Gaming-Universe

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29 August 2016
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Social Justice Warrior  – drei Worte, viele Reaktionen. Nicht zuletzt in der Gaming-Community. Doch was sind Social Justice Warriors, häufig einfach nur abgekürzt SJWs genannt, eigentlich?
Nun, ein in der heutigen Zeit häufig gehörtes Urteil lautet: Social Justice Warriors, oder auch kurz SJWs, sind fürchterliche Menschen, laut, nervig, arrogant, voreingenommen, sie befürworten Zensur und verschließen die Ohren vor allen, die nicht ihrer Meinung sind. So das landläufige Verständnis dieses Begriffs, in der Nische der Videogame-Communities, aber auch in weiteren (Rand-)Gruppen und Kommentarspalten, die sozialpolitische Themen entweder behandeln oder “aufgedrückt” bekommen. Und allein in dieser Definition stecken schon so viele Problematiken, dass ich kaum weiß, wie ich weitermachen soll.
Also fangen wir bei der Grundfrage an.
Was bedeutet Social Justice Warrior überhaupt?
Übersetzen wir diesen Ausdruck direkt: Kämpfer für soziale Gerechtigkeit. Klingt doch gar nicht so übel...
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Sidewalkwalker

Maschinenräumer
25 August 2016
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Danke für diese deutlichen Worte.

Soziale Gerechtigkeit ist kein Gag. Wir kommen um ein Stellen der Waagschale nicht herum, wenn wir wirklich eine faire Welt möchten. Feminismus ist wichtig. Ein Stoppen der Entklassifizierung von Minderheiten ist wichtig. Das Verständnis, dass Frauen die gleichen Rechte haben wie Männer, dass dunkelhäutige Menschen die gleichen Chancen und Voraussetzungen haben sollten wie hellhäutige, dass schwule Männer und lesbische Frauen ebenso normal sind wie Heteros, ist wichtig. Das ist, wofür eine aufgeschlossene Gesellschaft einstehen sollte.
Das ist alles sehr anstrengend und deswegen so wertvoll. Der zugrunde liegende Respekt vor Menschen ist der kleinste gemeinsame Nenner, auf den wir uns einigen können, der Grund, warum wir das alles anstreben sollten. Wer sich darauf nicht einlassen kann, entzieht sich selbst diesem notwendigen Miteinander (y'know, news flash: respect is mutual) und hat kaum ein Mandat, darüber mitzudiskutieren.


Das Wort "verlächerlichen" wird mein Wort der Woche. :)
 

Cube

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26 August 2016
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Keine Politik in meiner Unterhaltung! ...pfff, sorry, konnte nicht wiederstehen. :ugly:

Irgendwas vorgefallen? Scheint doch ein recht ungewöhnliches Thema für einen GUschen Kommentar.
 

Biber

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25 August 2016
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Wieso ist das Thema ungewöhnlich? Es gibt doch immer mal wieder Kommentare hier zu für die Branche relevanten Themen. Zukunft des Gamings, Games as a Service usw. Das passt da doch voll rein. Ich begrüße das sehr. „Deine Unterhaltung“ IST voll mit Politik. Ob man es will oder nicht. Trotz Ugly sollte man das festhalten.
 

tazel

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2 August 2016
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Sehr gelungener Artikel! Sollte eigentlich zum Grundlagentext für jeden erklärt werden, der erstmals mit dem Thema in Berührung kommt.
 

Screw

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26 August 2016
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Videospiele müssen sich am Mainstream orientieren, weil das finanzielle Risiko in dem Bereich sehr hoch ist. Das Problem ist aber, dass solche Medien die Jugend und damit die Gesellschaft sehr stark prägen. Ein Teufelskreis.
 

Cube

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26 August 2016
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„Deine Unterhaltung“ IST voll mit Politik. Ob man es will oder nicht. Trotz Ugly sollte man das festhalten.
Ja, muss man wohl leider besonders betonen.
Echt ein Rätsel, wie manche Personen "Politik-lose/neutrale Unterhaltung" herbeireden wollen. Wie soll das gehen? Selbst aus vermeintlich Handlungs-losen Werken kann man noch Meinungen/Aussagen herauslesen.
 
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Yoshi

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9 August 2016
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Ja, muss man wohl leider besonders betonen.
Echt ein Rätsel, wie manche Personen "Politik-lose/neutrale Unterhaltung" herbeireden wollen. Wie soll das gehen? Selbst aus vermeintlich Handlungs-losen Werken kann man noch Meinungen/Aussagen herauslesen.
Tetris, Sudoku, Nonogram (Picross), go!
 

Zelos

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24 August 2016
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Tetris ist rassistisch. Wenn man versucht alle verschiedenen Steine (rassen) in eine Reihe zu bringen, löst sich jedes Individuum auf.

Sudoku hingegen ist für inklusion. Das Gleichgewicht kann nur funktionieren wenn jede Zahl einen anderen zu Nachbarn hat für die perfekte Balance.
 
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Cube

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Tetris ist rassistisch. Wenn man versucht alle verschiedenen Steine (rassen) in eine Reihe zu bringen, löst sich jedes Individuum auf.
Tetris ist gleichstellend. Alle verschiedenen Steine (Rassen) haben ihren Wert und gemeinsam arbeiten sie einem Ziel entgegen.
EDIT: Bei genauerer Betrachtung... Das Ziel wäre einfach zu erreichen wenn es bestimmte Steine gar nicht erst nicht gäbe...
Ach du Scheibenkleister, Tetris läuft letztendlich auf einen Genozid hinaus! D8

@Yoshi:
Picross ist Mathematik-Propaganda!
 
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Yoshi

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9 August 2016
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Hagen
Tetris ist gleichstellend. Alle verschiedenen Steine (Rassen) haben ihren Wert und gemeinsam arbeiten sie einem Ziel entgegen.
EDIT: Bei genauerer Betrachtung... Das Ziel wäre einfach zu erreichen wenn es bestimmte Steine gar nicht erst nicht gäbe...
Ach du Scheibenkleister, Tetris läuft letztendlich auf einen Genozid hinaus! D8
Die I-Stein-Herrenrasse?
@Yoshi:
Picross ist Mathematik-Propaganda!
Mathematik kann man gar nicht genug propagieren. Ich unterstütze diese politische Aussage.
 
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Shogoki

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25 August 2016
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Großes Lob an Bufko! Das Waschbär-Mario-Tattoo hat gezeigt, dass er ein ganz großartiger Kerl ist, dieser Artikel zeigt, dass er auch ein ganz großartiger Mensch ist.
All die Dinge, die ich nur am Rand mitbekommen habe, machen endlich einen Sinn im Zusammenhang! Und nun weiß ich auch, warum Videospiele das einzige meiner Hobbies ist, bei dem ich mit der sogenannten "Kultur" (also der kontemporären) drumherum in direkter Weise nichts zu tun haben und mich beteiligen will. Politisch bin ich und in gerade im Bereich sozialer Gerechtigkeit, aber bei Videospielen gehts mir wirklich nur um die Qualität der Produkte - den Stumpfsinn und Hass muss man natürlich trotzdem bekämpfen.
Videospiele sind für mich aber Zerstreuung und Entspannung von diesen Kämpfen. Früher musste man während des Videospielens ja auch nicht an Realität, Politik und den allgegenwärtigen Hass denken und das werde ich weiterhin nicht tun, aber außerhalb des Spielens werde ich weiter dagegen vorgehen.
 

puka

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28 August 2016
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Mir ist der, durchaus gut geschriebene und sicherlich aufwendig recherchierte Beitrag iegendwie zu einfach. Hier sind die guten Feministen dort die bösen Männerrechtler ist letztlich doch nur die Reproduktion eines längst veralteten deutlich zu vereinfachenden Weltbilds, das unsere komplexe Gesellschaft mit einem dichotomen Lagerdenken zu erfassen versucht. Hier wird außer Acht gelassen, dass nicht alles, was im Namen des Guten gefordert oder behauptet wird, selbst gut oder wahr ist und dass deshalb die Mittel, mit denen man das Gute erreichen möchte, wie auch das Gute selbst ständig neu verhandelt werden muss. Während nun der Autor ganz zu Recht, das Vorgehen der Internet-Extremisten auf der einen Seite verurteilt, scheint mir der Versuch, den Begriff SJW umzumünzen, eine Blindheit für die ebenso diskursfeindliche Engstirnigkeit und Borniertheit bei manchen Vertretern im eigenen Lager zu zeigen. So ist schon die Übersetzung von SJW (übrigens ein Begriff, den ich selbst nicht verwende) mit Kämpfer für soziale Gerechtigkeit eigentlich eine Gefälligkeit. Richtiger wäre wohl Krieger - eine Person, die sich also durch ihren militärischen Eifer auszeichnet, nicht aber durch seine Diskursoffenheit. Es ist aber vor allem diese Fähigkeit, die wir brauchen, um unsere Gesellschaft weiterzuentwickelt. Es darf nicht genug sein, die richtige Seite zu verteidigen, wenn man es mit den falschen Mitteln tut und das Etikett, das wir den Dingen aufdrücken, sei es nun soziale Gerechtigkeit, Feminismus, SJW oder GamerGate darf nicht die Auseinandersetzung mit den Inhalten ersetzen.
 

Lottogewinner

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29 Juli 2016
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Mir ist der, durchaus gut geschriebene und sicherlich aufwendig recherchierte Beitrag iegendwie zu einfach. Hier sind die guten Feministen dort die bösen Männerrechtler ist letztlich doch nur die Reproduktion eines längst veralteten deutlich zu vereinfachenden Weltbilds, das unsere komplexe Gesellschaft mit einem dichotomen Lagerdenken zu erfassen versucht. Hier wird außer Acht gelassen, dass nicht alles, was im Namen des Guten gefordert oder behauptet wird, selbst gut oder wahr ist und dass deshalb die Mittel, mit denen man das Gute erreichen möchte, wie auch das Gute selbst ständig neu verhandelt werden muss. Während nun der Autor ganz zu Recht, das Vorgehen der Internet-Extremisten auf der einen Seite verurteilt, scheint mir der Versuch, den Begriff SJW umzumünzen, eine Blindheit für die ebenso diskursfeindliche Engstirnigkeit und Borniertheit bei manchen Vertretern im eigenen Lager zu zeigen. So ist schon die Übersetzung von SJW (übrigens ein Begriff, den ich selbst nicht verwende) mit Kämpfer für soziale Gerechtigkeit eigentlich eine Gefälligkeit. Richtiger wäre wohl Krieger - eine Person, die sich also durch ihren militärischen Eifer auszeichnet, nicht aber durch seine Diskursoffenheit. Es ist aber vor allem diese Fähigkeit, die wir brauchen, um unsere Gesellschaft weiterzuentwickelt. Es darf nicht genug sein, die richtige Seite zu verteidigen, wenn man es mit den falschen Mitteln tut und das Etikett, das wir den Dingen aufdrücken, sei es nun soziale Gerechtigkeit, Feminismus, SJW oder GamerGate darf nicht die Auseinandersetzung mit den Inhalten ersetzen.
Wenn ich das Wort "Männerrechter" lese, bekomme ich schon eine erste Krise. Um halb zehn morgens. Mit einem dichotomen (schönes Wort!) Lagerdenken hat aber weder die Debatte noch der Artikel etwas zu tun. Sondern ganz einfach mit einer aus den Untiefen des Internets gesteuerten Hasskampagne, in der "Social Justice Warrior" als Kampfbegriff geprägt wurde und die all jene, die einen Status Quo zum besseren ändern wollen (nämlich häufig in einem feministischen Sinne), angreift. Genau das beschreibt der Artikel und genau das ist bei den Begrifflichkeiten wie SJW oder GamerGate die relevante Diskussion - wie Bufko schreibt, nochmal betont: Dass SJW als Kampfbegriff genutzt wird, um eine progressive Bewegung abzutöten.
Von daher ist es auch aus meiner Sicht komplett legitim und sogar wichtig, wenn sich Menschen, die sich gegen die Inhalte von Gamergate stellen, diesen Begriff wieder selbst aneignen.
Und natürlich gibt es auch ein paar Idioten, die sich für eine gute Sache einsetzen, in den Mitteln dann aber der eigenen Sache schaden. Das ist aber einfach ein ganz anderes Thema und darf niemals ein Gegenargument für den Kampf um mehr soziale Gerechtigkeit, Feminismus etc. sein. Wenn man das als Anlass nimmt, irgendeinen Anflug von Gamergate-Gedankengut zu relativieren, macht man sich leider zum Teil der Sache.
Und, hier will ich gar keine Zweifel an meiner Position aufkommen lassen: Die Motivation hinter Gamergate ist durch und durch verabscheuenswert und stellt sich gegen eine inklusive, offene Gesellschaft im ganzen und im speziellen im Gaming. Man darf ihnen keinen Meter geben.

Und zur Diskussion, was Politik in Spielen und Spieleforen verloren hat: Alles ist politisch. Games ganz besonders, weil sie unterschiedlichste Menschen global vereinen. Weil sie Welten schaffen und Geschichten erzählen. Und das ist nicht scheiße, sondern toll. Mich begeistert am Gaming, welche Kraft es haben kann, unterschiedliche Leute zusammenzubringen, über eine gemeinsame Leidenschaft. Aber Freiheit bedeutet auch immer Verantwortung, und das ist Toleranz. Wenn ich Freiheit nur als meine persönliche Freiheit auslege, dann bin ich ein kleingeistiger Egoist, der es nicht verstanden hat. Das sind all jene, die nicht verstehen, wieso es ein Problem ist, wenn Sexismus und Rassismus in Games vorkommt. Wenn ich mich dagegen einsetze, dann fordere ich nicht Zensur - dann fordere ich, dass Gaming ein inklusives Hobby ist, das keine Grenzen setzt, wer daran teilnehmen darf.
 
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Biber

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25 August 2016
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@puka, ich schätze sich sehr, deshalb nimm das Folgende rein auf der sachlichen und nicht auf der persönlichen Ebene auf. Du lieferst hier eine oberflächlich schlüssige Argumentation, die aber hochgefährlich ist. Jeder kann abnicken, dass die meisten Probleme komplex und nicht schwarz/weiß sind und dass man alles differenziert betrachten muss. Das ist auch oft ein wichtiger Hinweis, aber hier ist es leider nicht mehr als Whataboutism, der sich in den Dienst von GamerGate stellt. Du tust so als wenn das zwei Gruppen von Hooligans wären, die sich zum Prügeln treffen. Da sind manche dabei, die nur neugierig waren oder sich haben mitreißen lassen. Vielleicht sogar einige, die Gewalt verhindern wollten und sich nach dem Treffen abgewandt haben. Und zwar auf beiden Seiten. Wenn man jetzt einen Artikel darüber schreiben würde, dass Hoolgruppe A total böse ist, weil die Steine werfen und die anderen beschimpfen, dann wäre es in der Tat merkwürdig, zu unterschlagen, dass Hoolgruppe B genausolche Steinewerfer und Agitatoren unter sich hat. Aber so liegt der Fall hier nicht. Es geht hier nicht um Lager und Gut und Böse, sondern um Sexismus. Die Lager sind ein Kunstgriff derjenigen, die sich unter dem Label "GamerGate" versammeln.

Wenn jemand zu Unrecht zu lebenslanger Haft verurteilt wird und man einen Artikel über dieses Unrecht schreibt, wäre es nicht nur unnötig, darauf hinzuweisen, dass der Verurteilte als Jugendlicher des Ladendiebstahls überführt wurde, es wäre sogar tendenziös, weil es das falsche Urteil ein Stück weit relativieren würde. Es ist nicht die Aufgabe des Artikels, darzustellen, dass es da draußen Leute gibt, die völlig übers Ziel hinausschießen, die dumm sind, schlecht argumentieren oder andere bei Twitter nerven. Dieser Whataboutism wischt das eigentliche Problem immer weg. Es gibt Sexismus in der Gaming-Industrie und ein paar Leute stehen dafür auf und sprechen das Thema an und ernten einen riesigen Shitstorm der Frauenverachtung. Frauen werden diffamiert, diskreditiert, diskriminiert und degradiert und das Problem soll sein, dass es engstirnige Leute gibt, die überall Antifeminismus wittern? Das soll "genauso zur Wahrheit" gehören wie "die andere Seite"? Hier von zwei Seiten zu sprechen heißt, GamerGate entgegenzukommen. Ich will aber nicht, dass frauenverachtenden Arschlöchern entgegengekommen wird.

Denn GamerGate und SJW sind zwei Label, die von derselben Gruppe vergeben werden: Den GamerGatern. Hoolgruppe A und Hoolgruppe B haben sich jeweils selbst so genannt. SJWler ist ein Label, das für andere verwendet wird. Wir und die. Zwei Lager. Du bist auf einen Trick hereingefallen und übernimmst diese Betrachtungsweise. Deshalb ist es auch so schön, dass die Überschrift dieses Artikels das Label auflöst und es GamerGate zu entziehen versucht. Das ist keine Ummünzung von nervigen linken Trollen zu guten Kriegern des Lichts, es ist das Entreißen eines Kampfbegriffes, um die Argumentation zu versachlichen. Du führst sie mit deinem Beitrag zurück in den Lagerkampf und tust der Sache einen Bärendienst.

Denn ist keine erhellende Erkenntnis, dass nicht jeder - egal wofür - immer sauber argumentiert. Nur weil es bornierte, sektiererische linke Idioten gibt, muss man nicht in relativierter Form gegen Rechtsextremismus eintreten. Man muss nicht einen gut recherchierten Artikel über rechte Netzwerke schreiben und darauf hinweisen, dass es auch linke Gewalt gibt. Klar, die ist auch ein Problem. Und man kann gerne was zu Extremismus jeder Coleur schreiben, aber das wäre ein anderer Artikel. Und im Beispiel Extremismus liegt die Sache noch anders, denn zumindest mir ist nicht bekannt, dass "SJWler" im von dir genannten negativen Sinne auch nur ansatzweise solche Hetz- und Hasskampagnen fahren wie GamerGate, aber ich mag mich irren. In jedem Fall geht es in diesem Artikel nicht um borniertes Argumentieren im Internet. Das wäre ungefähr so interessant wie sich darüber zu echauffieren, dass in vielen Kneipen alte Männer dummes Zeug reden. Ja, das ist doof, aber Menschen sind doof. Es ist trotzdem möglich, einen Haltungswandel in der Gesellschaft zu befördern. Antisemitismus sollte tabu sein, egal wie klug oder dumm die Menschen sind. Die AfD weicht gerade einen Teil dieser Konsens-Tabus auf, aber zumindest ist es möglich, diese zu erringen. Die Ehe für alle konnte nur kommen, weil die Bevölkerung einen Haltungswandel gegenüber Homosexualität durchlaufen hat, durch alle gesellschaftlichen Schichten. Und in der Videospielbranche ist Sexismus ein übler blinder Fleck. Hier braucht es genauso einen Haltungswandel. Dieser Artikel handelt davon, dass Menschen, die Probleme offen ansprechen nicht ernst genommen und abgetan werden oder sogar dafür verbal (wenn es gut läuft) verprügelt werden. Und dieses wirklich relevante Problem unseres gemeinsamen Hobbys wird von deiner Whataboutismargumentation kleingeredet. Was ist eigentlich das "vereinfachte Weltbild"? Dass Sexismus ein Problem ist und dass reaktionäre, männliche Besitzstandswahrer keine Lobby brauchen? Ist das ein problematisch vereinfachtes Weltbild? Mein Weltbild deckt sich damit und ich finde das gut so. Diese Diskussion zeigt, wie wichtig solche Artikel wie dieser von Timo sind. Weil sie deutlich machen, warum wir "SJW"ler brauchen, die sich trotz Shitstorm mit dem Finger auf ein Problem zeigen und nicht locker lassen, bis wir alle diese Dinge ausdiskutiert haben und sich wirklich ein Haltungswechsel vollzogen hat.

Edit: Jetzt haben @Lottogewinner und ich gleichzeitig gepostet... =)
 
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