Lara Croft: Guardian of Light Vorschau

Das Reboot von Tomb Raider kam mit einer beeindruckend cineastischen Inszenierung daher und gewann so schnell viele Spielerherzen für sich. Im Schatten dieses explosiven Giganten geriet ein anderer Ableger der Marke da fast schon in Vergessenheit. Und das trotz eindeutiger Qualitäten, die für das Koop-Spin Off Lara Croft: Guardian of Light sprachen. Beispielsweise das gemeinsame Lösen kniffliger Rätsel aus der isometrischen Perspektive. Doch Square Enix erlaubt dem Geheimtipp mit dem Nachfolger Lara Croft and the Temple of Osiris eine zweite Chance, um endlich auch im Mainstream den ganz großen Anklang zu finden. Diesmal können sogar bis zu vier Abenteurer gleichzeitig auf die Jagd nach seltenen Artefakten gehen. Ich habe auf der gamescom die Chance genutzt und mich nicht nur in die Tempel begeben, sondern auch gleich mit zwei Entwicklern gequatscht.

Neue Freunde, bekannter Ort
„Wir schicken Lara Croft auf Wunsch der Fans zurück nach Ägypten. Das war schließlich schon immer einer der liebsten Orte der Tomb Raider-Fans.“ Doch nicht nur die Wahl des Settings dürfte bei Oldschool-Spielern für ein Grinsen auf dem Gesicht sorgen. Ganz im Gegensatz zu den großen cineastischen Versionen der Marke, kommt ihr im Tempel von Osiris hauptsächlich durch das Lösen von Rätseln weiter. Es warten Fackeln darauf angezündet, Schalter darauf umgelegt und Gewichte platziert zu werden. Hier kommt es mehr darauf an zu knobeln, statt Pfeil und Bogen zu meistern. Actioneinlagen werden aber auch immer wieder eingestreut, um genügend Abwechslung zu bieten. Per klassischer Twin-Stick-Steuerung muss grob in Richtung der menschenfressenden Riesenkäfer und anderer fieser Geschöpfe gezielt werden. Ja, ihr habt richtig gelesen. Bewaffnete Söldner stellen sich euch hier nicht entgegen. Stattdessen gehören uralte ägyptische Gottheiten und deren Schergen zu euren Feinden. Oberbösewicht Seth wurde durch eure Suche erst erweckt und droht nun die ganze Welt ins Unheil zu stürzen. Um dies zu verhindern, schließt sich euch die wiedererweckte Verwandtschaft von Osiris, Horus und Isis, im Kampf gegen den Schakal-Gott an. „Wir wollen mit diesen Spiel diese mystischen Elemente mit so stark wie möglich einsetzen.“

Diesmal ist Lara mit drei weiteren Kameraden auf Schatzsuche.

Mit Lara Croft, Archäologen-Kollege Carter Bell, sowie Isis und Horus sind also nun vier Charaktere dabei. Damit eignet sich das Spiel also perfekt für Koop-Sessions mit bis zu drei Freunden gleichzeitig. Erfreulicherweise könnt ihr euch auf der heimischen Couch treffen, oder einander über den Onlinedienst der Konsole zum Spielen einladen. Auch eine Kombination beider ist möglich. Doch auch an Einzelspieler hat man gedacht. Falls ihr euch jetzt fragt, wie ein Rätselspiel, das so extrem auf Zusammenarbeit setzt, mit einer unterschiedlichen Kombination von Spieler funktioniert, könnt ihr beruhigt sein. Mir ging es nicht anders und so habe ich die Frage gleich an die Entwickler weitergegeben. „Wir wollen, dass die Fans jederzeit so spielen können, wie es ihnen gerade passt. Das heißt es gibt Drop In-Drop Out-Koop für bis zu vier Spieler. Man kann aber auch alleine in den Tempel des Osiris absteigen. Ganze egal wie viele spielen, die Räume sind immer dieselben. Wir müssen nur bei einer Veränderung der Spieleranzahl kurz den Raum neu laden, weil wir das Rätsel darin darauf anpassen.“ Wie stark die Qualität der Knobeleinlagen darunter leidet kann ich euch noch nicht sagen, da ich die gesamte Demo zu viert gespielt habe. Außerdem ist fraglich, wie stark die Ladezeiten das Spiel unterbrechen. Allerdings könnten die dynamischen Rätsel auch viel Wiederspielwert bieten… Abwarten!

Alles beim Alten?
Die gespielten Level setzten jedenfalls stark auf die unterschiedlichen Fähigkeiten der zwei spielbaren Fraktionen. Die Grabräuber haben einen Enterhaken zur Verfügung mit dem sie Schluchten überqueren und Brücken bauen können. Die Ägypter haben einen magischen Stab zur Verfügung, der unter anderem mit Hieroglyphen versehene Plattformen heben und senken konnte. Wer den Vorgänger gespielt hat, wird sich schnell heimisch fühlen. Es kommt immer noch darauf an, in der richtigen Reihenfolge die Fähigkeiten zu nutzen, um in den nächsten Raum zu gelangen. Allerdings gibt es auch ein paar neue Gameplay-Elemente. So spielte etwa Wasser eine große Rolle in der Demo. Mit Hilfe der Strömung musste eine Bombe zu einem eigentlich unerreichbaren Schalter gespült werden. Bei einer Plattformer-Einlage drohte ein reißender Fluss mit Krokodilen, falls der Sprung nicht präzise gelungen ist. All dies hat schon Spaß gemacht, allerdings hoffe ich, dass man uns zu Demonstrationszwecken eher leichter Denkaufgaben vorgesetzt hat. Denn ich und die drei anderen Abenteuer mussten nur selten überlegen, was zu tun war.

Auf den erfolgreichen Abschluss einer Mission folgen Kisten voller Loot, die mit magischen Ringen und neuen Waffen aufwarten, die ihr frei nach eigenem Geschmack ausrüsten könnt. Allerdings kostet das Öffnen einer solchen Truhe Diamanten, die während der Tempelabschnitte einzusammeln sind. „Wir wollen, dass die Spieler nicht nur zusammenarbeiten. Es ist lustig zu sehen wie die Leute erst noch Kooperieren um weiter zu kommen und sich anschließend um die Diamanten streiten.“ Crystal Dynamics nennt das „kompetitiven Koop“. Ebenfalls liegt der Fokus diesmal auf einer offenen Oberwelt, auf der die Tempeleingänge verstreut sind. „Die Spieler können die Open-World erforschen und Tempel entdecken. Außerdem bietet sich diese Struktur dazu an, auch nach dem Release weitere Rätsel als DLC zu veröffentlichen.“

Fazit
Mit Lara Croft and the Temple of Osiris scheint uns ein Titel zu erwarten, der auf dem Vorgänger aufbaut und ihn sinnvoll ergänzt. Gute Koop-Spiele abseits des Shooter-Genres gibt es einfach mittlerweile viel zu selten. Da freut es mich, hier gleich mit bis zu drei Freunden spielen zu können. Und da der Erstling schon viel Spaß gemacht hat, ist meine Sorge auch nicht groß. Wie hoch die Qualität der Rätsel ist und ob sie nicht vielleicht sogar unter der flexiblen Spielerzahl leiden, bleibt abzuwarten. Auf die Frage hin, ob man keine Angst vor der Konkurrenz aus dem eigenen Haus hat, verriet man übrigens, dass man einen anderen Markt bediene. "Es gibt Platz für zwei verschiedene Lara Croft-Spiele".
Verfasst von
Action-Spiele und Shooter aller Art sind Roberts Fachgebiet. Zwischendurch darf es aber auch gerne ein Spiel mit spannender Story und dichter Atmosphäre sein. Wenn er nicht gerade auf Xbox Live unterwegs ist, verfasst er bestimmt Artikel und News für Gaming-Universe.

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