Buches aufdrücken würdest, wenn es nicht danach fragt. Oft macht sie was von alleine oder wünscht sich etwas, aber manchmal frage ich meine Tochter auch, ob sie Lust hat, was zu basteln oder ein Buch zu lesen. Und genauso könnte ich sie auch fragen, ob sie nicht Lust hat, mit mir Mario zu spielen. Und sobald ich das Gefühl habe, dass sie dafür alt genug ist, werde ich das wohl auch tun. Und als Ponk neulich bei mir war zum "Brüdern" und sie noch nicht im Bett, hat sie uns auch eine halbe Stunde bei Rayman Origins zugeguckt (was ziemlich brutal ist, wie ich feststellen musste =) )

Achso. Und der Fortnite-Junge. Das ist auch kein Argument. Der hat sicher keinen Fledi und keinen Zeratul und keinen Biber zu Hause als Papa sitzen. Das ist doch der ganz übliche Fehlschluss. Nur, weil Leute abhängig von etwas werden, unbegleitet sind oder andere Probleme haben, ist das kein Beleg dafür, dass die Sache an sich ursächlich ist. Eine soziale Schieflage bei Einzelnen ist sicher nicht darauf zurückzuführen, dass die Aufmerksamkeitsspanne aller Kinder grundsätzlich leidet, wenn sie irgendein Spiel spielen.

Und übrigens: Wir haben kürzlich zusammen das Labo-Motorrad fertiggestellt. Sie war ganz stolz darauf. Und als ich ihr dann gezeigt habe, dass man damit auch fahren kann, war sie völlig begeistert. Es war richtig gut, ihr dabei zuzusehen, wie sie am Labopappding die Bremse von ihrem Fahrrad wiedererkannt hat und sie gleich ausprobierte und fröhlich sagte: "Guck mal, Papa, man kann hier auch bremsen!". Das wusste ich in dem Moment noch nicht mal. Kurz darauf entdeckte sie, dass ein anderer Hebel die Hupe betätigte. Mit der Zeit konnte sie dann auch das Motorrad immer besser kontrollieren. Das hat sie alles von selbst entdeckt und es stand dem Ausprobieren ihres Fahrrades und darauf immer sicherer werden in nichts nach. Ihre Freude darüber, dieses Labo-Ding zu beherrschen war ähnlich, der Verstehens- und Lernprozess auch. Und seitdem das fertig ist, wollte sie noch zweimal damit fahren und jedes Mal hat sie das etwa zehn Minuten ganz konzentriert getan, manchmal mit meiner Hilfe, manchmal ohne. Das war es. Es ist jetzt einfach eine Sache wie Malen oder Basteln, nur dass sie deutlich weniger Raum einnimmt. Labo ist der ideale Einstieg in das Verständnis von Kontrolle über das, was auf dem Fernseher passiert. Weil es haptisch ist und echte Dinge imitiert. Das tut ein Controller nicht.
 
24 August 2016
734
7
18
#26
[quote quote=87671]
Und bevor ich jetzt noch detaillierter werde, möchte ich dem Schokoladen-Argument von Zeratul entgegentreten: Richtig, ich muss ihnen den Schokoriegel nicht aufdrücken. Und ich tue es nicht, weil ich verhindern möchte, dass ihre kleinen Milchzähne Löcher kriegen, ihr Körper sich zu früh an regelmäßige Zuckerzufuhr gewöhnt und sie Bauchschmerzen kriegen. Kurzum: Weil Schokolade nicht gut für sie ist. Das ist aber ein schlechter Vergleich mit Videospielen. Denn die sind eben nicht pauschal ungesund für sie. Du würdest ja auch nicht sagen, dass du deinem Kind nicht das Lesen eines Buches aufdrücken würdest, wenn es nicht danach fragt. Oft macht sie was von alleine oder wünscht sich etwas, aber manchmal frage ich meine Tochter auch, ob sie Lust hat, was zu basteln oder ein Buch zu lesen. Und genauso könnte ich sie auch fragen, ob sie nicht Lust hat, mit mir Mario zu spielen. Und sobald ich das Gefühl habe, dass sie dafür alt genug ist, werde ich das wohl auch tun. Und als Ponk neulich bei mir war zum “Brüdern” und sie noch nicht im Bett, hat sie uns auch eine halbe Stunde bei Rayman Origins zugeguckt (was ziemlich brutal ist, wie ich feststellen musste =) )[/quote]

Nein, Videospiele sind nicht pauschal ungesund. Wenn ein Kind Schokolade nur gelegentlich und in kleinen Mengen isst und sich regelmäßig anständig die Zähne putzt, verursacht das bei einem Kind aber auch keine Schäden. Ergo ist die genauso wenig pauschal schädlich oder in spürbarem Maße ungesund. Und dennoch würdest du es deinem Kind nicht von dir aus geben.
Deswegen drehen wir die Frage doch einfach mal um: Warum willst du denn dein Kind unbedingt aktiv an Videospiele heranführen? Nur damit man ein gemeinsamens Hobby hat, das sowohl dir als auch ihr Spaß macht? Ich wette da findest du genügend andere Aktivitäten.

Aber ich finds ehrlich gesagt scheiße, dass hier Leute als verbohrt dargestellt werden oder ihnen altertümliche Denkweisen nachgesagt werden oder was auch immer, nur weil man sagt, dass man sein Kind spielen lassen würde wenn es von selbst damit ankommt, ihm aber nicht mit 3 oder 4 Jahren nen Controller in die Hand drücken würde. Das ist schon deutlich offener als die meisten Menschen damit umgehen. Und mir erschließt sich wie gesagt auch der Sinn dahinter nicht, warum ich das so früh derart forcieren sollte.
 

Biber

Well-Known Member
25 August 2016
2.020
41
48
Hamburg
www.youtube.com
#27
Aber was macht die anderen Aktivitäten besser? Ich gebe meinen Kindern einfach ganz automatisch verschiedene Anreize und mache Vorschläge. Ich kaufe Stelzen, dann kann sie die ausprobieren. Wir haben Laufräder und Fahrzeuge und gehen regelmäßig in die Bücherhalle. Ich habe Bastelkram und coole Stifte. Ich frage, ob sie ins Theater will oder zum Konzert der Hexe Knickebein. Warum will ich sie aktiv daranführen? Weil ich ihr viele verschiedene Dinge zeigen will, mit denen man seine Zeit verbringen kann. Weil ich möchte, dass sie viel kennenlernt und sich selbst aussuchen kann, was ihr gefällt. Warum sollte ich Videospiele davon ausnehmen? Und ich glaube, dass am Schokokonsum erst mal nichts Gutes ist. An Videospielen schon. Es ist ja auch kein Forcieren, wenn ich genannte Stelzen kaufe oder meine Tochter frage, ob sie ins Theater will. Das würde niemals jemand hinterfragen.

Und es liegt mir fern, Verbohrung und Altertümlichkeit zu unterstellen. Meine Ausgangsfrage war ja, ob ich selbst vielleicht Vorbehalte haben, die keine Grundlage haben. Dann haben wir zunächst festgestellt, dass es durchaus gute Gründe gibt, da nicht zu stürmisch mit zu sein, genauso wie man gewisse Filme und Bücher erst später einführen sollte. Danach bleibt aber für mich die Erkenntnis, dass es nichts Grundsätzliches gibt, was dagegen spricht. Meine Erkenntnis bisher ist, dass es uns (mit Ausnahme von Fledi) allen ein bisschen so geht, dass wir da leicht reserviert sind, was ich bemerkenswert finde angesichts unseres Verhältnisses zu diesem Medium. Aber ich will das nicht kritisieren, es ist immer noch ein junges Medium und wir sind mit diesen Vorbehalten aufgewachsen. Es ist nur natürlich, dass wir da vorsichtig sind.
 
27 August 2016
180
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18
#28
Der Schokoladenvergleich passt wirklich nicht, da hat Biber vollkommen recht. Von zuviel Süßkram gibt es eine Menge schädliche Folgen, alle wissenschaftlich belegt. Übergewicht, Diabetes und faulige Zähne sind nur ein paar. Und da die Kids auch abgesehen von dem gelegentlichen Stück Schokolade überall mit Zucker zugebombt werden (zum Beispiel beim Schulessen), ist es durchaus legitim zu sagen man gibt seinen Kindern keine oder nur sehr wenig Schokolade generell und man will sie nicht von alleine daran führen. Das kommt notgedrungen von allein, zum Beispiel bei der Oma.

Bei Videospielen dagegen diskutieren wir gerade ob es möglicherweise negative Auswirkungen auf die Aufmerksamkeit haben könnte. Ich behaupte, dass das für gelegentliches Spielen mit Kindern nicht der Fall ist. Deswegen spricht für mich nichts dagegen.

Und ja, mein liebstes Hobby mit meiner Familie zu teilen ist ein sehr guter Grund für mich meine Kinder auch von mir aus auf die Idee zu bringen.
Du kannst das gerne machen wie du willst aber hier schädliche Wirkungen von gelegentlichem gemeinsamen Mario Kart spielen mit seinen Kindern zu konstruieren, ist schon irgendwie verbohrt, ja.


Online/Free2Play Games und mögliche negative Auswirkungen sind ein anderes Thema. Das betrifft ja keine kleinen Kinder mit denen man Mario Party spielt. Wie ich schon erwähnte ist mein großer (10 Jahre) begeisterter Fortnite Spieler. Er darf spielen wenn er seine Hausaufgaben und sonstige TODOs erledigt hat, und dann auch nicht unbegrenzt. Würden jetzt seine Leistungen in der Schule darunter leiden, würde ich irgendwie eingreifen. Ich betrachte das Thema aber sehr kritisch und beobachte es genau.

Das Thema Online-Sucht und so weiter ist sehr interessant, im alten Forum haben wir schonmal darüber diskutiert. Wollen wir dazu mal ein extra Thema starten?
 
24 August 2016
734
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#29
@Biber: Ich finde nunmal, dass Videospiele - genau wie Fernsehen z.B. auch - bei Kindern recht schnell zur Sucht werden können. Ich muss da nur an meine eigene Kindheit denken. Ich habe mein SNES afair mit 6 Jahren bekommen. Ich habe damals zwar auch Sport gemacht, Bücher gelesen und mit Lego und Playmobil gespielt, aber ich weiß, dass ich einen sehr großen Teil meiner Freizeit zu Hause mit Videospielen verbracht habe. Größtenteils mit Freunden, aber auch oft genug alleine. Und ich kann mich daran erinnern, dass meine Eltern mich auch das ein oder andere mal rausschicken mussten, weil ich von mir aus lieber drinnen geblieben wäre und gezockt hätte. Gerade Spiele wie A Link to the Past, das von dir gehasste Secret of Mana oder Lufia hatten damals eine ganz massive Sogwirkung auf mich.
Und sind wir mal ehrlich: Auch wenn man aktiv spielt, irgendwo ist es ja schon eine Art und Weise sich berieseln zu lassen. Fernsehen finde ich da wie gesagt wesentlich schlimmer, weil man da einfach nur konsumiert ohne selbst irgendwas zu tun. Bei Spielen ist das schon deutlich weniger der Fall, aber auch da ist man aufgrund der eingeschränkten Möglichkeiten ja doch auch irgendwo in seinen Ideen und in seiner Vorgehensweise beschränkt. Und ich finde es halt wichtig, dass Kinder ganz frei ausprobieren, kreativ sind und etwas schaffen wollen. Egal ob nun mit ihrem Körper (Stelzen, Klettern, Fußball, Turnen, Tanzen....) oder mit Gegenständen (malen, basteln, schreiben, mit Lego/ Bauklötzen bauen, Instrumente spielen...).
Deswegen sage ich ja: Ich habe nicht generell etwas dagegen, dass (m)ein Kind Videospiele spielt. Ich finde eben nur, dass ich es nicht dazu bringen muss, wenn es von selbst vollkommen zufrieden ist mit den Aktivitäten, die es sowieso schon hat. Denn durch die Videospiele würde für diese anderen Aktivitäten weniger Zeit bleiben. Und ich glaube das kommt auch ohne mein Zutun früh genug. ;-)

@FlediDon: Und erneut merke ich, dass du einfach nicht richtig liest oder verstehst. Es ist mir jetzt auch ehrlich gesagt einfach zu mühsam für dich immer und immer wieder alles doppelt zu schreiben und dir zu erklären, dass ich das eigentlich gar nicht gesagt habe was du mir gerade in den Mund legst. Von daher ignoriere ich dich von jetzt an bei dieser Diskussion einfach.
 
27 August 2016
180
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#30
@zeratul: Ich weiß nicht wo deine schlechte Stimmung herkommt, wenn ich was falsch verstanden habe, sags mir halt. Ich habe mich nicht auf deinen letzten Post bezogen, in dem du zugegebenermaßen gesagt hast "Nein, Videospiele sind nicht pauschal ungesund.". Aber in dem davor hast du noch Fortnite und das Kind was sich nicht konzentrieren kann als Gegenbeispiel erwähnt, darauf habe ich mich bezogen.

Und wenn du als Kind neben Videospielen auch viele andere Aktivitäten gemacht hast, sehe ich kein Problem darin dass du bei anderen Gelegenheiten auch mal lieber Videospiele gespielt hast. Zum Problem wird es nur, wenn man ständig spielt und alles andere, Freunde, Schule usw. vernachlässigt. Dann ist es eine Art Suchtverhalten und betrifft nicht nur Kinder.
 

Biber

Well-Known Member
25 August 2016
2.020
41
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Hamburg
www.youtube.com
#31
Dass Videospiele schnell zur Sucht werden können, liegt meines Erachtens vor allem daran, dass sie schlecht begleitet werden. Unsere Eltern hatten überhaupt keine Ahnung von dem Medium. Wenn man ein Kind mit etwas alleine lässt, ist das selten gut. Ansonsten haben Videospiele natürlich einen hohen Appeal und man muss aufpassen, dass sie andere Dinge nicht überlagern, aber da sehe ich überhaupt keine Gefahr, solange man das entsprechend vorlebt und nicht selber permanent davor hängt und sich für nichts anderes interessiert.

Beim Berieseln stimme ich dir nicht zu. Sicher ist es noch etwas anderes, mit den Händen eine Burg zu bauen oder Stelzenlaufen zu lernen, aber es ist sicher aktiver als Bücher zu lesen, was man auch als "Berieseln lassen" bezeichnen könnte und was nie im Verdacht ist, schädlich zu sein. Die Mischung muss halt stimmen. Und als einen Baustein unter vielen finde ich Videospiele gut. Unter anderem auch, weil ich es, wie Fledi sagt, schön finde, mein Hobby so ein wenig teilen zu können. Aber auch, weil ich von Videospielen als vielfältiges Medium sehr viel halte.

Ich sehe übrigens keine qualitativen Unterschiede in der Argumentation von Fledi und mir, weshalb ich mich auch etwas wundere, dass du so gereizt auf ihn reagierst. Ich habe nicht den Eindruck, dass hier irgendwer einen Vorwurf macht. Ich wollte eigentlich nur über das Thema sprechen und finde die bisherigen Beiträge von allen hier fast durchweg interessant und hilfreich.
 

Screw

Well-Known Member
26 August 2016
4.917
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#33
[quote quote=87807]<a href="https://www.gaming-universe.de/mitglieder/biber/" rel="nofollow">@biber</a>: Ich finde nunmal, dass Videospiele – genau wie Fernsehen z.B. auch – bei Kindern recht schnell zur Sucht werden können. Ich muss da nur an meine eigene Kindheit denken. (...)
Und sind wir mal ehrlich: Auch wenn man aktiv spielt, irgendwo ist es ja schon eine Art und Weise sich berieseln zu lassen. Fernsehen finde ich da wie gesagt wesentlich schlimmer, weil man da einfach nur konsumiert ohne selbst irgendwas zu tun. Bei Spielen ist das schon deutlich weniger der Fall, aber auch da ist man aufgrund der eingeschränkten Möglichkeiten ja doch auch irgendwo in seinen Ideen und in seiner Vorgehensweise beschränkt. Und ich finde es halt wichtig, dass Kinder ganz frei ausprobieren, kreativ sind und etwas schaffen wollen. Egal ob nun mit ihrem Körper (Stelzen, Klettern, Fußball, Turnen, Tanzen….) oder mit Gegenständen (malen, basteln, schreiben, mit Lego/ Bauklötzen bauen, Instrumente spielen…).[/quote]
Ich kann das nur bestätigen. Videospiele werden so konzipiert, dass sie eine Sogwirkung haben. Die darin enthaltenen Token-Systeme (künstliche Belohnungen, die Verhalten verstärken und so Sucht erzeugen) haben negative Auswirkungen auf die Realität und führen zur Vernachlässigung dieser. Sie sind Gift für eine freie Entfaltung.
 

Biber

Well-Known Member
25 August 2016
2.020
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Hamburg
www.youtube.com
#35
Es werden auch einfach nicht alle Videospiele so konzipiert, dass sie eine Sogwirkung haben. Zumindest keine "giftige". Sicher sollen (fast) alle Videospiele Spaß machen und den Spieler bei der Stange halten. Da kommen dann so Effekte zum Tragen wie die ständige Belohnung durch viele Abschüsse. Das wird ja sogar oft positiv hervorgehoben in Reviews - dass man einfach den Controller nicht ablegen kann. So ging es vielen von uns zuletzt bei God of War. Etwas problematischer sind da schon die "künstlichen Belohnungen" - das ist aber in dem Ausmaß, dass ich es für bedenklich halte, auch nicht die Regel. Diablo ist sicher ein Beispiel dafür, dass Spieler durch permanentes Aufleveln und Loot dazu getrieben werden, sich weiter durch die Horden zu klicken (sorry, Zelos). Noch schlimmer: Spiele, die mit wirklich fiesen Mechaniken gezielt darauf ausgelegt sind, die Spieler lange zu halten und zum Zusatzzahlen zu treiben wie Farmville etc. Aber das ist doch nicht die Regel.

Und der erste Fall (God of War) ist da nicht anders, als wie Bücher so geschrieben werden, dass sie dazu motivieren, weiterzulesen. Lustige Bücher sollten alle zwei Seiten einen Lacher haben. Brettspiele sind so konzipiert, dass man sie weiterspielt. Auf den Klappentexten von Büchern steht oft sowas wie: "Sie werden das Buch nicht aus der Hand legen können, bis Sie es beendet haben." Damit wird geworben! Mit dieser "giftigen Sogwirkung".
 

Yoshi

Well-Known Member
9 August 2016
2.116
27
48
Hagen
#36
[quote quote=87857]Auf den Klappentexten von Büchern steht oft sowas wie: “Sie werden das Buch nicht aus der Hand legen können, bis Sie es beendet haben.” Damit wird geworben! Mit dieser “giftigen Sogwirkung”.[/quote]

Vielleicht ist ja das implizite "danach aber schon" durchaus nicht unwichtig dabei.
 

Screw

Well-Known Member
26 August 2016
4.917
25
48
#37
[quote quote=87857]Auf den Klappentexten von Büchern steht oft sowas wie: “Sie werden das Buch nicht aus der Hand legen können, bis Sie es beendet haben.” Damit wird geworben! Mit dieser “giftigen Sogwirkung”.[/quote]
Die Sogwirkung des Lesens halte ich nicht für giftig, denn dadurch wird die Denk- und Formulierungsfähigkeit geschult. Im Gegensatz dazu nehmen Videospiele einem die Leistung ab, sich die fiktive Welt vorzustellen. Das ist ein großer Unterschied.
 
24 August 2016
734
7
18
#38
[quote quote=87848]Ich sehe übrigens keine qualitativen Unterschiede in der Argumentation von Fledi und mir, weshalb ich mich auch etwas wundere, dass du so gereizt auf ihn reagierst. Ich habe nicht den Eindruck, dass hier irgendwer einen Vorwurf macht.[/quote]

Ich wollte eigentlich darauf jetzt keine Zeit und Energie mehr verwenden, aber gut:

[quote quote=87806]Der Schokoladenvergleich passt wirklich nicht, da hat Biber vollkommen recht. Von zuviel Süßkram gibt es eine Menge schädliche Folgen, alle wissenschaftlich belegt. Übergewicht, Diabetes und faulige Zähne sind nur ein paar.[/quote]

Von zu viel Süßkram habe ich überhaupt nicht geredet. Dass das eine Menge Schäden verursacht, darüber brauchen wir hier wohl nicht zu reden. Ich habe aber explizit geschrieben, dass

[quote quote=87798]Wenn ein Kind Schokolade nur gelegentlich und in kleinen Mengen isst und sich regelmäßig anständig die Zähne putzt, verursacht das bei einem Kind aber auch keine Schäden. Ergo ist die genauso wenig pauschal schädlich oder in spürbarem Maße ungesund. Und dennoch würdest du es deinem Kind nicht von dir aus geben.[/quote]

Ergo argumentiert Fledi hier voll an dem vorbei, was ich geschrieben habe.

[quote quote=87806]Du kannst das gerne machen wie du willst aber hier schädliche Wirkungen von gelegentlichem gemeinsamen Mario Kart spielen mit seinen Kindern zu konstruieren, ist schon irgendwie verbohrt, ja.[/quote]

Das habe ich mit keiner Silbe irgendwo geschrieben, dass gelegentliches gemeinsames Mario Kart spielen eine schädliche Wirkung hat. Nicht mal im Ansatz oder etwas, das das impliziert. Also nicht nur, dass er nicht richtig liest, sondern hier werden mir sogar Worte in den Mund gelegt, die ich nie gesagt habe und mir deshalb gleichzeitig Borniertheit vorgeworfen. Und ja, das ist ein Vorwurf.

[quote quote=87848]Beim Berieseln stimme ich dir nicht zu. Sicher ist es noch etwas anderes, mit den Händen eine Burg zu bauen oder Stelzenlaufen zu lernen, aber es ist sicher aktiver als Bücher zu lesen, was man auch als “Berieseln lassen” bezeichnen könnte und was nie im Verdacht ist, schädlich zu sein. Die Mischung muss halt stimmen. Und als einen Baustein unter vielen finde ich Videospiele gut. Unter anderem auch, weil ich es, wie Fledi sagt, schön finde, mein Hobby so ein wenig teilen zu können. Aber auch, weil ich von Videospielen als vielfältiges Medium sehr viel halte.[/quote]

Du denkst jetzt aber auch nur an das, was man bei den jeweiligen Aktivitäten physisch aktiv tut. Beim Lesen brauchst du eine Menge Phantasie und Vorstellungskraft, um dir das vorstellen zu können, was da beschrieben wird. Beim Fernsehen und bei Videospielen nimmst du ja nur das wahr, was dir vorgegeben wird. Mal abgesehen davon, dass das Lesen von Büchern auch noch deinen Wortschatz erweitert und dein generelles Gespür für Sprache sowie deine Rechtschreibung verbessert.
Natürlich gibt es auch sehr kreative Videospiele, aber selbst die geben dir eben gemessen am Leben schon sehr enge Regeln und Möglichkeiten vor. Das merkt man des Öfteren, wenn man Leute im Kontakt mit Videospielen sieht, die sich nicht damit auskennen. Da fallen oft auch Sprüche wie "kannst du nicht das und das machen?" so als ob die Person auf dem Bildschirm da alles tun können müsste, was ein echter Mensch auch kann. Dass da hingegen die Anzahl der Aktionen stark begrenzt ist, ist dann häufig erstmal gar nicht so klar.
 

Biber

Well-Known Member
25 August 2016
2.020
41
48
Hamburg
www.youtube.com
#39
Wir reden hier über Dreijährige. Die gucken sich im Wesentlichen Bilderbücher an. Und wenn wir über echte Romane reden, dann bitte auch über narrative Spiele, die Leerstellen lassen und dem Spieler die Möglichkeit geben, sich Dinge vorzustellen, die nicht gezeigt werden.

@Yoshi: =)