Ausblicke

Angespielt: Old School Musical

Indie-Spiele haben bisweilen einen recht langen Weg hinter sich, bevor sie das Licht der Welt erblicken. Gerade auf Grund der finanziellen Unsicherheit zu Beginn kann es zu zahlreichen Verzögerungen kommen, selbst wenn die Entwickler eine sehr klare Idee haben, was sie mit ihrem Spiel erreichen wollen. Ein Spiel, für das nun eine besonders lange Wartezeit zu Ende geht, ist Old School Musical, das ursprünglich mittels XNA, der Entwicklungsplattform für Xbox 360 Indie-Spiele entwickelt wurde und nun im September endlich auf der Switch erscheint. Auf der Gamescom konnten wir zwei Level von Old School Musical spielen.

Old School Musical ist im Grunde genommen ein klassisches Rhythmusspiel. Der Spieler muss im Takt der Musik und die auf dem Bildschirm angezeigten Knöpfe drücken. Was Old School Musical trotz des altbekannten Spielkonzepts zu einem besonderen Spielerlebnis werden lässt, ist der namensgebende Musicalaspekt. Jedes Level in Old School Musical erzählt nämlich eine Geschichte, die während und zwischen den Rhythmusszenen abläuft. Die Geschichte ist begleitet von Textboxen und in 2D animierten Szenen in Pixelgrafik.

Old School Musical – Official Teaser Trailer

Entsprechend der Geschichte wird zudem zwischen zwei verschiedenen Varianten des Rhythmusspiels gewechselt. So gibt es auf der einen Seite etwas langsamer ablaufende Szenen mit den vier Facebuttons und auf der anderen Seite schneller ablaufende Sequenzen mit den beiden Schultertasten. Neben der Geschwindigkeit unterscheiden sich die beiden Varianten auch ein wenig in den Regeln, wie Eingabeaufforderungen erfolgen können: Bei der Variante mit den Facebuttons kann es sein, dass man einen Knopf für eine gewisse Zeit gedrückt halten muss, statt ihn nur kurz anzutippen; bei der Variante mit den Schultertasten hingegen kann man aufgefordert werden, beide Tasten auf einmal zu drücken. Da das Spiel mit drei Schwierigkeitsgraden daherkommt und wir nur auf dem mittleren gespielt haben, ist es durchaus möglich, dass diese Beschreibung in anderen Schwierigkeitsgraden inadäquat ist.

Eine Besonderheit des Spiels ist, dass es sich thematisch an 2D Spielklassikern orientiert. So ist jedes Level an eine bekannte Spielmarke angelehnt – in den Levels, die wir gespielt haben Mega Man und Pokémon. Die Geschichte nimmt Bezug auf zahlreiche Details der jeweiligen Spiele und orientiert sich sowohl optisch als auch musikalisch an der Vorlage. Besonders das Mega Man Level hat die Atmosphäre des Originals hervorragend eingefangen.

Die Idee von Old School Musical mag aus rein mechanischer Sicht nicht völlig ausgefallen sein, doch ist das Spielkonzept in der Zeit mit dem Spiel voll aufgegangen und macht Lust auf mehr. Für mich persönlich ist Old School Musical wohl das Indie-Highlight der diesjährigen Gamescom.

Sebastian hat eine ausgeprägte Vorliebe für Jump & Runs, zählt aber auch Action-Adventures und Arcade-Spiele zu seinen Lieblings-Genres. Hauptaugenmerk liegt bei ihm meistens auf der Spielmechanik, eine gut geschriebene Geschichte lässt ihn aber auch schwach werden. Lieblingsspiele: Yoshi’s Island, Super Mario Galaxy 2, Sonic Generations und Zelda: Skyward Sword.