Während wir Xbox-Fans nur knapp fünf Jahre auf die Fortsetzung der Gears of War-Story warten mussten, sind auf dem Planeten Sera zwischenzeitlich 25 mehr oder weniger friedliche Jahre ins Land gezogen. Marcus Fenix hat die Lancer gegen einen Spaten eingetauscht und sich ein gemütliches Zuhause errichtet. Hier hat er auch seinen Sohn JD großgezogen: einen der neuen Helden von Gears of War 4. Jetzt rattern aber wieder die Kettensägen-Bajonette, denn die monströsen Swarm entführen aus noch unbekannten Gründen Menschen. Und während sich JD mit seinen Freunden Kait und Del dieser neuen Bedrohung annimmt, geraten sie mit der COG-Regierung in Konflikt. Diese halten nämlich die Abtrünnigen selbst für die Verantwortlichen hinter diesen Verbrechen. Das frisch gegründete Studio The Coalition hat einige Ideen für die Franchise, die sie uns auf der gamescom präsentierten.

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Keine Zeit zum Ausruhen
Auf den ersten Blick ähneln die Swarm den am Ende von Gears 3 ausgelöschten Locust. Dronen sind muskulöse, beschuppte Humanoide, die sich mit Feuerwaffen zur Wehr setzen und aus der Erde kriechen. Allerdings gibt es mehrere Entwicklungsstufen dieser Monster. Schlüpfen sie aus orange leuchtenden Schleimbeuteln als so genannte Juvies, können sie an Wänden und Decken krabbeln. Besonders in Massen stellen sie so eine echte Bedrohung für euer Squad dar. Besonders hartnäckige Feinde sind die Pouncer. Gepanzerte Reptilien, die aus ihrem fächerförmigen Schwanzspitzen Dornen schießen, oder euch mit einem Hechtsprung zu Fall bringen. Währenddessen wollen euch auch die Schlipsträger der COG an den Kragen. Dazu schicken sie die DeeBees: Bewaffnete Roboter, die sich in ihrem Angriffsverhalten durchaus von den Swarm unterscheiden. Der schwer gepanzerte DR1 läuft beispielsweise unbeeindruckt vom Kugelhagel auf euch zu und zwingt euch so zum Rückzug. Kurz bevor ihr ihn endgültig in einen Schrotthaufen verwandelt, stürmt er los, um euch mit der entstehenden Explosion den Rest zu geben. Tracker haben eine Kugelform, und nutzen die daraus resultierende Mobilität um in der Hitze des Gefechts unbemerkt zu euch zu gelangen und mit einer gezielten Sprengung Schaden zu verursachen. Währenddessen fliegen die Guardians über das Schlachtfeld und zwingen euch mit ihrem mächtigen Maschinengewehr in Deckung. The Coalition erzeugt durch die gut aufeinander abgestimmten Gegnerklassen eine ebenso ansprechende wie anspruchsvolle Dynamik auf dem Schlachtfeld. Dafür sorgt auch das insgesamt äußerst offensive Verhalten der Feinde. Swarm und DeeBees scheinen euch öfter aus der vermeintlich sicheren Deckung zu treiben, als noch die Locust in der ersten Gears-Trilogie. Neue Spielmechaniken sorgen zusätzlich für ein höheres Spieltempo. Mit gezieltem Einsatz des X-Knopfs könnt ihr Feinde direkt aus der Deckung ziehen und sie anschließend mit dem Y-Button und dem daraus folgenden Einsatz eures Dolches erledigen. Passt aber auf, dass ihr den Angriff schnell genug abwehrt, falls eine Swarm-Drone versucht, euch mit ihrer Pranke zu greifen!

Ihr seid dem Ansturm der Feinde aber natürlich nicht hilflos ausgeliefert. Neue Waffen können selbst die stärksten Feinde schnell niederstrecken. Die Buzzkill verschießt beinahe im Sekundentakt Sägeblätter und teilt die Swarm bei einem direkten Treffer in zwei blutige Hälften. Die Embar ist eine Art Railgun, die auf weite Distanz mit ihrem mächtigen Energieprojektil für zerplatzende Schädel sorgt. Werdet ihr doch von Gegnern überrannt, kann die Overkill-Shotgun mit ihren zwei Schüssen pro Zug des Triggers kurzen Prozess machen. Chuck Osieja, der Creative Director des Titels, versicherte mir übrigens, dass alle neuen Waffen mit der richtigen Spielbalance für den Mehrspieler-Modus entworfen wurden. Man kann nur hoffen, dass das stimmt, denn das kreative Design der Schießeisen hat das Potential für spannende Duelle zu sorgen.

Intensive Schusswechsel wechseln sich mit ruhigen Momenten vor beeindruckender Kulisse ab.

Frischer Wind
Der Spielablauf ähnelt im Großen und Ganzen dem, was man von der Reihe gewohnt ist. Intensive Schusswechsel wechseln sich mit ruhigen Momenten vor beeindruckender Kulisse ab. The Coalition will das Kern-Gameplay der Reihe trotz einiger neuer Element bewahren. Besonders stolz ist man auf die grafisch und spielerisch eindrucksvollen Windflares. Mächtige, von Blitzen durchzogene Tornados, die alles in ihrem Pfad zerstören. Was euch im ersten Moment Schutz bietet, wirbelt plötzlich durch die Luft. Im Spiel selbst müsst ihr diesem Wetterphänomen gleich mehrfach trotzen. Der Sturm beeinflusst nicht nur die Mobilität eures Charakters, sondern auch die Flugbahn von Projektilen. Wollt ihr die feindlichen Truppen treffen, müsst ihr die Windstärke beim Zielen einkalkulieren. Eine echte Herausforderung selbst für Veteranen! Im Auge des Sturm können zudem auch Blitze einschlagen, die das Schlachtfeld mit tödlichen Ladungen versehen. Mit dem klassischen Gears-Deckungssystem sollt ihr diesen ausweichen. Natürlich könnt ihr die Kampagne auch wieder im Online- oder Offline-Koop durchspielen. Fans der Serie dürfen sich auf eine neue Geschichte mit neuen Figuren freuen. Aber, so Osieja, sollen auch bereits bekannte Charaktere der Reihe, allen voran der ergraute Marcus Fenix, weiter erforscht werden.

Robert meint: Gears of War bleibt sich auch mit einem neuen Entwickler treu. Das bedeutet aber nicht, dass The Coalition keine eigenen Ideen hat. Der Cover-Shooter bekommt durch beeindruckende Wetter-Effekte eine neue Dynamik, die selbst für Veteranen eine Herausforderung darstellt. Die frischen Gegner- und Waffen-Konzepte haben mir auch bereits sehr gut gefallen. Nach der Messe bin ich zuversichtlich, dass Gears of War in guten Händen ist. Es ist vielleicht keine radikale Neuerfindung der Marke, aber allem Anschein nach eine zielsichere Weiterentwicklung.

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2 Kommentare auf "Vorschau"

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Z.Carmine
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Bin mal gespannt, wie das wird. Zumindest wohl einer meiner Top-XBoxOne-Titel diesen Jahres.

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