Resident Evil Revelations (PS4) Test

Fünf Jahre nach dem exklusiven Launch auf Nintendo 3DS, ist Resident Evil Revelations inzwischen nicht nur auf Nintendos Heimkonsole Wii U, sondern auch auf PlayStation 3, Xbox 360 und PC erhältlich. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis Capcom den Titel nun auch auf die aktuelle Konsolengeneration bringt. Wir haben uns die PlayStation 4-Fassung des Horror-Titels genauer angesehen und können euch jetzt erzählen, wie gelungen die Umsetzung geworden ist.

Mit der Neuauflage bekommen nun erstmals auch Konsolenspieler in den Genuss, Resident Evil Revelations mit flüssigen 60 Bildern pro Sekunde zu erleben. Die dazugewonnenen Frames tragen dabei ungemein zu einem besseren Spielerlebnis bei, was sich vor allem beim Steuern der Figuren bemerkbar macht. Doch trotz der höheren Bildrate und der damit einhergehenden direkteren Kontrolle, liegt  hier weiterhin einer der größten Schwachpunkte des Spiels: Die Charaktere sind zu träge. Sie sind schlicht zu unbeweglich für einige der actionreiche Momente, in die sie von den Entwicklern geworfen werden. Solange man sich im Schrittempo durch die schmalen Gänge des Schiffes bewegt, und das ist zum Glück ein Großteil des Spiels, fallen einem das schwammige Zielen und die etwas merkwürdig gleitenden Laufanimationen nicht allzu negativ auf. Tatsächlich birgt die nicht ganz perfekte Kontrolle über die Spielfigur seinen ganz eigenen Reiz, wenn man angesichts eines einzelnen Mutanten in Panik geraten kann. Weniger erfreulich ist das unbefriedigende Treffer-Feedback, dem besonders im Vergleich zum aktuellen siebten Teil einfach die Wucht fehlt. Sobald schnelle Aktionen gefordert sind, werden die Schwächen der Steuerung offensichtlich und die zu geringe Laufgeschwindigkeit kann zu frustrierender, hakeliger Action führen. Zumindest einen schnellen Hechtsprung sollte ein ausgebildeter Spezialagent in brenzligen Situationen doch beherrschen können!?

Im Gegensatz zur eher mäßigen Action, punktet das Spiel allerdings mit seiner beklemmenden Atmosphäre auf ganzer Linie. Das luxuriöse Passagierschiff ist der ideale Schauplatz für ein verwinkeltes, aber in sich logisches Level-Design, durch das hinter jeder Ecke der Tod lauern könnte. Das etwas zu häufige Backtracking nimmt dem Horror  zwar vereinzelt seinen Schrecken, belohnt den Spieler dafür aber mit cleveren Abkürzungen. Auch optisch gibt Resident Evil Revelations auf der PlayStation 4 eine ordentliche Figur ab. Zwar sind die Handheld-Wurzeln hier noch an manchen Stellen  sichtbar, speziell wenn es um Szenen am Tag oder um  Gesichtsanimationen  geht, doch besonders die düstereren Passagen auf dem Schiff überzeugen durch die gute Art Direction und stimmige Beleuchtung. Auch die Ladezeiten sind schön knackig und halten einen niemals lange auf. Lediglich auf die Abfrage des Onlineservices Resident Evil.NET vor jedem Start des Spiels hätte man gerne verzichten können.

Besonders charmant und ebenso hilfreich bei größerem Abstand zwischen den Spiel-Sessions, ist die Zusammenfassung der Geschehnisse vor jedem der zwölf Kapitel. Wer irgendwann mit der knapp zehnstündigen Kampagne des Spiels fertig ist, hat außerdem noch die Möglichkeit, im Raubzugmodus allein oder im Online Ko-op in verschiedenen, an die Story angelehnten Gebieten Infizierte zu bekämpfen, im Rang aufzusteigen und somit nach und nach stärkere Ausrüstung zu bekommen. Wem das Kämpfen in Revelations tatsächlich mehr Spaß macht als das Rätseln und Erkunden, der findet hier nochmal einen ordentlichen Zeitfresser. Sämtliche DLC-Inhalte, wie spezielle Waffen o.Ä, sind übrigens in der PS4- & Xbox One- Version bereits enthalten und können nach und nach erspielt werden.

Fazit
Die Portierung von Resident Evil Revelations ist ein weiteres Mal gelungen. Die rundum optischen Verbesserungen und die höhere Bildrate machen den PlayStation 4-/Xbox One-Ausflug des Horror-Tititels eindeutig zur bis dato besten (Konsolen-)Version des Spiels. Wer hier bereits auf der vergangenen Konsolengeneration zugegriffen hat, der bekommt allerdings wenige Gründe geboten noch einmal zuzuschlagen. Wer das Spin-Off bisher hingegen komplett ignoriert hat, der bekommt hier zum Budget-Preis, einen der besten Resident Evil-Teile der letzten Jahre.
Toll
  • konstante 60 Bilder pro Sekunde
  • schnelle Ladezeiten
  • beklemmende Atmosphäre
  • gelungenes, verzweigtes Level-Design
Naja
  • träge Charaktere
  • hakelige Steuerung
  • viel Backtracking
7.5
Gut
Verfasst von
Für Redakteur Christoph sind vor allem gut geschriebene Charaktere, eine mitreißende Handlung sowie fantastische Welten mit dichter Atmosphäre, Aspekte die ihn beim Spielen begeistern. Neben Titeln wie The Last of Us und Bloodborne, schlägt seine Leidenschaft für Games dabei besonders für japanische Produktionen à la Final Fantasy und Persona.

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