Der Spieleganon – Neunominierungen

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Dieses Thema enthält 121 Antworten und 22 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Shogoki vor 6 Monate, 3 Wochen.

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    Shogoki
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    Rang: GUF Veteran

    Nach dem durchschlagenden Erfolg meiner Nominierungen seit dem letzten Sommer, lasse ich Nominierungen von Spielen, die (vermutlich) unbekannt bei der zumindest momentan aktiven Userschaft sind, erstmal sein. Immerhin habe ich knapp die Hälfte der Neuaufnahmen meines persönlichen Kanons nominiert (wobei immer noch eine Menge an noch kaum-oder-nicht-gespielten Titeln aussteht und damit weitere Aufnahmen wahrscheinlich sind; von den guten bis knapp sehr guten Spielen habe ich nichtmal was nominiert) und werde jetzt höchstens noch Spiele nominieren, von denen ich weiß, dass es Spieler im GUF gibt.

    Mystic Quest Legend / Final Fantasy: Mystic Quest / Final Fantasy USA: Mystic Quest
    Ja, dieses umstrittene Einsteiger-jRPG will ich tatsächlich nominieren. Dass ich zu wenig Erfahrung im jRPG-Genre hätte und es nur deshalb gut finde, kann mir sicher keiner vorwerfen und trotzdem finde ich nun, dass es zumindest die Kampfabstimmung verdient hat.

    Wie kommts?
    Nun, ich habe es die letzten Tage mal wieder nach ewiger Zeit durchgespielt. Erstmals die US-amerikanische Fassung, die ja die Urfassung war und für dessen Markt das Spiel entwickelt wurde und Japan- wie EU-Version erst 1 Jahr später kamen.

    Die Texte sind schonmal sehr viel besser, als in der deutschen Fassung, die für Grundschüler gemacht schien. Die englische Fassung bietet sogar ironische Witze und die Verbündeten sind nicht komplett gut, sondern haben auch Facetten. Bspw. wird bei Tristan klar, dass er ein gieriger Treasure-Hunter ist und kein hilfsbereiter Engel ohne Makel wie in Deutschland.
    Auch viele Szenen, die in der deutschen Fassung kaum Sinn machen, werden endlich klar. Wirklich krass, dass die schon für junge Spieler gedachte US-Fassung für deutsche Grundschulkinder glattgebügelt wurde und dass Nintendo auch noch dem Irrtum verfallen war, dass Grundschüler nicht verstehen oder damit klarkommen würden, dass auch “gute” Menschen nicht durch und durch gut sind. Das hat nichts mit pädagogisch wertvoll zu tun und vllt hätten die Übersetzer mal in bekannte Kinderbücher reinlesen sollen..
    Dass der (selbst)ironische Witz genommen wurde, ist hingegen verständlich, da man in der Grundschule mit (vor allem geschriebener) Ironie noch oft Probleme hat.

    Also: Englische Fassung ist schonmal viel besser als die deutsche Fassung.

    Zudem ist das Spiel ja gar nicht so einfach, wie es immer gemacht wird und wie man es in Erinnerung hat.
    Gerade der erste und der letzten Endboss sind spaßige Kämpfe mit Anspruch, wenn man nicht die Billig-Tricks nutzt.
    Auch ansonsten halte ich es für überhaupt nicht merklich einfacher als andere bekannte jRPGs im normalen Spielverlauf – natürlich gibt es weiterhin deutlich schwerere jRPGs (bspw. die Dragon Quests) und die meisten Vertreter haben deutlich schwerere optionale Aufgaben oder im Post-Game, aber bei der Schwierigkeit im normalen Spielverlauf kann ich keine großen Unterschiede feststellen. Wenn man die Schlachtfelder nicht nutzt, kann es sogar recht schwierig werden.
    Apropos Schlachtfelder: Die sind die schwächste Designentscheidung im Spiel. Dafür sorgen die dafür, dass es keine Zufallskämpfe gibt, was ja für viele Spieler ein rotes Tuch ist. Imo kann man nicht gegen Zufallskämpfe sein und die Schlachtfelder zugleich kritisieren, aber bei manchen Meinungen im Internet ist genau das der Fall.
    Zudem muss man sich idR mit keinem der Schlachtfelder länger als 5 Minuten beschäftigen. Wenn man Zauber nutzt, sind die ruck-zuck abgeschlossen und deshalb finde ich die auch wegen des geringen Zeitaufwandes nicht kritikwürdig. Im Gegenteil sorgen die sogar für einen großen Vorteil:
    Sie sind jeweils schnell abgeschlossen und durch sie kommt man dann ziemlich gut durch die Dungeons. Das Spiel hat dadurch den großen Vorteil eines schnellen Pacings.
    Der Umfang ist auch völlig in Ordnung. 10 Stunden braucht man schon, wenn man nicht hetzt und bei gemächlichem Spiel könnens auch 15 Stunden werden. Gerade aus meiner gegenwärtigen Sicht eine perfekte Spiellänge.

    Dadurch, dass man die Gegner in den Dungeons sieht und man kleine Rätsel in den Dungeons mithilfe seiner Waffen, die als Items fungieren, lösen muss, erinnert es an Lufia – das ist ja auch immer gut.
    Zusätzlich kann man jederzeit springen und es ist für mich völlig unverständlich, dass man in anderen jRPGs nicht springen kann, da es so viel Möglichkeiten für Dungeon- und Weltdesign eröffnet.

    Der größte Pluspunkt: Es macht einfach Spaß und teilweise sogar sehr viel Spaß zu spielen. Da brauch ich über fehlende Komplexität nicht zu mäkeln, wenn das, was das Spiel bieten will und sein will, so ziemlich perfekt liefert.

    Sehr gute Musik gibts als Goodie noch dazu.

    #74637

    Shogoki
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    Rang: GUF Veteran

    Glückliche Zufälle gibts, daher kann ich jetzt auch mal was vom besten Heimcomputer aller Zeiten nominieren. Vielleicht haben User im Forum mit diesem mehr Erfahrungen gemacht als mit “geheimen” Perlen von NES & SNES und generell mit PC-Engine und Mega Drive, für die ich alle zusammen noch ca. 50 Titel nominieren könnte. Dazu kommen noch ca. 50 Spiele für GB, GBC und GBA.

    Sensible World of Soccer 96/97 (Amiga, PC)
    Zählt zu den 10 wichtigsten Spielen aller Zeiten (die Liste, die u.a. von Warren Spector erstellt wurde) und das Spiel, das meist auf Platz 1 aller Fußballspiele landet, obwohl es gar keine Fußballsim ist und vor allem von vielen Spielern verehrt wird (die Community ist bis heute hochaktiv), die mit Fußball kaum bis gar nichts anfangen können.
    Arcade-Action-Spiel in hoher Spielgeschwindigkeit, irgendwie eine Mischung aus Pinball und Shooter im Gewand eines Fußballspieles und das Paradebeispiel dafür, dass man außer einer Möglichkeit zur Richtungseingabe und eines einzigen(!) Aktionsknopfes nichts braucht, um massig Möglichkeiten zu bieten. Sehr einfach in seiner Grundsätzlichkeit, schwer zu lernen, aber mit stetigem, befriedigendem Fortschritt und mit sehr elegantem Spieldesign.

    Daneben noch das komplette Fußballpaket, da es mehr als 28000 reale Spieler aus tausenden, realen Vereinen aus der ganzen Welt bietet für umfangreiche, aber nicht zu deepe Managementfunktionen im Karrieremodus über 20 Jahre. Dazu Nationalmannschaften, alle Pokal- und Meisterschaftswettbewerbe, alle großen Ligen haben mindestens die 2 höchsten Spielklassen, die englische Liga sogar 4.

    Amüsant ist aus heutiger Sicht, dass der höchste Marktwert bei heute lachhaften 15 Mio Pfund liegt und diesen haben auch nur 5 Spieler – Maldini, Weah, Bebeto, Shearer, Del Piero.

    Pflichttitel für jeden, der sich als kundiger Videospieler bezeichnen will. Nicht umsonst in der Liste mit u.a. Tetris oder Sim City, die man zwar nicht mögen, aber für die Videospielbildung gespielt haben muss.

    Turrican 2 (Amiga)
    Nicht zu verwechseln mit dem Ganon-Mitglied Super Turrican 2, welches ein völlig anderes Spiel ist. Das hier ist ein echtes Turrican und das Highlight der Serie, die das beste aus Metroid und Contra zusammenbringt, aber dabei trotzdem ganz eigen und herausragend ist. Technisch das wohl beste, was der 16 Bit-Heimcomputer zu bieten hat und dazu der meisterhafte Soundtrack von Chris Hülsbeck, der oft als sein bester bezeichnet wird.
    Aus der Zeit, in der metroid-artige Videospiele noch kein Genre waren und daher nicht irgendwelche Vorgaben befolgen mussten. Die großartige Action, das Leveldesign (perfekte Mischung aus Komplexität und zugleich Dienlichkeit für die unerbittliche Highspeed-Action) und Waffenauswahl ist unerreicht.

    Cannon Fodder 1+2 (Amiga)
    Quasi ein Pikmin-Vorgänger mit noch weniger Micromanagement, da kein Einheitenaufbau.
    Von Sensible Software, die mit diesem Titel zeigen, dass man auch nicht mehr als eine Maus mit 2 Tasten für vielseitige Möglichkeiten und irren Spielspaß benötigt.
    Wurde in Deutschland indiziert, da es aus Krieg eine comichafte Spaßsache machen würde, aber ich finde nicht, dass dies gerechtfertigt ist. Es ist sowas von überspitzt, dass man kaum von einem Kriegsspiel reden kann und irgendwie finde ich Hot Shots sogar indizierungswürdiger, wenn man solche Maßstäbe nutzen will. Dazu entwickelt sich eine Bindung zu seinen Soldaten und erlebt daher den tragischen Grauen des Krieges, wenn einer von ihnen fällt.
    Der Rest ist purer Spielspaß in einem einzigartigen Echtzeitstrategiespiel, das mit seiner Art von Spielspaß ganz anders ist als jedes andere Echtzeitstrategiespiel. Sensible Software haben es geschafft, 2 Werke zu erschaffen, die in ihren Genres nicht mehr übertroffen wurden mit einem perfekten Mix aus oberflächlicher Einfachheit und tatsächlicher Tiefe.

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