Kritiken

Just Dance 4 im Test

Nur wenige Wochen vor Release der neuen Nintendo-Konsole Wii U versucht Ubisoft die Wartezeit ein wenig zu verkürzen und lockt Spieler allerortens im vierten Jahr in Folge auf die Tanzfläche. Nach bereits drei Titeln haben wir hohe Erwartungen an Just Dance 4, soll dieser Teil doch an vorige Erfolge anknüpfen ohne langweilig zu werden. Was ihr tatsächlich erwarten könnt, verraten wir euch im folgenden Test der Wii-Version.

Voller Körpereinsatz führt zu Bestleistungen
Auf den ersten Blick scheint sich nicht viel getan zu haben. Das Design hat nach wie vor durch leuchtende Neonfarben und individuelle Figuren seinen ganz eigenen Wiedererkennungswert. Innovativ kann man die Spielweise nun nicht mehr nennen, sie erfüllt aber ihren Zweck und weiß nach wie vor zu begeistern. Neben der Grafik bleibt auch der Sound unverändert gut. Im Just Dance-Modus wird man mit der Wii-Remote zum Tänzer und muss möglichst im Takt die kleinen Piktogramme imitieren, die einem zeigen, wie man sich zu bewegen hat. Je nach Ausführung der Bewegung gibt es eine gewisse Anzahl von Punkten und Bewertungen. Bevor man allerdings zu tanzen beginnt, sollte sich der Spieler eine Tanzkarte anlegen. Andernfalls werden Erfolge verworfen und die Jagd auf Highscores bleibt aus.

Neue Modi halten bei Laune
Möglichst viele Punkte zu sammeln hat aber nicht nur einen kompetitiven Charakter. Mit den hart erkämpften Punkten, auch Mojo genannt, werden nach und nach im Spiel neue Tanzmodi für einzelne Songs, Work-Outs und kleine Extras freigespielt. Besonders spaßig fiel uns dabei der Battle Modus auf. Hier treten zwei Tänzer mit zwei verschiedenen Songs gegeneinander an. Der Modus ist auch im Singleplayer spielbar. Dabei tritt man lediglich gegen einen NPC mit durchschnittlichen Tanzfähigkeiten an. Die beiden Tänzer müssen in einer vorgegebenen Zeitspanne alles geben um als Gewinner hervorzukommen. Der Verlierer der Teilrunde muss nun sein Bestes geben, um in dem Song des anderen Spieler zu punkten. Der Spieler, der am besten seinen Song verteidigt hat, gewinnt den Battle.

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Come on and dance with me!
Eine weitere, deutliche Verbesserung gegenüber den vorigen Teilen ist die Interaktion der einzelnen Tänzer. Zwar wurden auch in Just Dance 3 vermehrt interaktive Choreographien eingesetzt, allerdings wirken sie im Vergleich mit Just Dance 4 eher schüchtern. Überhaupt bietet der Großteil der 43 Songs Abwechslung für mehrere Spieler. Deshalb ist das Spiel gerade aus Multiplayer Sicht eine bessere Alternative zu den Vorgängern.

Schwitzen statt chillen
Eine besondere Erwähnung soll auch der enorm verbesserte Just Sweat-Modus finden. Hier steht der sportliche Aspekt im Vordergrund. Der Spieler kann zwischen verschiedenen Musik- und damit auch verschiedenen sportlichen Stilen wählen. Das eine Workout sagt damit eher dem Aerobikfanatiker zu, während das andere mit lateinamerikanischem Groove zur Bewegung animiert. Die Workouts sind ein Mix aus speziell programmierten Bewegungsroutinen und ausgewählten Stücken aus der Songliste. Abwechselnd imitiert man also einen Trainer und einen Tänzer. Die Intensität orientiert sich am jeweiligen Spieler und nimmt ab, wenn die Ausführung und Bewegungsintensität nachlässt. Nach jeder Runde werden die Messungen ausgewertet, woraufhin eine entweder leichtere oder schwierigere Runde folgt. Im Test hat der Just Sweat-Modus auf jeden Fall einen wesentlich besseren Eindruck hinterlassen, als in seinem Vorgänger und brachte uns ordentlich ins Schwitzen.

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Wenig Neues in der Wii U-Version
Auf der Wii U präsentiert Ubisoft dem Spieler im Wesentlichen die aus der Wii-Version bereits bekannte Kost. Das Spiel ist nahezu ein direkter Port mit den gleichen Liedern und verlangt sogar, dass man die Wii-Remote zum Tanzen verwendet. Zugegeben, mit dem GamePad in der Hand tanzt es sich ohnehin nicht sehr gut, insofern ist es erfreulich, dass Nintendo die Bewegungssteuerung auf der Wii U nicht gänzlich vernachlässigt hat. Einige kleinere Neuerungen gibt es aber dennoch. Zunächst einmal kann ein Spieler das GamePad verwenden, um schon während des Tanzes das nächste Lied auszuwählen. Infolge dessen muss die Tänzerrunde so nicht erst im Menü nach dem nächsten Lied suchen. Zudem kann der Spieler mit dem GamePad während des Tanzes weiße Linien auf den Bildschirm zeichnen, um die Tänzer ein wenig zu verwirren oder zu erheitern. Je nach Zeichnung. Beide Möglichkeiten sind im Grunde genommen reine Spielerei, es gibt allerdings einen Zusatzmodus, den man erst nach einiger Zeit freischaltet, und der den Spieler mit dem GamePad in eine etwas aktivere Rolle versetzt. Im Puppet Master Modus kann der Spieler mit dem GamePad die Tanzbewegungen aussuchen, die die Spieler nachtanzen müssen und hat so einen aktiven Einfluss auf das Spielgeschehen. Eine nette Ergänzung, Kenner des Wii-Spiels werden für diese kleine Neuerung aber sicher nicht noch einmal zugreifen wollen. Insgesamt ist zu sagen, dass der Kauf der Wii U-Version gegenüber den anderen Versionen vorzuziehen ist, ein erneuter Kauf für Kenner des Originals aber völlig unsinnig erscheint.

Mit vielen neuen Modi und einer großen Bandbreite an Musikgenres deckt Just Dance 4 alle Bedürfnisse ab, die nach seinen Vorgängern noch ungestillt blieben. Der angepasste Just Sweat-Modus hat endlich einen wirklichen sportlichen Charakter erhalten und der Spieler wird durch einen größeren Pool an Freischaltmöglichkeiten öfter angespornt das Spiel in die Konsole einzulegen. Als Partyspiel überzeugt es durch vermehrte Interaktion und Nutzung der Tanzfläche, sowie individuellere Tanzmodi.