Ausblicke

Hell Pie – Gamescom Hands-On

3D Jump & Runs sind seit zwei Generationen relativ rar gesät, so dass es durchaus einiges an Potential für neue Variationen der bekannten Formel geben könnte. Dennoch haben moderne Vertreter des 3D Jump & Runs in den letzten Jahren eher Verfeinerungen bekannter Ansätze geboten. Hell Pie versucht dem nun mit einer frischen Idee entgegenzuwirken.

Hell Pie ist auf den ersten Blick ein klassisches lineares 3D Jump & Run und kann zunächst auch genauso gespielt werden. Allerdings wird man schon bald auf schier unüberbrückbar wirkende Abgründe stoßen. Hier kommt die Kernidee des Spiels zu tragen: Nach einem Sprung kann man auf Knopfdruck ein Seil in der Luft befestigen – physikalische Details wollen wir an dieser Stelle einmal außer Acht lassen – und sich an diesem entlang schwingen. In der Gamescom-Demo kann man insgesamt drei Seile spannen, bevor man sicheren Grund erreichen muss um sich wieder an ein Seil hängen zu können.

Diese Mechanik gibt Hell Pie eine sehr interessante Dynamik, da der Sprungverlauf sehr stark in den Händen des Spielers liegt. Egal man die Reichweite maximieren möchte. Um eine Ecke springen möchte, oder einfach nur elegant durch die Luft segeln möchte, durch die Schwungseile ist dem Spieler ein ungewöhnliches Maß an Kontrolle gegeben. Gleichzeitig wird die Sprungmechanik aber auch nicht trivialisiert, denn die Beschränkung der Seile je Sprung sorgt dafür, dass man trotz erhöhter Mobilität nur einen endlichen Sprung durchführen kann und somit nicht einfach unbedacht durch die Gegend hüpfen kann.

Die Spielmechanik fühlt sich trotz des frühen Stadiums des Spiels – ein Release Ende 2020 wird derzeit angepeilt – sehr rund an und es macht eine Menge Spaß, den Protagonisten durch die Spielwelt zu bugsieren. Auch das in der Demo gezeigte Leveldesign weiß mit cleveren Sprüngen und einer hohen Designdichte zu gefallen. Einzig das Kampfsystem in Hell Pie ist ziemlich uninteressant geraten und könnte nach momentanem Stand schlicht gestrichen werden, ohne dem Spiel irgendwie zu schaden.

Neben der rein spielerischen Seite kann auch die Ästhektik Hell Pies überzeugen und erinnert mit seinen durchgedrehten Charakteren ein wenig an Rabbids Go Home. Im Falle der Demo ist diese Assoziation ein Stück weit auch der Kaufhausthematik geschuldet, die in den Levels Verwendung findet. Schon jetzt ist Hell Pie ein großer Spaß und wenn das Spiel in dieser Qualität noch über ein Jahr weiterentwickelt wird, steht uns hier wahrscheinlich eines der besten Indie 3D-Jump & Runs ins Haus.

Sebastian hat eine ausgeprägte Vorliebe für Jump & Runs, zählt aber auch Action-Adventures und Arcade-Spiele zu seinen Lieblings-Genres. Haupta...