Ittle Dew 2 Test

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9

Großartig

6.7

Leserhype

Zelda-artige Action-Adventures gibt es abseits der Nintendo-Reihe erstaunlich wenige. Besonders der Rätselaspekt der Zelda-Reihe wird zudem von Nachahmern regelmäßig eher stiefmütterlich bedacht. Das genaue Gegenteil hierzu war der Wii U-Titel Ittle Dew, der nahezu vollständig auf Rätsel ausgelegt war und uns im Test mit seinen kniffligen Aufgaben überzeugen konnte. Dieser Tage versucht Entwickler Ludosity nun, eine vollwertige Action-Adventure-Erfahrung mit Ittle Dew 2 auf Xbox One und PlayStation 4 zu bieten. Die knackigen Rätsel des Vorgängers wurden durch eine frei erkundbare Oberwelt und ein actionreiches Kampfsystem erweitert. Wir haben uns den Downloadtitel einmal genauer angeschaut und verraten euch, ob Ittle Dew 2 seinem großen Vorbild gerecht wird.

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Ittle sucht nach Floßteilen
In Ittle Dew 2 schlüpft man abermals in die Rolle der frechen Ittle, die mit ihren blonden Haaren und grünem Gewand recht deutlich an Nintendos Link erinnert. Begleitet wird Ittle von ihrem treuen, fliegenden Fuchs Tippsie, der stets bereit ist, auf Knopfdruck – aber auch nur dann – mehr oder weniger wertvolle Tipps zum aktuellen Spielstand von sich zu geben. Ittle und Tippsie landen zu Beginn des Spiels auf einer merkwürdigen Insel und verlieren bei der Gelegenheit gleich ihr im Vorgänger mühevoll erarbeitetes Floß. Um die Insel wieder verlassen zu können, müssen Ittle und Tippsie nun acht Floßteile suchen, um schließlich mit einem neuen Floß in See zu stechen. Praktischerweise haben die Bewohner der Insel acht Dungeons vorbereitet, in denen jeweils ein Floßteil auf die Abenteurer wartet.

Zelda-Fans fühlen sich wie zu Hause
Spielerisch ist Ittle Dew 2 für jeden Zelda-Kenner gewohnte Kost. Aus der Vogelperspektive steuert man Ittle durch eine konzeptuell zweidimensionale Spielwelt. Konzeptuell, denn Ittle Dew 2 ist tatsächlich, ähnlich wie A Link Between Worlds, komplett in 3D gestaltet. Ein Umstand, der gelegentlich auch für dynamische Kameraperspektiven verwendet wird. Der Übersicht halber bleibt die Kamera aber die meiste Zeit in ihrer gewohnten Überkopfposition. Mit dem linken Analogstick bewegt man Ittle in alle Himmelsrichtungen und zu Beginn kann man zudem mit dem A-Knopf den Stock, den Ittle bei sich trägt, schwingen. Die weiteren Knöpfe werden zu Beginn des Spiels nicht verwendet, in den Dungeons kann man allerdings neue Gegenstände finden und somit neue Fähigkeiten freischalten, die dann unmittelbar auf die übrigen Knöpfe gelegt werden. Am Ende des Spiels hat Ittle also vier verschiedene Grundfähigkeiten, die zum Rätseln und Kämpfen verwendet werden können. Neben den drei zusätzlichen Items erhält Ittle aber auch passive Fähigkeiten wie die Möglichkeit, Flammen mit seinem Stab zu schießen oder einen Bonus für die Verteidigung.

Strukturierte Wahlfreiheit
Die ersten sieben Dungeons können grundsätzlich in beliebiger Reihenfolge absolviert werden, allerdings gibt es durchaus eine intendierte Reihenfolge, die eine angenehme Schwierigkeitsprogression zur Folge hat. Der jeweils nächste Dungeon in der empfohlenen Reihenfolge wird auf der Karte markiert, wenn man allerdings ohne Hilfe die Spielwelt erkunden möchte, kann man natürlich einfach auf eigene Faust die Spielwelt nach Dungeons durchsuchen, kann dann allerdings auch schlecht ausgerüstet in schwierigeren Dungeons landen. Die Oberweltgebiete signalisieren durch die Stärke der Gegner ein wenig, wie schwer der jeweilige Dungein sein wird, ansonsten gibt es aber keine Hindernisse in der freien Erkundung der Welt. Einzig der achte und letzte Dungeon bleibt verschlossen – allerdings durchaus auffindbar – bis man alle anderen Dungeons gemeistert hat.

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Rätsel mit Alternativlösung
Der Grund hierfür ist, dass alle Dungeons, außer dem achten, auch nur mit dem Stab und dem Item, das im jeweiligen Dungeon gefunden wird, abgeschlossen werden können, der achte Dungeon dann allerdings recht wilde Kombinationen aller Fähigkeiten vom Spieler verlangt und die Entwickler somit Frust vorbeugen wollten, der dadurch entsteht, dass man einen Raum in einem Dungeon noch nicht abschließen kann. Das soll allerdings nicht heißen, dass jedes Rätsel in jedem Dungeon nur auf zwei Items ausgelegt ist. Es ist zwar richtig, dass man alle Gegenstände in den ersten sieben Dungeons mit nur zwei Items erhalten kann, weitere Items können aber dennoch eine signifikante Erleichterung zur Folge haben, da auf diese Weise Abkürzungen und Alternativlösungen zu Rätseln offen stehen, die den Abschluss des Dungeons vereinfachen. Die Dungeons bieten insgesamt eine gelungene Auswahl an Rätseln, wobei allerdings Spieler, die Blockschieberätsel hassen, mit Ittle Dew 2 wahrscheinlich nicht warm werden, denn ein großer Teil der Rätsel basiert auf Blockschiebeaufgaben. Allerdings ist Ittle Dew 2 in dieser Hinsicht bedeutend dynamischer als sein Vorgänger und Timing spielt bei den Rätseln oft eine ganze entscheidende Rolle. Der Schwierigkeitsgrad der Rätsel ist etwas niedriger als im Erstling. Das gilt allerdings nur für die ersten sieben Hauptdungeons. Im letzten Hauptdungeon und in den Zusatzdungeons, besonders dem letzten Zusatzdungeon, werden die Rätsel richtiggehend biestig und vor allem signifikant schwieriger als in der Zelda-Serie.

Hohe Designdichte der Spielwelt
Die Oberwelt in Ittle Dew 2 ist schätzungsweise etwa so groß wie die Welt in A Link to the Past und noch ein wenig praller mit Geheimnissen gefüllt. Zwei benachbarte Geheimnisse sind üblicherweise nur wenige Sekunden Fußweg voneinander entfernt. In den mal mehr mal weniger versteckten Höhlen findet der aufmerksame Spieler Splitter zum Freischalten von Zusatzdungeons, Buntstifte zur Erweiterung der Lebensenergie, oder aber neue Marker für die Karte, die auf besser versteckte Geheimnisse hinweisen. Interessanterweise muss man übrigens nicht alle Geheimnisse im Spiel finden, um es vollständig abzuschließen. Es gibt mehr als 24 Stellen, an denen Splitter versteckt sind, aber nur 24 Splitter. Hat man 24 Splitter beisammen, so werden die übrigen Stellen mit Herzen oder weiteren Markern versehen.

 

 

Doppelte und dreifache Items? Kein Problem!
Einige geheime Orte sind allerdings mit Mini-Dungeons verbunden, die jeweils weitere Versionen der Items aus den Hauptdungeons enthalten. Auf diese Weise kann man die Items bereits vor Besuch des zugehörigen Dungeons einsammeln, oder aber, indem man sie wiederholt einsammelt, aufleveln. Jedes Item außer den Stock kann bis auf Level drei aufgewertet werden, was mit neuen Fähigkeiten und höherer Durchschlagskraft einher geht. Im Kampf gegen die Endgegner kann das durchaus hilfreich sein.

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Knackige Endgegnerkämpfe
In Ittle Dew 2 ist nämlich nicht nur ein wacher Geist, sondern auch eine flinke Hand gefordert. Die Endgegner werden mit der Zeit ziemlich biestig, besonders der letzte Endgegner im vierten Geheimdungeon hat es absolut in sich. Da ist jede Hilfe recht, um sich gegen die mächtigen Schlägertypen durchzusetzen. Das Kampfsystem ist zwar relativ simpel – abseits der vier Items gibt es nur noch eine Rolle, die es dem Spieler ermöglicht, gegnerischen Angriffen auszuweichen und ihn gleichzeitig kurzfristig unverwundbar macht – fordert aber eine hohe Reaktionsgeschwindigkeit vom Spieler. Bei einigen Endgegnern ist ohne schnelle Reflexe und eine genaue Kenntnis der Angriffsmuster des Endgegners kein Blumentopf zu gewinnen. Somit ist Ittle Dew 2 über alle drei Gameplaybereiche hinweg relativ gleichmäßig äußerst fordernd, kann aber gleichzeitig mit viel Sorgfalt und Kreativität glänzen.

Gut

  • knackige Rätsel
  • hohe Designdichte
  • viel zu entdecken
  • anspruchsvolle Kämpfe
  • sehr frei ohne beliebig zu sein

Schlecht

  • gelegentliche, plötzlich auftauchende, Performance-Probleme

Fazit

Ittle Dew 2 ist ein herausragendes Action-Adventure im Zelda-Stil, das in Sachen Rätsel, Erkundung und Kampf voll überzeugen kann. Die nichtlineare Spielstruktur führt zu einem interessanten Dungeondesign mit Alternativwegen und optionalen Abkürzungen und das clevere Rätseldesign ist gegen Ende des Spiels merklich fordernder als in der Zelda-Reihe. Allerdings könnten Fans des Vorgängers ein wenig enttäuscht werden, da der Fokus auf Rätsel etwas heruntergefahren wurde, um einer freieren Erkundung und kniffligeren Kämpfen Raum zu geben.
9

Großartig

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