GedankenGUt: Wie weit fällt der Apfel – Franchises unter neuer Federführung

Bedeutet ein neuer Entwickler einer altbekannten Spielereihe einen Qualitätsverlust, oder frische Ideen? In der neuen Ausgabe von GedankenGUt diskutiert die GU-Redaktion über genau dieses Thema. Dass bei Metal Gear Survive nach weitläufiger Meinung ein eher mittelprächtiges Spiel herausgekommen ist, verbinden viele Spieler mit dem Fehlen von Hideo Kojima. Aber macht man es sich da nicht ein bisschen zu einfach? Viel Spaß beim Lesen von „Wie weit fällt der Apfel – Franchises unter neuer Federführung„!

Ganz ohne Kojima: Hat Metal Gear darunter gelitten?

 Wenn die ursprünglichen Teams aber selbst wissen, dass sie alle ihre Ideen umsetzen konnten, macht es Sinn nicht unbegrenzt weiter an Nachfolgern zu arbeiten.

Robert meint: Metal Gear Survive ist natürlich ein Sonderfall. Schließlich haben sich hier die Entwickler nicht in Einvernehmen von der Marke getrennt, sondern geschäftliche Ungereimtheiten führten zum Wechsel der Verantwortlichen. Leider spürt man das auch beim fertigen Endprodukt. Wenn die ursprünglichen Teams aber selbst wissen, dass sie alle ihre Ideen umsetzen konnten, macht es Sinn nicht unbegrenzt weiter an Nachfolgern zu arbeiten. Geschehen ist das beispielsweise bei einer meiner Lieblingsfranchises, Gears of War. Epic wollte nicht mehr, also hat Microsoft prompt ein neues Studio gegründet, das die Marke übernommen hat. Deren erster Titel Gears of War 4 ist auf einem Level mit der Epic-Trilogie. Neue Entwickler sorgen bei mir also nicht gleich dafür, dass ich mir Sorgen über meine Lieblingsspiele mache.

Auch Mass Effect: Andromeda gefiel nicht allen Spielern.

Werden Franchises unter neuer Leitung schlechter oder besser? Mal so, mal anders.

Maximilian meint: Lange habe ich überlegt, doch nein, eine echte Linie kann ich nicht erkennen. Werden Franchises unter neuer Leitung schlechter oder besser? Mal so, mal anders. Sofort muss ich an das Mass Effect: Andromeda-Desaster denken, binnen dessen ein unerfahrenes Team die gesamte Franchise an die Wand gefahren hat, damit die BioWare-Veteranen sich voll und ganz der Entwicklung von Anthem kümmern konnten. Mir fällt aber auch Silent Hill: Shattered Memories ein, das von Climax anstelle von Team Silent entwickelt wurde, und ein Klassiker ist. Ob eine Franchise durch einen neuen Steuermann leidet oder gewinnt, hängt von unzähligen Faktoren ab, etwa dem Verständnis für die Franchise-Historie. Es hängt aber auch davon ab, ob der Publisher Zeit und Budget wie ehedem gestattet. Will man die Franchise voranbringen oder Fan-Nostalgie gütlich stillen? Als Zelda-Fan bin ich gewohnt, in ständigem Gefühlschaos zu leben, und das obwohl Eiji Aonuma seit … immer mit dabei ist. Von Majora’s Mask zu Wind Waker, von Twilight Princess zu Skyward Sword und zuletzt BotW – puh! Da kann eine neue Leitung auch nicht mehr kaputt machen. Vielleicht aber auch genau soviel richtig tun.

Es schien so, als hätte Square Enix seitdem eine Identitätskrise mit der Marke Final Fantasy gehabt (…)

Christoph meint: Als großer Fan der Reihe fällt mir beim Thema selbstverständlich als allererstes der Weggang des Final Fantasy Ur-Vaters Hironobu Sakaguchi ein. Final Fantasy war stets eine Reihe, die sich mit jedem Teil ein wenig neu erfand und trotzdem den Spirit der Vorgänger beibehielt. Obwohl Sakaguchi seit dem siebten Teil weniger direkt in die Entwicklung involviert war und mehr eine übergeordnete Producer-Rolle einnahm, ist der Abfall in der Qualität, nach dessen Weggang im Jahr 2004, bei weitem keine unpopuläre Meinung. Es schien so, als hätte Square Enix seitdem eine Identitätskrise mit der Marke Final Fantasy gehabt, welche sich erst in den letzten Jahren mit der Rettung von XIV und XV wieder zu lösen scheint.
Dass der Weggang des führenden Entwicklers aber nicht immer ein Grund zur Sorge sein muss, zeigt auf der anderen Seite beispielsweise die God of War-Reihe, welche tatsächlich mit jedem Teil einen neuen Director (mit Ausnahme des bald erscheinenden PS4-Titels, welches erneut unter der Leitung von God of War II-Directors, Cory Barlog steht) hatte und bei der die Qualität der Games nicht darunter litt.

 

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Action-Spiele und Shooter aller Art sind Roberts Fachgebiet. Zwischendurch darf es aber auch gerne ein Spiel mit spannender Story und dichter Atmosphäre sein. Wenn er nicht gerade auf Xbox Live unterwegs ist, verfasst er bestimmt Artikel und News für Gaming-Universe.

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