Ausblicke

Ori and the Will of the Wisps in der Vorschau

Mit dem Erfolg kommt die Aufmerksamkeit: Während Ori and the Blind Forest auf der Gamescom vor Release selbst am Publikumstag noch ohne Wartezeit spielbar war, musste man trotz deutlich erhöhter Kioskanzahl für den zweiten Teil schon am Fachbesuchertag eine ordentliche Wartezeit in Kauf nehmen. Wir haben uns in Geduld geübt und, so viel sei bereits verraten, das hat sich definitiv gelohnt.

Die Demo zu Ori and the Will of the Wisps enthält zwei verschiedene Spielmodi. Einerseits kann man wie im Vorgänger ein großes Areal im Wald frei erkunden, andererseits gibt es ein kurzes Rennen, in dem der Spieler gegen die Geister vorheriger Spieler um die Bestzeit antritt. Es ist anzunehmen, dass dieser zweite Modus als Online-Modus den Weg in das finale Spiel finden wird. Was gleich zu Beginn auffällt, ist, wie außerordentlich poliert und rund die Spielmechanik in Ori and the Will of the Wisps ist. Ori kommt mit seinen im Vorgängerspiel erworbenen Fähigkeiten daher – was übrigens bereits eine relativ umfängliche Ausnutzung des Xbox One-Controllers zur Folge hat – und kann in der Demo zusätzlich die Grabfähigkeit erlangen, die den Spielfluss noch einmal weiter abrundet.

Durch zahlreiche Möglichkeiten für Geschwindigkeitsschübe, als da sind ein kurzer Sprint in der Luft, das Boost-unterstützte Graben in der Erde und die Möglichkeit, sich zu speziellen Pflanzen zu ziehen. Mit etwas Übung bewegt sich Ori wie ein Akrobat über den Bildschirm und es macht allein schon eine Menge Spaß, den Spielfluss aufrecht zu erhalten. Wenn ein Spiel schon allein auf Grund seiner Mechanik, völlig unabhängig vom spezifischen Spieldesign, zu begeistern weiß, ist es definitiv auf einem guten Weg.

Doch bei einem Metroidvania-Spiel wie Ori es ist, ist das Leveldesign eben doch ein besonders wichtiger Aspekt des Spiels und auch hier kann die Gamescom-Demo absolut überzeugen. Die Erkundung des Areals vor und nach Erwerb der Grabfähigkeit bietet eine hervorragende Dramaturgie. Durch die Lokalität fühlt sich das Areal sogar ein wenig wie ein Zelda-Dungeon an. Durch geschickte Platzierung der wichtigsten Areale und zahlreiche Abkürzungen und Verbindungen ist es möglich, das Areal mit äußerst überschaubarer Redundanz zu erkunden und in kurzer Zeit an jeden Ort zu gelangen, den man gerne aufsuchen möchte.

Wenngleich Ori and the Will of the Wisps in vielerlei Hinsicht wie eine (noch) deutlich poliertere Version des Vorgängers anmutet, gibt es auch einige mechanische Abweichungen. So ist Ori mit mehreren Angriffen in der Lage, sich umfangreicher gegen Gegner zur Wehr zu setzen und es gibt Charaktere, die den Spieler mit Sidequests versehen oder die Karte des Gebiets verkaufen. Die Karte kann ein wertvoller Begleiter sein, wenn man nach versteckten Geheimnissen sucht, ist in Ori and the Will of the Wisps aber abzuwägen gegen den Gebrauch der Erfahrungspunkte für die Verbesserung von Fähigkeitenorden. Bis zu vier dieser Orden kann man gleichzeitig tragen und so beispielsweise das Sammeln von Gegenständen erleichtern oder den Schaden, den man nimmt, reduzieren.

Ori and the Will of the Wisps ist bereits jetzt, ein Jahr vor seinem Erscheinen, ein äußerst poliertes, unterhaltsames Spiel und macht Lust auf mehr. Die Qualität des gezeigten Spielausschnitts verspricht, dass Ori in seinem zweiten Ausflug qualitativ noch einmal einen merklichen Schritt nach vorn machen kann.

Sebastian hat eine ausgeprägte Vorliebe für Jump & Runs, zählt aber auch Action-Adventures und Arcade-Spiele zu seinen Lieblings-Genres. Haupta...