Star Trek

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Dieses Thema enthält 81 Antworten und 11 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Biber vor 6 Monate, 2 Wochen.

Ansicht von 20 Beiträgen - 21 bis 40 (von insgesamt 82)
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  • #60322

    Yoshi
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    Ich bin auch unzufrieden mit den Trailern, aus den genannten Gründen. Allerdings fand ich Beyond auch mindestens so schlecht wie den Trailer. Die Szene in der die Raumschiffe mit einem Radio zerstört wurden… das wäre mir selbt in Doctor Who als albern aufgefallen.

    Allerdings waren die Trailer von Enterprise imo auch nicht sonderlich gut, das Serienformat an sich ist auf jeden Fall zunächst einmal geeigneter ein gutes Star Trek zu ergeben als das Filmformat.

    #60577

    Double
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    Bryan Fuller über sein Aus bei Discovery (und was er eigentlich gerne aus der Serie gemacht hätte):
    Bryan Fuller on ‘Star Trek: Discovery’ exit: ‘I got to dream big’

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    #60591

    Biber
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    Wie furchtbar traurig :/

    Die Tanne kommt Komma Koma Doppelpunkt Dein Tod ist nah!

    #60650

    Ryudo
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    Echt schade. Eine Anthologie-Serie hätte ich sehr begrüßt. So habe ich die Befürchtung, dass sie über Staffel 1 hinaus keinen Plan haben, wo sie mit der Serie eigentlich hin wollen. Bei diesem ganzen drunter und drüber befürchte ich sogar, dass sie das nicht mal bei Staffel 1 wissen. CBS ist aber auch echt ne Katastrophe.
    Trotz allem freu ich mich auf die Serie. Solange sie besser ist als Enterprise, ist mir alles recht. Und bitte keine Holodeck Folgen!

    #60832

    lottogewinner
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    Jetzt soll ja auch noch eine Khan-Spinoff-Serie von Meyer kommen. Ich weiß nicht, ich weiß nicht.

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    #60852

    Ryudo
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    Eine Miniserie wohlgemerkt. Warum denn nicht, wenn’s gut gemacht ist? Bin ja ein großer Fan, der leider abgelehnten Anthologie-Idee. Das ist jetzt ferne Zukunftsmusik, aber bei Erfolg einer solchen Miniserie könnten weitere in anderen Epochen folgen. Das größte Problem bei sowas ist eigentlich nur die Optik, da automatisch alles moderner wirkt als in ner Serie aus den 60ern bzw. 90ern. Das stößt einigen ja auch bei Discovery übel auf. Aber mal ehrlich, mit den Kulissen von damals kann man heutzutage (leider?) keinen mehr hinter dem Ofen hervorlocken.

    #64844

    kaneda
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    Und schon jemand reingeguckt?! Ich heb mir das fürs Wochenende auf. smile

    ~ 24.11. 1983 - 26.08. 2014 ~

    #64845

    Biber
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    Ja, beide Folgen. Bin total begeistert. Gut modernisiert, aber trotzdem Star Trek. Einige Puristen werden sagen, dass da zu viel Action drin war, aber imo leistet es genau das, was die letzten Filme nicht geleistet haben und alles, was kracht, kracht aus einem Grund. Es ist nichts Bahnbrechendes und wird sicher nie den Stellenwert von TOS, TNG oder sogar DS9 zu ihrer Zeit erreichen, aber es hat eine durchgängig hohe Qualität.

    Bislang gibt es nur wenige Figuren, die beleuchtet werden, aber die gefallen mir sehr. Die Frauen könnten 1:1 durch Männer ausgetauscht werden und man würde keinen Unterschied merken, genauso wie es sich für Star Trek gehört. Die Dialoge sind gut, man ist schnell in der Geschichte drin und es gibt auch ein bisschen Fanservice. Insgesamt viel Potenzial, super rund und voller guter Ideen. Viele Trekkies verklären auch die Qualität der alten Serien, die allesamt sehr schwache Folgen hatten. Alles, was groß an TNG war, ist erst nach einigen Jahren gewachsen. Hier hat man schon nach dem Pilotfilm eine ganz gute Idee von der (möglichen) Qualität.

    Ich freue mich sehr auf alle weitern Folgen und bin super erleichtert.

    Und es ist wahnsinnig bizzar, 2017 Star Trek zu gucken, das man noch nicht kennt.

    Trek is back smile

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    #64846

    Yoshi
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    Ich bin deutlich, aber nicht in jeder Hinsicht, anderer Ansicht als Biber. Ich finde, dass der starke Fokus auf einen viel zu impulsiv und gewaltbereit handelnden Charakter dem Piloten massiv geschadet hat und mir ernsthafte Sorgen in Bezug auf die weitere Serie bereitet. Michael handelt auf eine Weise, die eine diskutierende, durchdachte Handlungsweise, die für eine Stark Trek-Serie meines Erachtens zentral ist, nur schwerlich möglich macht. Es bleibt natürlich abzuwarten, wie sich in der Folge der Ereignisse zum Ende der zweiten Folge Michaels weiterer Weg entwickelt und inwiefern ihr vor allem durch andere Charaktere entsprechende Grenzen gesetzt werden, aber wenn die Serie sich weiterhin so vollumfänglich auf sie konzentriert und sie weiterhin so agiert wie in diesem Piloten, hätte die Serie das Potential die in meinen Augen schlechteste Star Trek Serie zu werden. Auf der anderen Seite muss ich aber auch sagen, dass es in meinen Augen deutlich stärker Star Trek zu werden scheint als die aktuellen Filme. Handwerklich und dramaturgisch finde ich den Piloten von Discovery besser als bei den vorherigen Serien, aber in Sachen Charakterzeichnung und Erzählgeschwindigkeit haben alle Piloten vorher (Wobei ich bei TOS Der Käfig zähle) mich hier mehr überzeugt. Meine Frau war sogar noch etwas unzufriedener als ich. Beiden hat uns in Hinblick auf Erzählweise und -geschwindigkeit The Orville besser gefallen, auch wenn da definitiv auch viel Luft nach oben ist. Mein Lieblingscharakter in Discovery bislang ist übrigens Saru, den ich aber auch etwa sweniger mag als meinen Lieblingscharakter bei The Orville (Bortus).

    #64848

    lottogewinner
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    Yoshi hat Unrecht. Biber nicht.

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    #64851

    Sunny
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    Yoshi hat unrecht und das behaupte ich obwohl ich discovery noch gar nicht gesehen hab. Darkie und ich haben aber jetzt die erste Staffel Raumschiff Enterprise durch und manche der Folgen kann man qualitativ gar nicht unterbieten. ugly ?

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Jahr von  sunny.
    #64861

    Yoshi
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    Ich hab aber nun nicht gesagt, dass das die schlechteste Star Trek Folge aller Zeiten war. Der Käfig ist meines Erachtens aber eine gute Pilotfolge.

    #64862

    Sunny
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    Du hast aber geschrieben, dass es die schlechteste Star Trek Serie sein könnte. Dafür muss es dann schon ziemlich schlecht sein, zumindest nach der durchwachsenen ersten Staffel von Raumschiff Enterprise. Raumschiff Enterprise kann in den weiteren Staffeln ja aber auch noch zulegen. Discovery schaue ich frühestens, wenn komplett bei Netflix verfügbar.

    #64896

    LekRyugan
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    Ich finde Discovery bis jetzt auch prima. TNG und Voyager waren mein Star Trek beim Aufwachsen (DS9 hat wohl nach der Schule nicht in den Timeslot gepasst?), aber die sind nicht so gut gealtert, dass ich sie heute noch komplett gucken würde. Enterprise habe ich erst vor kurzem gesehen und war überrascht, wie gut es mir gefallen hat (bis auf die Tonqualität in Season 4 – war da das Aufnahmestudio kaputt?)

    Discovery macht vieles anders, aber eben für meinen aktuellen Geschmack richtig. Bin gespannt, wie es sich entwickelt.

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    #64898

    Yoshi
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    Du hast aber geschrieben, dass es die schlechteste Star Trek Serie sein könnte. Dafür muss es dann schon ziemlich schlecht sein, zumindest nach der durchwachsenen ersten Staffel von Raumschiff Enterprise. Raumschiff Enterprise kann in den weiteren Staffeln ja aber auch noch zulegen. Discovery schaue ich frühestens, wenn komplett bei Netflix verfügbar.

    Der Originalserie halte ich dabei immer ein wenig zu Gute, dass die Macher es schwer hatten, sich gegen die Senderleitung durchzusetzen und zudem mit einem extrem niedrigen Budget kämpfen mussten. Den Haudraufkirk hätte es ursprünglich beispielsweise gar nicht gegeben.

    #64916

    Biber
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    Ich bin deutlich, aber nicht in jeder Hinsicht, anderer Ansicht als Biber. Ich finde, dass der starke Fokus auf einen viel zu impulsiv und gewaltbereit handelnden Charakter dem Piloten massiv geschadet hat und mir ernsthafte Sorgen in Bezug auf die weitere Serie bereitet. Michael handelt auf eine Weise, die eine diskutierende, durchdachte Handlungsweise, die für eine Stark Trek-Serie meines Erachtens zentral ist, nur schwerlich möglich macht. Es bleibt natürlich abzuwarten, wie sich in der Folge der Ereignisse zum Ende der zweiten Folge Michaels weiterer Weg entwickelt und inwiefern ihr vor allem durch andere Charaktere entsprechende Grenzen gesetzt werden, aber wenn die Serie sich weiterhin so vollumfänglich auf sie konzentriert und sie weiterhin so agiert wie in diesem Piloten, hätte die Serie das Potential die in meinen Augen schlechteste Star Trek Serie zu werden. Auf der anderen Seite muss ich aber auch sagen, dass es in meinen Augen deutlich stärker Star Trek zu werden scheint als die aktuellen Filme. Handwerklich und dramaturgisch finde ich den Piloten von Discovery besser als bei den vorherigen Serien, aber in Sachen Charakterzeichnung und Erzählgeschwindigkeit haben alle Piloten vorher (Wobei ich bei TOS Der Käfig zähle) mich hier mehr überzeugt. Meine Frau war sogar noch etwas unzufriedener als ich. Beiden hat uns in Hinblick auf Erzählweise und -geschwindigkeit The Orville besser gefallen, auch wenn da definitiv auch viel Luft nach oben ist. Mein Lieblingscharakter in Discovery bislang ist übrigens Saru, den ich aber auch etwa sweniger mag als meinen Lieblingscharakter bei The Orville (Bortus).

    Star Treks Qualität besteht doch nicht darin, dass die Hauptfiguren nicht impulsiv agieren. Das Handeln von Michael war vollkommen nachvollziehbar und ist weder verherrlicht worden, noch unkommentiert stehen geblieben. Im Gegenteil: Als sie das Gespräch mit dem Admiral unterbricht und etwas davon faselt, es läge in der Natur der Klingonen, den Kampf als bevorzugte Option zu sehen, wird sie vom Admiral mit einem sehr treffenden Kommentar zurechtgesetzutzt. Diese Fragen werden ausdiskutiert. Ich fand es großartig, dass der Standoff mit den Klingonen so lange ausgespielt wurde und die Schiffe sich so lange im Raum gegenüber hingen, so dass Zeit blieb, alle Möglichkeiten zu erörtern und ein bisschen Poker zu spielen. Zudem ist es für Michael offensichtlich eine Art “Origin”-Story. Und sie ist erster Offiziert. Ihr langjähriger Captain zeigt sich vollkommen entrüstet über ihr Verhalten und sieht sie deshalb als nicht fähig, ein Kommando zu übernehmen. Und trotzdem handelt sie eben nicht unnachvollziehbar. Das ist alles ziemlich gut geschrieben und vor allem sehr doll Star Trek. Und in jeder anderen Serie hast du Figuren, die sich derart impulsiv verhalten, nur steht eben sonst der Captain im Mittelpunkt. Oder ist TNG auch kein Star Trek, weil Worf bei jeder Gelegenheit fordert, draufloszuballern? Oder Kira genauso, die mehr als einmal von Sisko zurückgehalten werden muss? Ganz zu schweigen von Lieutenant Torres. Star Trek ist doch nicht die blutleere Darstellung vollkommen paszifistischer Individuen, sondern handelt genau von der Frage, wie mit diesen Konflikten umzugehen ist und wie es gelingen kann, solche emotionalen Ausbrüche zu kontrollieren, aber sich eben doch auch mal auf sein Bauchgefühl und seine Erfahrung zu verlassen (oder in diesem Fall die der Vulkanier). Ich fand auch das Porträt der pragmatischen Vulkanier passend, die logischerweise auf Basis ihrer Erfahrungen den Klingonen erstmal einen vor den Latz knallen. Demgegenüber steht die naive Förderation. Wo genau der gute Weg ist und was auf dem Spiel dabei steht, in die eine oder andere Richtung falsch zu entscheiden, hat diese Doppelfolge in bester Star Trek Manier besser gezeigt als viele andere Episoden. Insofern finde ich deine Kritik viel zu oberflächlich und checklistenorientiert, zumal sie dem Vergleich mit sämtlichen anderen Serien nicht Stand hält, da diese deine Anforderungen ebensowenig erfüllen. Discovery ist (bislang) voll in Einklang mit dem, was ST ausmacht und verspricht, noch eine ganze Ecke besser zu werden.

    Die Tanne kommt Komma Koma Doppelpunkt Dein Tod ist nah!

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    #64918

    LekRyugan
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    Ganz viel Text vom Biber

    Da muss ich Biber Recht geben, Yoshi. Star Trek stellt schon seit ToS die Frage, ob wir besser sein können und nach dem handeln, was wir sagen oder eben an diesem Ideal scheitern. Aber selten wird das Ziel dabei voll erreicht, sondern es geht um das “Strugglen” auf dem Weg dorthin.

    #64920

    Yoshi
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    @biber: Natürlich ist “die Charaktere handeln nicht impulsiv” nicht das was Star Trek ausmacht, allerdings hast du ganz passend Kira und Worf genannt: Ja, die beiden sind (nicht in ihrer Respektlosigkeit anderen gegenüber, aber in Sachen Imuplusivität) ähnlich zu Michael, aber der Unterschied ist eben, dass die Serie sich nicht so stark auf die beiden fokussiert, wie es diese Serie nun bei Michael zu tun scheint. Implusive Charaktere kann, darf und soll es geben, aber wenn sie der zentrale Dreh- und Angelpunkt der Geschichte sind, besteht die Gefahr – und nur um die geht es ja hier, es ist ja bei weitem kein abschließendes Urteil über die Serie, das wäre vermessen nach zwei Episoden – dass Michael der Serie nicht genug Raum gibt, Handlungen zu diskutieren. Den Worf der ersten Staffeln TNG oder die Kira der ersten Staffeln DS9 hätte ich ebenfalls nicht als zentralen Dreh- und Angelpunkt einer Serie haben wollen. Dass beide nicht so leichtsinnig zur Meuterei tendierten und sich durch Entscheidungen besonnenerer Vorgesetzter haben in Zaum halten lassen, hat diese Charaktereigenschaften aber nun einmal auch nicht zum bestimmenden Faktor der Geschichte werden lassen.

    Idealerweise würde in meinen Augen eine Star Trek-Serie ohnehin keinen einzelnen Charakter zum dominiernden Faktor der Geschichte machen – in einzelnen Episoden ja, in der ganzen Serie nein. Aber wenn man es tut, dann muss es schon ein Charakter sein, der zumindest ein bisschen reflektiert oder wenigstens zurückhaltend ist, ansonsten wird es schwierig (nicht unmöglich), Handlungen ausgiebig auszudiskutieren. Wie gut das “zuerst schießen” zu den Vulkaniern passt, hängt natürlich stark von dem Zeitpunkt ab, denn vor Enterprise wurden sie als radikal pazifistisches Volk bezeichnet, in Enterprise wurde das relativiert, aber eben auf die Vergangenheit gerichtet (sowie auf das eigene Sicherheitsgefühl hin) relativiert.

    Ich halte Michaels Verhalten übrigens schon für unnachvollziehbar. Der direkte Angriff auf die Klingonen, den sie durchziehen wollte, steht im diametralen Gegensatz zur Föderationsphilosophie und es stimmt nun auch schlicht nicht, dass die Klingonen ganz grundsätzlich jeden erst einmal angreifen. Klingonen sind auch keine Amokläufer. Dass sie in diesem Fall damit Recht hatte (wobei meines Erachtens eben nicht mit der Aussage, dass es richtig sei anzugreifen, sondern nur mit der Einschätzung, dass sie Klingonen angreifen wollen), ist zwar korrekt, aber aus ihrer Lage nicht beobachtbar gewesen. Ihre anschließende Reaktion auf dem Klingonenschiff war der zweite totale Aussetzer, der klar macht, dass ihr impulsgesteuertes Verhalten nicht einfach nur durch ein Trauma befördert, sondern eine feste Charaktereigenschaft ist, die auch in anderen Situationen vorher bereits ersichtlich geewesen sein muss. Es ist völlig unplausibel, dass jemand der so extrem impulsiv handelt und so vollkommen unfähig ist, Hierarchien und Absprachen zu respektieren, in die Position eines ersten Offiziers gelangt, was es eben dann nicht nachvollziehbar macht. Und nein, Worf oder Kira haben so nicht gehandelt.

    Und nein, die Position der Föderation ist nicht schlicht naiv. Ja, sie stößt bei den Klingonen auf Unverständnis und wird zu Beginn des Krieges sicher problematisch sein, wir wissen aber, dass manches davon auch nur Fassade ist (Sektion 31) und dass diese grundlegende Philosophie sich eben doch auf eine Weise durchsetzt, dass genau das eintritt, was die Klingonen befürchten: Dass ihre Kultur des Kampfes, des Angriffsmuts und des Weges der kriegerischen Ehre durch die Föderation aufgeweicht wird und sie im Endeffekt schrittweise assimiliert werden.

    Ich widerspreche dir ja auch nicht vollkommen, die Serie hat durchaus Potential und die von dir angesprochenen Fragestellungen sind, da stimme ich zu, zentral und müssen nicht immer mit einer idealen Handlungsweise der Föderation begegnet werden, wie DS9 sehr gut zeigt. Aber so wie es in dem Discovery Prolog umgesetzt wurde, bin ich mit der Diskussionsunwilligkeit und dem starken Fokus auf gerade einen Charakter wie Michael nicht einverstanden. Es ist natürlich nicht vergleichbar mit dieser bodenlosen Unverschämtheit, die Star Trek Beyond dargestellt hat, aber es muss sich eben noch viel tun. Wichtig ist vor allem, wie stark der neue Captain heute als Korrektiv wirken kann und wie sehr die Macher bereit sind, auch über viele Folgen hinweg die Raumschiffphaser schweigen zu lassen.

    EDIT @Lek: Dem stimme ich zu, aber in diesem Fall ist das Straucheln eben einfach völlig unsinnig, weil das Straucheln aus reiner individueller Verfehlung herrührt und nicht aus einem echten Dilemma.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Jahr von  yoshi.
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    #64937

    Biber
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    Du sagst viel Richtiges, aber in meinen Augen ist das kein Problem. Weder für mich persönlich noch für Star Trek. Dass du nur von einer Gefahr sprichst, dass die Serie in eine falsche Richtung driftet (und auch nur davon gesprochen hast im ersten Posting), relativiert es in der Tat, aber ich finde eben gerade, dass die bisherigen Folgen viel mehr Anlass zur Hoffnung gibt, dass es der Franchise gerecht wird, als dass sich Aspekte finden lassen, die deine Befürchtungen rechtfertigen. So finde ich auch die Differenzierung zwischen Haupt- und Nebenfigur unerheblich. Gerade Kira war von Anfang an sehr stark im Fokus und ihre Zerrissenheit, ihr Übermut, ihre Impulsivität haben Sikso einige Nerven gekostet – waren aber auch für etwas gut. Es ist ja nicht eindeutig so, dass Sisko immer weise ist und recht hat und Kira stets im Unrecht ist (im Gegensatz zu Worf, der zu Beginn von TNG wirklich IMMER unrecht hat). Kiras Bauchgefühl sorgt ein ums andere Mal dafür, dass Sisko sich nicht über den Tisch ziehen lässt. Das macht DS9 ja gerade so gut. Insofern sehe ich bei Discovery viele Parallelen zu DS9, zumindest in der Anlage. Und gerade weil es eine Art Origin-of-Michael-Story zu sein scheint, gehe ich von einer starken Figurenentwicklung aus, eine Art Reife einer traumatisieren, zerrissenen Figur, die dank ihrer Mentorin, die trotz allen Schwierigkeiten an sie geglaubt hat. Du hättest Michael vielleicht nicht zum Ersten Offizier werden lassen, aber der Captain hat das Potenzial in ihr erkannt und genau solche Figuren braucht Starfleet, das haben die Serien immer deutlich gemacht. Leute, die außerhalb der Norm denken können, die Ideale lernen und verstehen, aber mehr als nur die Akademie gesehen und erlebt haben – insofern wärest du in meinen Augen für Gesamtstarfleet ein schlechterer Captain wink – Es ist ja gerade die Verantwortung eines Captains, sehr genau hinzuschauen auf seine Ziehsöhne und -töchter. Denn wenn wirklich mal jemand in Verantwortung die Ideale über Bord wirft (wie die Equinox in YOV oder die Valiant in DS9 voller Kadetten), dann trägt der Captain dafür die Verantwortung. Diese Gratwanderung ist super spannend. Sisko und Picard haben an Worf geglaubt. Zunächst wäre er sicher völlig ungeeignet gewesen, in die stromlinienförmige Föderation zu passen, aber nun, da er durch die Schule seiner Captains gegangen ist, ist er nicht nur ein passendes Starfleet-Mitglied – er hat Starfleet mit seiner Art, seiner Ehre und seiner Persönlichkeit bereichert und erweitert. Darum geht es auch bei Star Trek – Unterschiede zuzulassen jenseits von Technokratie und Direktiven, aber gleichzeitig Verantwortung zu übernehmen, wenn das schief geht.

    Dass Michael von den Fakten Recht bekommen hat, fand ich übrigens tatsächlich auch schwach und war dem Plot geschuldet. Dadurch wirkte der Captain auch im Vergleich naiv. Das hätte man grauer schattieren können. Die Vulkanier wurden ja auch nicht als totale Antipazifisten dargestellt. Es ging da ja mehr um ein Anerkennen der Realität der Klingonen durch eine Art Warnschuss, ein Zeichen der Stärke, nach dem die Vulkanier eine Waffenruhe etablieren konnte, die Bestand hatte. Diew Vulkanier sind in ENT imo gut portraitiert. Sie mischen sich nicht ein und bewahren sich dadurch einiges, entfalten aber auch nicht die Stärke der Föderation, die eben auch zur echten Bedrohung werden kann. Das hat Michael Edison Sisko doch so treffend entgegengeschleudert – die Föderation sei schlimmer als die Borg in ihrer Art, zu assimilieren. Hier herrscht ein ähnlicher Konflikt mit den Klingonen, der viel nachvollziehbarer ist als die Ausgangslage in TOS, wo es mehr um Ressourcen und Territorialkonflikte zu gehen schien, nur dass die einen halt “böse” waren.

    Und Michaels Verhalten ist ja nun nicht in jeder Situation zu erwarten. Dies ist der erste Kontakt mit den Klingonen seit gut 90 Jahren und das Ergebnis von ENT war, dass mit einem solchen Aufeinandertreffen keineswegs zu spaßen ist. Sie hat ja in ihrer Art trotzdem Unrecht, das wird imo auch gut gezeigt. Aber es ist nicht der Alltag, den sie hier erlebt hat. Gut möglich, dass sie vorher sieben Jahre lang in keiner vergleichbaren Extremsituation gesteckt hat.

    Die Tanne kommt Komma Koma Doppelpunkt Dein Tod ist nah!

    #64938

    Yoshi
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    Wenn ich deine Antwort lese, habe ich nicht einmal so sehr den Eindruck, dass wir es extrem verschieden bewerten, sondern eher, dass wir verschieden optimistische Perspektiven einnehmen auf Basis des Gezeigten. Ich muss Discovery aber natürlich auch zu Gute halten: Als ich die TV-Serie Hannibal, die ja vom gleichen Schreiber mit initiiert wurde, angefangen habe zu schauen, fand ich (den Charakter) Hannibal auch relativ schwach, was sich allerdings realtiv schnell gewandelt hat.

    Ich möchte aber noch eines richtigstellen: Ich habe nicht gesagt, dass Worf oder Kira ungeeignet für ihre Positionen seien, das habe ich nur über Michael gesagt. Ich bin dieser Ansicht bei Worf und Kira nicht. Ich bin selbst kein Verfechter großer Autoritätsargumente, aber, wenn so ein in Teilen ja auch militärisches Raumschiff funktionieren soll, muss die Befehlskette eingehalten werden, außer es gibt wirklich objektive dringende Gründe die dagegen sprechen. Wenn Worf bei jedem Mal, wo er mit Picards Entscheidung nicht einverstanden war, das Bathlet gezogen hätte, oder Kira bei jedem Zwist mit Sisko die Kontrolle über DS9 übernommen hätte, wäre es zu einem total Chaos gekommen. Dass Michael eine aggressivere Einschätzung der Situation hatte und dafür gekämpft hat, ist legitim und disqualifiziert sie nicht. Dass sie bei einer derart dünnen Faktenlage (allgemeines, nicht auf die spezifische Situation bezogenes Hörensagen!) zu einem körperlichen Angriff gegen den Captain greift und die Kontrolle an sich reißen möchte, ist aber ein Zeichen dessen, dass sie nicht einfach nur impulsiv ist, sondern dass sie auch keinen Respekt vor anderen Ansichten hat und sich nicht unterordnen kann. Diese Art des abweichenden Verhaltens ist aber keine Bereicherung. Dieses Verhalten hätte auf jeden Fall auf einem niedrigeren Rang korrigiert werden müssen, bevor sie als erster Offizier jederzeit das Kommando über das Schiff übernehmen können muss. Sie ist nicht per sé ungeeignet in der Sternenflotte zu arbeiten, sie ist nicht einmal zwingend dauerhaft ungeeignet erster Offizier zu werden, sie ist aber zu diesem Zeitpunkt charakterlich ganz klar noch weit davon entfernt, diese Position ausfüllen zu können. Das ist bei Kira und dem späteren Worf anders. Ach ja und so impulsiv wie sie handelt wäre sie natürlich auch, wenn die Befehlskette dann weniger entscheidend wäre, als Captain noch nicht geeigent. Wäre Worf auch erst gegen Ende von DS9.

    Dass Worf mit seinen aggressiven Einwänden stets Unrecht hatte zu Beginn von TNG ist natürlich genauso unglücklich wie dass Michael jetzt “Recht” hatte, aber doch, Worfs Perspektive war ein Gewinn; auch Michaels Perspektive hätte ein Gewinn sein können, als Beitrag zur Entscheidungsfindung des Captains und als Teil einer Grundlage der Beurteilung einer weiteren Entwicklung der Situation. Das wollte ich auch nicht bestreiten, diesen Beitrag hätte es aber auch auf einer angemesseneren Position geben können (z.B. Sicherheitsoffizier ;)).

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