Gigantic

Xbox One Spiele-Liste
7.5

Leserhype

Nachdem das Moba-Genre die Multiplayer-Szene auf dem PC erobert hat, findet man es nun auch immer öfter auf der Heimkonsole. Spiele wie Smite haben bewiesen, dass die komplexen Steuerungsschemen mit etwas Kreativität auch gut auf den Controller übertragbar sind. Mit Gigantic steht ein weiterer vielversprechender Kandidat für den Genrethron in den Startlöchern. Wieso das so ist? Meine gamescom-Eindrücke verraten es!

Das Genre solle auf seine größten Stärken kompensiert werden!

Nur ein weiteres Moba?
Was einst der Weltkriegs-Shooter war, ist heute das Moba. Fast jeder Publisher versucht an die Erfolge von League of Legends und Dota 2 anzuknüpfen, welche die eSport-Szene bereits seit einigen Jahren dominieren. Für Spieler, die keinerlei Bezug zum Genre haben, dürften die Spiele alle gleich aussehen: Eine Map mit je einer Basis auf jeder Seite, die durch drei Pfade miteinander verbunden sind. Dazwischen stehen Abwehr-Türme, die den Ansturm der gegnerischen Helden aufhalten sollen. Entwicker Motiga bezeichnet Gigantic als Action-Moba, welches zwar einige Elemente des Genres übernimmt, aber gerade im Hinblick auf den Ablauf des Matches deutlich von den Konventionen abweicht. James Phinney, VP Product Development, verriet mir, was die Zielsetzung von Motiga bei der Entwicklung von Gigantic ist. Das Genre solle auf seine größten Stärken kompensiert werden! Statt euch mit dem Farmen von Creeps zu langweilen, beginnt hier sofort der Kampf zwischen den Spielern. Die Charaktere haben zwar wie so oft einen Standartangriff und eine Handvoll Skills, doch sie können auch springen und sprinten. Je nach gewählter Spielfigur seid ihr so sehr schnell auf der Karte unterwegs. Statt einer isometrischen Perspektive betrachtet ihr das Ganze außerdem aus einer Third-Person-Perspektive, welche die flotte Action unterstreicht.

gigantic_05Monster Hunter
Ziel eines Matches ist es nicht, den Kern in der Basis der Gegner zu zerstören. Stattdessen müsst ihr ihren Wächter, eine riesige Kreatur die den Kampf beobachtet, niederstrecken. Für jeden erschlagenen Feind und für das Erobern von zentralen Punkten auf der Karte füllt sich die Energieleiste eures eigenen Wächters. Ist diese voll, kann er den Verbündeten des Gegnerteams zu Boden reißen und eröffnet euch so die Chance zum Angriff. Habt ihr ihn dreimal erfolgreich attackiert, bevor das gegnerische Team dasselbe schafft, ist das Match siegreich beendet. Laut Phinney soll ein Duell rund 15 Minuten dauern. Eine Runde League of Legends dauert übrigens mindestens doppelt so lang! Man wolle dafür sorgen, dass ein Comeback zwar möglich ist, aber die Duelle nicht unnötig in die Länge gezogen werden. Situationen, in denen ein Team lieber aufgibt, statt zu spielen, wollen sie unbedingt vermeiden.

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Das hohe Tempo entsteht auch durch den Wegfall eines Itemshops während der laufenden Partie. Stattdessen soll ein flexibles und simples Upgradesystem ausreichen und laut Motiga Anfänger wie Experten zufrieden stellen. Tatsächlich: Gigantic spielt sich erstaunlich gut und anders! Auf das für meinen Geschmack etwas träge und schwer zu erfassende Gameplay von LoL und Dota wird hier verzichtet. Die direkte Steuerung der Helden sollte es auch für Konsolenspieler einfacher machen, schnell ins Spiel zu finden. Meine größte Sorge ist allerdings, ob der Spielablauf von Gigantic auch nach hunderten Stunden noch für eine Runde mehr motivieren kann. Denn auch wenn die meisten Vertreter des Genres kaum zu unterscheiden sind: Die zu Beginn beschriebene Spielstruktur hat bereits gezeigt, dass sie Millionen von Spielern fesseln kann. Motiga geht mit Gigantic einen deutlich riskanteren Weg.

Robert meint: Gigantic sticht aus mehreren Gründen aus der Masse von Moba-ähnlichen Titeln heraus. Obwohl die verschiedenen Charaktere mit ihren eigenen Fähigkeiten wie so oft im Zentrum stehen, haben die Matches eine ganz eigene Spielstruktur, die sich deutlich von Genre-typischen Ablauf unterscheidet. Ob die Spielerschaft diesen Bruch mit den Konventionen des Genres hinnimmt, bleibt abzuwarten. Auch hinsichtlich des Art-Designs verzichtet Motiga ganz auf Stereotypen und bietet stattdessen eine herrlich bunte Fantasy-Welt mit Cartoon-Look. Für mich ist Gigantic sogar eins der schönsten Spiele der ganzen Messe! Es wird natürlich schwer für das junge Team die ambitionierten Ziele zu erreichen und sich gegen die ebenso zahlreiche wie starke Konkurrenz durchzusetzen. Ich habe aber den Eindruck, dass Gigantic das Potential hat, ein großer Name im Genre zu werden. Vorausgesetzt natürlich, man geht mit dem Free to Play-Modell keine Experimente ein und besinnt sich auf die fairen Modelle der Kontrahenten. Falls ihr nun neugierig seid, könnt ihr euch unter gogigantic.de für die Beta registrieren, die noch in diesem Jahr fortgesetzt wird.

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