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Portal mit Schwerkraft: Gravity Lane 981 – gamescom Hands-On

„Gravity Lane 981 ist unsere Lieberserklärung an Portal, das wollen wir gar nicht verstecken“, eröffnet Maik Reichelt von ByteRockers‘ Games unser Gespräch am Messedienstag. Und tatsächlich: Das Indie-Spiel aus Berlin erinnert sofort an Valves erfolgreichen Puzzle-Klassiker. Eine fremdartig anmutende Waffe in der rechten unteren Bildschirmecke, dazu Schalter und Würfel. Neu ist allerdings der fließend englisch sprechende Hamster, der eurer Gerätschaft als Batterie dient und in selbiger zu wohnen scheint. Bei diesem Begleiter im Spiel wird für Veteranen von Portal natürlich schnell die Erinnerung an Wheatley wach. Statt jedoch wie im Vorbild Portale zu öffnen, könnt ihr in Gravity Lane 981 an bestimmten Orten Gravitationsstrahlen platzieren und für das Bewältigen der Rätsel einsetzen.

Switch-Spieler müssen so, voraussichtlich ab nächstem Jahr, alle Wände und Decken für die Lösung der verschiedenen Rätsel und Puzzles in Betracht ziehen. Durch den geschickten Tausch eurer Schwerkraft könnt ihr nämlich an den Wänden entlang laufen und so beispielsweise Schalter finden, die sich bei der ursprünglichen Ausrichtung hinter einem Regal oder ein Trennwand versteckt hatten. Besonders gut gefällt mir, dass die eingangs erwähnten Würfel jeweils mit einer eigenen Schwerkraft versehen werden können. Stellt euch folgendes Szenario vor: Ein Schalter befindet sich am Boden, einer genau darüber an der Decke. Also platziert ihr die Schwerkraft eures Würfels so, dass dieser beim Loslassen nach oben schwebt, während ihr selbst fest an Ort und Stelle verweilt.

Das Konzept mag nun vielleicht etwas kompliziert klingen, wird aber bereits nach wenigen Rätselkammern für den Spieler verständlich. Lediglich die Orientierung kann man leicht verlieren, wenn Decke, Wand und Boden in kurzen Abständen ihre Funktion austauschen. Da die Räume in der von mir gesehenen sehr frühen Version auch allesamt die selben Assets boten, hat sich diese Problematik noch zusätzlich ergeben. ByterRockers‘ Games wollen im fertigen Spiel aber eine Reihe kurioser und vielfältiger Räume bieten, denn Gavity Lane 981 findet im Anwesen einer Familie von Superschurken statt. Wir sind gespannt darauf wie sich das ambitionierte Projekt in dieser Hinsicht entwickelt. Auch in der knapp 15-minütigen Demo hielt sich die Komplexität der dargebotenen Level in Grenzen. Im Rahmen einer Messe ist dies nachvollziehbar, allerdings lässt sich daraus nur schwer schlussfolgern, wie kreativ die Entwickler aus der Hauptstadt am Ende wirklich sein werden.

Insgesamt macht Gravity Lane 981 aber einen sehr soliden ersten Eindruck. Portal-Alternativen sind in den letzten Jahren recht rar gesät und insbesondere auf der Nintendo Switch wohl kaum vorhanden. Dementsprechend wollen wir dieses Projekt mit Zuversicht weiter beobachten. Wer nun Lust bekommen hat, kann sich noch ein paar Wochen lang auf Steam eine Demo des Spiels herunterladen.

Action-Spiele und Shooter aller Art sind Roberts Fachgebiet. Zwischendurch darf es aber auch gerne ein Spiel mit spannender Story und dichter Atmosph...