GedankenGUt #5: Horror is Back!

Horror is back! Damit meinen wir nicht etwa, dass euch auch 2017 wieder zahlreiche GedankenGUt-Ausgaben erwarten, sondern beziehen uns auf den kürzlichen Release des Grusel-Highlights Resident Evil 7, dem Redakteur Robert satte 9 von 10 Punkten vergeben hat. Gamer weltweit freuen sich über die Rückkehr zum langsameren, richtig schön-schaurigen Feeling, mit dem die Serie damals PlayStation 1-Besitzer verzaubert hat. Auch Franchises wie Silent Hill, Alone in the Dark oder Project Zero trugen dazu bei, dass Horrorspiele ein fester Bestandteil der Videospielwelt wurden und moderne Vertreter wie Condemned oder Amnesia folgen konnten. Unsere Redakteure haben längst überwundene Traumata aus den Tiefen ihrer Vergangenheit hervorgekramt und erzählen in GedankenGUt #5 von ihren (un-)schönsten Erinnerungen!

team_karim-ahsan_01-150x150Karim meint: Lange Zeit konnte ich weder mit Horror-Filmen noch mit Horror-Games sonderlich viel anfangen. Was sollte so toll an dem Reiz sein, sich beim Schauen eines Films oder Spielen eines Spiels erschrecken zu müssen? Vor einigen Jahren änderte sich das, als meine damalige Freundin mit besonderem Faible für das Genre etliche filmische Horror-Klassiker nachholte. Dies markierte auch gleichzeitig meinen Einstieg in das Resident Evil-Franchise. Zwar existieren mittlerweile sieben Hauptteile sowie zahlreiche Nebenableger, doch kein Titel konnte bei mir eine derart dichte Gruselatmosphöre aufbauen wie das Remake des originalen Resident Evil, welches auch erst kürzlich für die HD-Konsolen neu aufgelegt wurde. Durch die vorgerenderten Hintergrundszenerien sieht das Spiel auch heute noch in der Nintendo GameCube-Version optisch phänomenal aus. Die starre Kamera und dezente Geräuschkulisse, lässt den Spieler niemals zur Ruhe kommen – an jeder Ecke könnte ein menschenfleischhungriger Zombie warten, selbst an Orten, die beim ersten Betreten noch sicher schienen. Das Resident Evil Remake ist das spielerische Pendant zu Hitchcocks Psycho: Ein wahrer Horror-Klassiker, den jeder wahrer Genre-Fan einmal gespielt haben sollte.

Max meint: Je näher an der Realität, desto gruseliger sind Videospiele, Filme und Bücher für mich. Sobald sich Fantasy-Elemente häufen, kann ich mich relativ einfach vom Geschehen distanzieren und empfinde anstelle von Grusel eher Spannung, fällt hingegen des nachts zuhause ein Schatten unglücklich, erzeugt auch das schon mal eine Gänsehaut. Deshalb ist Silent Hill: Shattered Memories für mich das beste Gruselspiel aller Zeiten. Man ist kein Held, kein Kämpfer, sondern ein stinknormaler Typ, der einen Autounfall hatte und seine Tochter sucht. Von stimmigen Lichteffekten unterstützt, erkundet man nach und nach das überwiegend verlassene Städtchen Silent Hill und erfährt durch Beobachten der Umgebung, schaurige Handy-Voice-Nachrichten und punktuelle NPC-Begegnungen mehr über das unheimliche Geschehen, in dessen Fänge man sich begibt und immer tiefer hinein gerät. Besonders gelungen: Es gibt kein Kampfsystem. Wozu auch, denn welcher Normalmensch würde sich den grotesken Monstern, die einen ab und zu verfolgen, in den Weg stellen? Flucht ist die natürliche Wahl und macht Shattered Memories damit zu einem realistischeren, nähergehenden Gruselerlebnis.

https://www.youtube.com/watch?v=bpWp195CYTk

Robert meint: Ich bin grundsätzlich Fan von originellen Spielwelten. Die Stadt Rapture aus Bioshock hatte mich mit dem ersten Panoramablick auf die submarinen Bauten für sich gewonnen. Sicherlich tragen ihre mutierten und irren Bewohner zum Horror-Feeling bei, aber tatsächlich macht das Konzept einer Gesellschaft ohne Einschränkungen oder Vorschriften für mich den Reiz des Spiels aus. Wie kann man sich schließlich nicht unwohl fühlen, in einer Welt, die unserer so ähnelt und gleichzeitig doch so anders ist? Dass dieser Grundgedanke einen Großteil der Horror-Atmosphäre ausmacht, beweist der Nachfolger Bioshock Infinite, welcher trotz blauem Himmel und Sonnenschein in der Wolken-Stadt Columbia für Unbehagen sorgte. Mit der kürzlich erschienenen Bioshock-Collection gibt es eigentlich keine Ausrede mehr, diese ausgezeichneten Shooter nicht gespielt zu haben.

team_Sebastian-Küpper_01Sebastian meint: Das für mich schaurigste Spiel mag für viele überraschend wirken, es ist aber nicht Ausdruck eines Mangels an Kenntnis von Horrorspielen. Ob Eternal Darkness, diverse Resident Evil Teile, Dino Crisis, Project Zero oder Silent Hill, kein Spiel hat mir so ein herrlich unbehagliches Gefühl gegeben wie Pikmin. Ja, Pikmin, das allenfalls mit stilisierter Comicgewalt aufwartet, ist mein Horror-Spitzenreiter. Ein Spiel, das markig und offensichtlich mit Ekel- und Schocksituationen am Fließband aufwartet, stumpft mich quasi umgehend ab. Pikmin hingegen, ist auf eine Weise bedrohlich, die geradezu hinterhältig ist. Ohne es je zu explizieren, stellt Pikmin eine weit postapokalyptische Zeit dar, in der die Welt nach dem offensichtlichen Verschwinden der Menschheit von Insekten beherrscht wird. Eine idyllische Landschaft, friedliche Töne, aber tödliche Atmosphäre und der in Windeseile herannahende Tod – der nicht etwa den Fortschritt der vergangenen Spielstunde, sondern den gesamten Spielfortschritt aufs Korn nimmt – ergeben ein Kontrastprogramm, das ein subtiles, aber stets präsentes Unbehagen herausbildet. Obwohl ich Pikmin bereits in einem Acht-Tage-Durchlauf abgeschlossen habe und jeder erneute Durchlauf in dieser Hinsicht weitgehende Sicherheit bietet, bei jedem Spielen, und sei es nur der Musik, sitzt mir wieder ein kleines Bisschen die Gänsehaut im Nacken.

Tosha meint: Kriechend, fliegend, hängend, heulend, kichernd und hämmernd. An Mangel an Schreckgestalten darf man sich bei Project Zero nun wirklich nicht beschweren. Nur mit einer Kamera ausgestattet durch ein altes zerfallenes Gebäude zu stolpern, in dem es knarzt und tropft, ist schlimm genug, sich aber dann auch noch vor Geistern retten zu müssen, hat mir viele verstörende und doch auch unterhaltsame Stunden gebracht. Project Zero 3 war das erste Horrorspiel, das mich regelmäßig an meine Grenzen gebracht hat und meinen PlayStation 2 Controller oft durch die Luft fliegen ließ. Die Atmosphäre ist einfach fantastisch! Wenn man einmal den Fernseher auf maximalen Kontrast gestellt hat konnte man sogar etwas erkennen. Aber der schlimmste Horror war der, der nicht kam. Das was man nicht sah. Heute löst das Spiel noch den gleichen Schauder aus. Nur das Mitleid mit meinem Controller ist gewachsen.

Jetzt heißt es: Hosen runter! Welche Spiele haben euch in eurer Zockerkarriere am meisten verstört? Woran denkt ihr noch heute ungern zurück? Und welche Art von Horror ist euch am liebsten, der langsam Herankreuchende oder doch die stressige Survival-Variante? Eure Kommentare sind uns wie immer höchst erwünscht! Schreibt einfach direkt unterhalb dieses Artikels oder teilt euch in unserem Forum mit! 

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2 Kommentare auf "GedankenGUt #5: Horror is Back!"

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Z.Carmine
Mitglied

Horror ist für mich der Horror! ugly
Viele Horror-/Grusel-Spiele habe ich nicht gespielt.
Pikmin fand ich nicht gruselig. ugly
Resident Evil 5 ist ja ein Action-Spiel, das gruselt auch nicht wirklich.
Bei Dead Space fand ich die Baby-Gegner etwas verstörend, der unbesiegbare Gegner war für mich, wie im allgemeinen, nicht gruselig, sondern nur ärgerlich und Stress.

Dann noch Catherine. Von Monstern verfolgt den richtigen Weg nach oben finden. War auch mehr nerviger Stress denn Grusel. Da das aber das meiste Gameplay ist, habe ich das Spiel nur einmal durchgespielt.

Sunny
Editor

Ich fand ja schon die Wahl von Bioshock relativ ungewöhnlich, aber dann kommt der Yoshi mit Pikmin um die Ecke. grin
Ich selbst grusele mich gerne, allerdings stumpft man ja auch irgendwann. Dennoch mag ich einfach das Genre.

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