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GU-Leserreporter berichten: Switch Hands-on Event

Ende vergangenen Monats lud Nintendo zu einem Switch Hands-on Event nach Berlin. Grund genug, um eine alte Tradition von Gaming-Universe wiederzubeleben: GU-Leserreporter! Wir haben also kurzerhand unser geschätztes GUF-Mitglied Philipp Seidel aka arino vorbeigeschickt und im Folgenden könnt ihr seine Eindrücke nachlesen.

Da sitzt man mir nichts, dir nichts an einem normalen Abend am Computer, denkt an nichts Böses, als auf einmal eine Benachrichtung aufploppt. Ob man denn an einem bestimmten Tag zufällig an einem bestimmten Ort sei, über das warum darf aber noch nicht gesprochen werden… – so schnell kann man sich plötzlich als Agent auf geheimer Mission fühlen! Aber natürlich haben meine Neuronen direkt ein Effektfeuerwerk seinesgleichen abgefeuert, um 1+1 zusammenzuzählen, denn ein paar Hinweise gab es schon: Es war ein Event, in Berlin, am 24. Januar, und wenn ich zusagte, durfte mir auch gesagt werden, um was es geht. „Mmh“, dachte ich mir, „am 13. wird ja die Switch so richtig enthüllt.“ Und auch wenn ich ein Anspielevent knapp 10 Tage später irgendwie als etwas früh empfand, war es das im gleichem Atemzug schon gar nicht mehr, wenn man bedenkt, dass die Konsole ja schon in weniger als zwei Monaten erscheinen würde! Und da begann der Puls auch schon etwas höher zu steigen…

Nach meiner Zusage, dass ich zu diesem Termin selbstverständlich Zeit hätte, kam auch gleich die Bestätigung, dass es ein Event über die Switch ist! (Ob ich eigentlich nachgeschaut habe, ob ich tatsächlich Zeit habe? Aber natürlich! Irgendwie eine Woche später oder so…^^) Sogleich den besten Kumpel informiert (selbstverständlich höchst vertraulich!), zusammen rumgejubelt, wieder auf dem Boden angekommen, nochmal gejubelt, und schon gingen die Gedanken durch den Kopf, was denn wohl alles anspielbar sein wird. Zelda, Mario Kart und Co. war klar. Aber auch Mario oder Xenoblade, die ja immerhin auch 2017 erscheinen sollen? Ich wollte es nicht ausschließen, aber wahrscheinlich war es wohl nicht (und es sollte sich leider auch bestätigen). Am nächsten Tag habe ich dann auch gleich mal für den Tag nach dem Event frei genommen. Immerhin soll es bis 23 Uhr gehen und man geht schließlich nicht vorher von so etwas los, oder? (Oder? Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, denn abgesehen von einer Super Mario Galaxy-Veranstaltung vor 10 Jahren, damals ebenfalls für GU unterwegs und manch einer mag sich noch an den Artikel erinnern, bin ich erst das zweite Mal auf so einem Presse-Event.) Was ich aber weiß, ist, dass man sich für so etwas anstandsgemäß anzieht! Was wäre also passender, als eben genau das Mario-T-Shirt anzuziehen, dass ich damals beim Super Mario Galaxy-Event als Giveaway erhalten habe? Eben, nichts! Von daher, auf ging’s! ?

Was auf jeden Fall schon mal auffiel: Hui, ziemlich groß die gemietete Halle! War das Mario-Event damals noch in einem stylischen, aber relativ übersichtlichen Untergeschoss untergebracht, war dieses Mal ein altes Motorenwerk die Location. Und es war voll! Also so richtig voll im Sinne von Anstehen und einer dreistelligen Personenanzahl! Also hieß es erstmal warten, wobei das nach einiger Zeit dann doch relativ zügig vonstatten ging. Mit der Anmeldung lief es im Gegensatz zu manch anderem Kollegen dort alles glatt (vielen lieben Dank noch einmal an Joshua für die ganze Organisation!), so dass ich dann kurz nach 16 Uhr endlich in die große Halle eintreten konnte. Gleich zu Beginn gab es dann auch schon einige abgetrennte Bereiche mit unterschiedlichen Minispielen zu “1-2-Switch“.

1-2-Switch
Das beeindruckenste Spiel, wie ich finde, war sicherlich jenes, bei dem man raten musste, wie viele Murmeln die imaginären Box, repräsentiert durch das Joy-Con, beeinhaltet. Man konnte und musste also besagten Joy-Con nach vorne oder hinten, nach rechts oder links kippen, und es fühlte sich tatsächlich in etwa so an, als ob dort drin wirklich kleine Kugeln rollten und auch gegen die Wand knallten. Und nun galt es hierbei, immer die richtige Anzahl an Kugeln zu schätzen, wobei dies beim Probespiel von 2 bis 6 reichen konnte. Und auch, wenn man beim Abschätzen das ein oder andere Mal daneben lag, war das Spüren der rollenden und an den Wänden der imaginären Box knallenden Murmeln schon ein cooles und durchaus beeindruckendes, so vorher noch nicht erlebtes Spielgefühl. Die restlichen Spiele dagegen waren dann weniger spektakulär: Wer kann schneller den Colt ziehen, wer kann die Bewegungen des anderen nachmachen, wer öffnet den Tresor geschickter, wer hält das niederschwingende Schwert auf, oder wer bekommt mehr Milch aus den Kuheutern…- öhm, ja, genau das. Vor allem stand ständig auf dem Bildschirm, dass man sich doch bitte gegenseitig anzuschauen hat, was das Ganze noch unangenehmer macht, völlig den Fakt ausgelassen, dass da noch dutzende andere Leute um einen herum laufen und evtl. auch aus der Ferne zuschauen! Aber gut, man musste ziemlich oft schmunzeln, das hat das Spiel auf jeden Fall geschafft. Und Deutschland-Chef Bernd Fakesch hatte scheinbar ebenso sichtlich Spaß daran^^:

Arms
Arms kann man sich eigentlich als eine ziemlich erweiterte Version vom Box-Spiel aus Wii Sports vorstellen. Die komplette Bewegung wird über die Haltung der Joy-Cons gesteuert, das Springen und das schnelle seitliche Ausweichen dagegen erfolgt per Tasten. Und ja, es macht Spaß, auch weil die Arenen nicht nur aus bloßen Quadraten bestehen, sondern es auch ebenso solche mit Höhenunterschieden sowie schmaleren und breiteren Bereichen gibt. Auch besitzen die unterschiedlichen Charaktere, aus denen man wählen kann, verschiedene Attribute und besondere Fähigkeiten. Aber ob das ausreicht, um die Motivation über längere Zeit zu gewährleisten und dafür nahezu denn Vollpreis zu verlangen, da bin ich noch etwas skeptisch. Weniger skeptisch war ich dagegen beim nächsten Titel, SplaTWOn!

Splatoon 2
Ja, akustisch hätte sich SplaTWOn durchaus angeboten, aber inhaltlich spielte es sich erst mal wie der Vorgänger, und das ist auch gut so! Beim Event waren zwei gegenüber liegende Tische mit je vier Spielpositionen aufgebaut, wobei jeweils zwei Leute mit dem Pro-Controller über den Fernseher und je zwei Leute per Handheld-Mode über den Switch-Bildschirm spielten. Und dann hieß es: Die eine Seite gegen die andere! Und hui, einige nahmen das aber ganz schon ernst, wie man an den teilweise erfolgten Jubelschreiben nach einem Sieg vernehmen konnte. Aber es machte ja auch wieder Spaß. Optisch durchaus noch etwas schicker, spielt es sich wie gesagt so wie immer. Es gilt also, in einer vorgegebenen Zeit mehr Fläche einer Arena mit der Farbe des eigenen Teams einzufärben als die anderen. Dabei kann man offensiv spielen, und es bspw. bewusst auf die gegnerischen Teammitglieder absehen, als auch defensiv und sich auf das Einfärben konzentrieren. Wie beim Wii U-GamePad hilft dabei die Bewegungssteuerung für das genauere Zielen. Was auffiel, aber auch am Event gelegen haben kann: Beim Auswählen von Menüpunkten war der Touchscreen nicht nutzbar. Aber gut, das war der Home-Button (leider) ja auch nicht. Zu hoffen bleibt eigentlich nur, dass der Singleplayer-Modus etwas ausgebaut wird, denn der hatte zumindest mir beim Vorgänger ziemlichen Spaß gemacht. Wer in Sachen Multiplayer hingegen auf noch mehr Chaos (und tränenreiche “So kurz davor!“-Kommentare) steht, dem könnte vielleicht, surprise surprise, Mario Kart 8 Deluxe gefallen…

Mario Kart 8 Deluxe
Gut, hier braucht man eigentlich kaum Worte zu verlieren, ist es schließlich ein erweiterter Port/Remaster des Wii U-Titels, nun aber endlich wieder mit einem ordentlich Battle-Mode und etwas erweiterten Item-Features. Beim Event saß man dann auch gleich standesgemäß mit acht Leuten an einem runden Tisch, so dass man jeden Spieler, der es wagte, kurz vor der Ziellinie noch mehrere rote Panzer auf einen abzufeuern und man den lange geglaubten Sieg noch aus der Hand geben musste und munter bis ans Ende des Feldes durchgereicht wurde, grimmig und böse anschauen konnte! Klang das gerade etwa so, als ob das genauso passiert ist? Hahaha…wo denkt ihr hin…natürlich nicht! (Ich werde das Gesicht (und vor allem dieses Grinsen!) nie vergessen…)

Super Mario Odyssey
Doch das Spiel, auf das ich mich mit am meisten freute, kommt jetzt: Super Mario Odyssey! Joa, lief nur als Video auf einem großen Bildschirm, davor gab es mehrere Sitzblöcke. Die waren aber nie besetzt, wer hätte das gedacht. Von daher geht’s gleich weiter! Zu Zelda! Yeah!

The Legend of Zelda: Breath of the Wild
Erst mal gab es eine Grenze, die man verdauen musste: Man hatte nur 20 Minuten Zeit pro Spielesession…O.K., das hieß also jeden Text so schnell viel möglich wegzuklicken, um ja immer gleich zurück zum eigentlichen Spiel zu kommen! Zuerst wacht man in einer kleinen Höhle auf und nach ein paar kleinen Einführungen und dem Erhalt der ersten Items (bspw. des Sheikah Slates, eine Art Switch im Zelda-Design) wird man auch schon in die große weite Welt entlassen! Nun hieß es, sich zu entscheiden: Wo geht’s hin, was will man erreichen? Ich dachte mir, dass ich erst einmal versuche, so weit wie möglich dem Spiel an sich zu folgen, also mehr oder weniger das zu tun, was von mir verlangt wird. Das bedeutete, mit der ersten Person zu sprechen, die ich sehe, ihre Aufgabe zu erfüllen, einen ersten riesigen Turm zu aktivieren und den ersten kleinen Schrein zu betreten und zu bewältigen. Das war cool, es machte Spaß und ließ die Vorfreude schon ordentlich steigen. Noch besser, weil anders wurde es dann aber im 2. Durchgang einige Stunden später. Diesmal wollte ich so viel wie möglich entdecken. Ich verließ also direkt am Anfang den Pfad, der eigentlich für mich bestimmt war, um die Gegend zu erkunden und vor allem jede Wand hochzuklettern, die möglich war. Und das machte richtig Spaß, weil jederzeit ein neues Gebiet auftauchen konnte. Einmal zum Beispiel war ich auf plötzlich von einer Schneelandschaft umgeben, in der ich mich jedoch nicht lange aufhalten konnte, weil die Temperaturen zu niedrig waren und sich das auf meine Gesundheit auswirkte. Dann erblickte ich eine alte Ruine und eine riesige Schlucht, die jedoch zu tief war, um die Wände herunterzuklettern. Eine Ecke weiter ging es dann hinunter, in einen kleinen Wald, bei dem man jede Krone besteigen konnte. Ab und zu tauchten kleine Goblin-Stützpunkte auf, die man entweder (aus Distanz) ignorieren oder versuchen konnte anzugreifen. Kleine Rätsel und Verstecke waren ebenso in der Landschaft untergebracht, dazu immer mal wieder Zutaten oder einzusammelnde Items. Die Zeit ging sehr schnell vorbei, aber das alles in 20 Minuten erkundet zu haben, hat mich dann schon überrascht, vor allem da man es von einem Zelda-Spiel ja nun wirklich nicht gewohnt ist, einen derart schnellen und offenen Spieleinstieg zu erhalten. Allein das hat meine Vorfreude auf das Spiel echt noch einmal gesteigert. Ebenso überaus positiv überrascht und es geschafft, meine Vorfreude auf das Spiel so richtig zu steigern, hat mich der Abschluss des Abends: Snipperclips

Snipperclips
Herrlich spaßig und eigentlich auch ziemlich originell. Man steuert zu zweit jeweils eine ausgefüllte, U-förmige Figur, und kann diese im oder gegen den Uhrzeigersinn drehen. Der Clou ist nun, dass man, sobal sich beide Figuren überschneiden, genau diesen Part aus einer der beiden Figuren herausschneiden kann. Und mit dieser Fähigkeit muss man verschiedene Aufgaben erfüllen, wie bspw. Luftballons zum Zerplatzen bringen, indem man also eine möglichst spitze Form erschafft, oder einen Basketball in den Korb zu bringen, so dass es folglich sinnvoll ist, eine Form mit einer leichten Kuhle hinzubekommen. Wirklich sehr, sehr spaßig und abwechslungsreich gemacht das Ganze.

Und ja, das war es dann auch von den großen Ständen. Daneben gab es noch viele weitere kleinere, wo man unter anderem Bomberman, Street Fighter II, Fast RMX, Just Dance, Sonic Mania sowie Disgaea 5 spielen konnte. (Und natürlich gab auch zu Essen und zu Trinken, wobei ich vom ersteren vor allem die leckere Hokkaidosuppe hervorheben möchte! Ich hatte vorher noch nie davon gehört oder gelesen, schmeckt aber ungemein lecker, kann ich jedem nur empfehlen!^^)

Fazit
Insgesamt, und wenn man sich die Gesichter der anderen Leute beim Spielen so anschaute, war ich mit dem Gefühl wohl nicht alleine, hat es ziemlichen Spaß gemacht. Bei Sachen wie 1-2-Switch braucht man teilweise schon die richtigen Leute, damit man so richtig auf seine Kosten kommt, und der Umfang bei Titeln wie Arms wird beim Launch (zurecht) wohl ziemlich beäugt werden, aber zumindest vom Unterhaltungswert her wird man sicherlich seinen Spaß haben. Das hängt zumindest beim Launch jedoch auch davon ab, ob man eine Wii U hat(te) und ob einem die Mobilität oder die verschiedenen Features der Switch das Geld wert sind. Davon ab kann man mit dem kleinen Gerät aber auf jedem Fall seinen Spaß haben.

Schöner Artikel! Morgen geht's los!
Sehr schön :)
Fein gemacht! Sehr! :)
K
  • K
    Kachō
  • 13. März 2017
Danke euch! =)
K