Mario rennt: Vorschau zu Super Mario Run für iOS

Was noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wäre, ist 2016 Realität geworden – mit folgenschweren Auswirkungen. Nein, die Rede ist hier nicht von der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten, sondern von Nintendos ebenso verwunderlichem Einstieg in die Smartphone-Spieleentwicklung. Zuvor hieß es aus Nintendos Reihen immer wieder, dass Mario, Link und Co. unter keinen Umständen auf fremden Plattformen zu sehen sein werden, zu groß sei die Gefahr, die Verkäufe von Nintendos eigenen Systemen und den dazu gehörigen Spielen könnten darunter leiden.

2015 gab das japanische Traditionsunternehmen dann jedoch erstmals überraschend die Kooperation mit dem japanischen Mobile-Service-Entwickler DeNA bekannt und damit verbunden die Veröffentlichung von kleineren Smartphone-Titeln bekannter Nintendo-Franchises, um – und das ist das Ironische an der Sache – die Verkäufe der Nintendo-Systeme und großen Titeln zu stärken. Aus diesem Deal erwuchs zunächst das Anfang 2016 erschienene Miitomo. Eine kostenlose Social-App, mit deren Hilfe durch das Beantworten von Fragen mehr über sich und seine Freunde herausfinden können sollte.

Mit dem nächsten Coup Pokémon GO stand Nintendo dann auf seinem lange nicht erreichten Zenit. Überall – vom Kindergarten bis ins Seniorenheim – wusste man von dem Phänomen. Nachdem die Hypes beider Apps mittlerweile stark nachgelassen haben, lässt Nintendo am 15. Dezember 2016 endlich auch den berühmtesten Klempner der Welt in Super Mario Run auf den Smartphonemarkt los – zumindest auf iOS-kompatible Geräte. Auch wenn Gaming-Universe natürlich weiterhin seinen Fokus auf Handhelds und Konsolen setzt, habe ich daher dank Nintendo in einer Vorschau-Version des Spiels einmal einen Blick über den berühmt berüchtigten Tellerrand gewagt.

Lauf Mario, lauf!
Auf den ersten Blick sieht Super Mario Run genau so aus, wie die letzten New Super Mario Bros.-Spiele. Doch der Schein trügt gewaltig! Denn wer regelmäßig auf Smartphones daddelt, der weiß, dass sich die Touchscreeneingabe per Finger nicht unbedingt für komplexe Titel – ein Mario-Jump’n‘Run eingeschlossen – eignet. Aus diesem Grund bewegt sich Mario in Super Mario Run ganz von alleine. Lediglich auf den Zeitpunkt seiner Sprünge habt ihr Einfluss, indem ihr den Bildschirm mit dem Finger antippt; so wie man es bereits von anderen Vertretern des Infinite Runner-Genres auf Smartphones kennt. Dies ist aber auch schon die einzige Gemeinsamkeit, denn wie man es von Mastermind Shigeru Miyamoto und seinem Entwicklungsteam gewohnt ist, bietet der Titel einen hohen Komplexitätsgrad, doch dazu später mehr.

Im klassischen Story-Modus gilt es ganz nach dem Jump’n’Run-Vorbild in sechs verschiedenen Welten mit je vier Leveln wieder einmal Bowser und seinem Gefolge den Gar auszumachen und Prinzessin Peach retten. Der richtige Sprung zur richtigen Zeit plättet nicht nur lästige Gumbas, sondern lässt Mario auch Münzen oder Power-Ups einsammeln, P-Schalter aktivieren oder Wandsprünge vollführen. Nahezu alle wichtigen Elemente aus New Super Mario Bros. haben es ins Spiel geschafft. Besonders versierte Spieler dürfen sich noch an der Spezial-Münzen-Herausforderung versuchen, für die ihr fünf besondersfarbige Münzen pro Level sammeln müsst. Das Meistern dieser Herausforderung schaltet Alternativ-Versionen des ursprünglichen Levels frei, sodass sich die Gesamtlevelzahl nochmal beträchtlich erhöht.Verloren die Münzen zuletzt in Mario-Spielen immer mehr an Nutzen und Bedeutung, motiviert euch Super Mario Run endlich wieder zur Münzjagd. Im „Mein Königreich“-Modus könnt ihr nämlich mit ihrer Hilfe Dekorationen und Gebäude kaufen, die dann – wie der Name es schon sagt – euer persönliches Pilzkönigreich zieren. Diese sind nicht nur hübsch anzusehen, sondern schalten oft zusätzlich auch neue Minispiele oder Charaktere frei.

My home is my castle!
Um die Berechtigung zu erhalten, gewisse Items kaufen zu dürfen, kommt zu guter Letzt der dritte Spielmodus „Toad-Rallye“ ins Spiel. Im Austausch gegen spezielle Toad-Rallye-Tickets könnt ihr in einer Art Endlos-Level mit Zeitbegrenzung gegen Spieler auf der ganzen Welt antreten, die ein ähnliches Skill-Niveau besitzen wie ihr. Innerhalb des Levels tummeln sich dabei verschiedenfarbige Toads, die es zu beeindrucken gilt, indem ihr euch besser schlagt als die Geistaufnahme eures Kontrahenten. Um diese zu beeindrucken genügt es jedoch nicht einfach nur viele Münzen zu sammeln, auch spektakuläre Sprung-Manöver werden belohnt. Habt ihr genug Toads gesammelt, schalten sich dann nach und nach neue Dekorationen für euer Königreich frei.

team_karim-ashan_01Karim meint: Super Mario Run ist ein mehr als ambitionierter Smartphone-Titel. Man merkt an allen Ecken, dass DeNA die App in enger Zusammenarbeit mit Nintendo EAD entwickelt hat. Wer den – für eine iOS-App verhältnismäßig hohen – Preis von 9,99€ investiert, bekommt einiges geboten und auch wer nur mit einem Kauf liebäugelt, kann das Spiel in einer eingeschränkten Fassung nutzen und diese Daten beim Kauf übertragen; mittels eines My Nintendo-Accounts sogar auf jedem beliebigen lauffähigen Gerät. Einzige Wermutstropfen: Eine Android-Version soll erst zu einem späteren Zeitpunkt folgen. Zudem setzt das Spiel als erster Mario-Titel eine aktive Internetverbindung voraus, womit der App schon jetzt ein zukünftiges Ende vorausgesagt werden kann.

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Zu einem guten Plattformer sagt Karim selten nein, aber auch epische Rollenspiele fesseln ihn vor den Bildschirm. Im öffentlichen Nahverkehr vergnügt er sich auch gerne mit kurzweiligen Puzzlern – Mobile-Gaming auf dem Nintendo 3DS ist seine absolute Leidenschaft. Zuhause angekommen, kümmert sich Karim um Datenbankpflege oder versorgt euch mit aktuellen News und Anspielberichten.

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2 Kommentare auf "Mario rennt: Vorschau zu Super Mario Run für iOS"

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