Angespielt: Metal Gear Survive

Mit Metal Gear Survive bringt Konami den ersten neuen Ableger der Reihe, seit dem 2015 erschienenen fünften Teil „The Phantom Pain“. Der Action-Survival-Titel fokussiert sich im Gegensatz zu den gewohnten taktischen Schleichmissionen, auf ein alternatives Szenario, indem ihr Infizierte bzw. Zombies bekämpft. Zwar soll es auch eine Singleplayer-Kampagne geben, in der ihr unter anderem eine eigene Basis ausbauen könnt, doch Kern des Spiels scheint der neue kooperative Multiplayer-Modus zu werden. Ich konnte auf der gamescom 2017 genau diesen anspielen und werde euch jetzt erzählen, wieso das Ganze doch besser funktioniert als gedacht.

Mit einer gehörigen Portion Skepsis bin ich in die Anspielsession von Metal Gear Survive gegangen. Als großer Fan der Hauptteile unter der Leitung von Hideo Kojima, wusste ich nicht genau, was mich nun erwartet. Kann ein neuer Metal Gear-Teil ohne den kreativen Kopf der Reihe funktionieren? Die Antwort wird man wohl auch nach dem Release des Spiels (noch) nicht beantworten können, geht Survive doch in eine komplett andere Richtung – zum Glück.

Zusammen mit drei anderen Spielern, ging es nach der Auswahl, einer, wohl durch einen Charaktereditor erstellten, Spielfigur samt Klasse, in einen Warteraum. In diesem steril gehaltenen Übungsgelände konnten wir mit unbegrenzten Waffen, Munition und Fähigkeiten die Steuerung des Spiels erlernen und herumexperimentieren. In jedem Fall ein gelungener Spielplatz zum Überbrücken der Zeit, während man im fertigen Spiel auf weitere Mitspieler wartet, besonders da in der gesamten Demo auch Friendly Fire aktiviert war. Wer Metal Gear Solid V: The Phantom Pain gezockt hat, wird sich hier schnell wieder zurechtfinden, da es sich im Grunde um die gleiche und immer noch sehr gute, Steuerung handelt. Zu den neuen Fähigkeiten zählen unter anderem Zäune oder Wachtürme, die man aus dem Nichts erschaffen kann, oder kleine Minen, mit denen man sich teleportieren kann. Sobald alle bereit waren, konnte schließlich die Runde starten.

Gespielt haben wir im Grunde einen klassischen Horde-Modus, wie man ihn auch aus etlichen anderen Shootern kennt. In der Mitte unserer Basis stand ein Gerät, welches wir vor den angreifenden Zombie-Scharen in drei Runden verteidigen mussten. Während sich uns in der ersten Runde nur normale Infizierte in den Weg stellten, kamen in der zweiten auch dickere, kugelartige Wesen dazu, die bei ihrem Tod nochmal eine gefährliche Explosion hinterließen. Vor und nach jeder Runde gibt es standardmäßig eine kurze Durchschnaufpause, in der wir Zeit haben, neue Barrikaden und Fallen aufzustellen, aber auch um das Areal weiter zu erkunden. Die Karte öffnet sich nämlich nach jeder Runde ein Stück und bietet so die Gelegenheit, beispielsweise neue Munitionskisten zu beschaffen und ins Lager zu tragen. In der letzten Runde konnten ich und ein anderer Spieler sogar jeweils einen kleinen wendigen, aber nicht weniger zerstörerischen, Walker Gear bergen. Auf dessen Rücken die herannahenden Infizierten zu pulverisieren oder gekonnt wegzutreten, ist durchaus ein amüsanter Anblick.

Trotz Munitionsknappheit zum Ende hin, haben wir die dritte Runde schließlich geschafft und die Demo nach etwas 20- 30 Minuten erfolgreich beendet. Als Belohnung winkten uns Lootkisten, in denen verschieden-wertige Waffen und Ausrüstungsgegenstände zu finden waren, mit denen man im finalen Spiel seinen eigenen Charakter verbessern kann. Laut den Verantwortlichen soll der eigene Charakterfortschritt außerdem nicht nur für den Multiplayer gelten, sondern auch in die Kampagne übertragen werden bzw. umgekehrt.

Fazit
Als kooperativer Survival-Titel gewinnt Metal Gear Suvive in der momentanen Spielelandschaft sicher keinen Preis für Originalität. Doch das Game hat den Vorteil, dass es auf der tollen spielmechanischen Basis von The Phantom Pain aufbaut und diese mit interessanten Features erweitert. Man merkt auch in Sachen Charaktere und Landschaften wie viele Assets aus dem letzten Hauptteil wiederverwendet wurden, doch ist das für mich per se kein Nachteil. Ob das Spielkonzept auch auf Dauer Spaß macht und wie sehr eventuelle Mikrotransaktionen die Balance beeinflussen, wird sich noch zeigen müssen. Wenn bis zum Release im nächsten Jahr noch etwas an der technischen Seite geschraubt wird, freue ich mich allerdings schon jetzt auf die ein oder andere Runde amüsantes Zombie-Gemetzel.
Verfasst von
Für Redakteur Christoph sind vor allem gut geschriebene Charaktere, eine mitreißende Handlung sowie fantastische Welten mit dichter Atmosphäre, Aspekte die ihn beim Spielen begeistern. Neben Titeln wie The Last of Us und Bloodborne, schlägt seine Leidenschaft für Games dabei besonders für japanische Produktionen à la Final Fantasy und Persona.

Wie gefällt dir der Artikel?

2 1

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!

Benachrichtige mich zu:
wpDiscuz

Passwort vergessen

Bitte gib hier deinen Benutzernamen oder deine E-Mail-Adresse an. Du wirst einen Link per E-Mail erhalten, um ein neues Passwort zu erstellen.