Ausblicke

Mosaic – Gamescom Hands-On

Viele Menschen sehen die tägliche Arbeit als unangenehme Pflicht an, die zum Überleben aber notwendig ist. In dem Indie-Titel Mosaic, den wir in einer kurzen Querschnittsdemo auf der Gamescom haben anspielen können, schlüpft der Spieler in die Rolle Inge Nilsens in einer dystopischen Zukunftsvision, in der Arbeit geradewegs erniedrigend langweilig ist.

Zu Beginn des Spiels muss sich Inge Nilsen mühsam aus dem Bett quälen. Der einzige Sinn der Arbeit, so scheint es ihm, ist am Leben zu bleiben. Und der einzige Sinn des Lebens ist es zu arbeiten. Entsprechend unmotiviert macht er sich auf den Weg zur Arbeit. Unterwegs kann man immer mal wieder vom direkten Weg abweichen und so besondere Erlebnisse – die doch eigentlich völlig alltäglich sein sollten – erleben. Sei es das Beobachten eines Sonnenaufgangs, eine Katze vom Baum zu retten oder dabei zuzuschauen, wie ein Haus abgerissen wird. Jede kleine Ablenkung ist für Inge willkommen.

Ein besonderes Detail im Spiel ist Inges Handy, das nicht nur zahlreiche dezent deprimierende Nachrichten über verspätete Arbeitsantritte und verkümmernde Freundschaften bietet, sondern überdies ein ernüchterndes Handyspiel enthält. In diesem Spiel muss man wiederholt auf den Blip-Button klicken, um Blops zu erhalten, die man anschließend dafür ausgeben kann, mehr Blops je Blip zu erhalten oder einige Blips automatisch zu erhalten, wenn man das Spiel gerade nicht spielt. Dem anwesenden Entwickler zu folge ist dieses Spiel eine Allegorie auf oftmals arg substanzlose Handyspiele, die in den Downloadshops der beiden großen Anbieter angeboten werden.

Aus strikt spielerischer Sicht steckt darin allerdings durchaus eine gewisse Ironie, denn Mosaic ist nicht gerade das mechanisch anspruchsvollste Spiel das auf der Gamescom zu spielen war. In der Tat macht das Spiel dem Begriff Walking Simulator alle Ehren und besteht, jedenfalls in der Gamescom-Demo, aus nichts weiter als inhaltlich kontextualisiertem Weg. Mosaic möchte aber ganz offensichtlich auch nicht vorrangig über clevere Mechaniken, sondern über die ernüchternde Darstellung punkten und reflektiert durchaus gelungen die Tristesse Inges Lebens in seinem Gameplay. Ob man Tristesse in spielerischer Form nachempfinden möchte, ist natürlich eine hoch individuelle Frage, auf der Gamescom erweckt das Spiel aber in jedem Fall den Eindruck, sein gesetztes Ziel erreichen zu können.

Sebastian hat eine ausgeprägte Vorliebe für Jump & Runs, zählt aber auch Action-Adventures und Arcade-Spiele zu seinen Lieblings-Genres. Haupta...