Shooter sind die Bastion der Kreativität

Kein Genre wurde in den letzten Jahren so erfolgreich neu erfunden, wie der Shooter. Natürlich gab es schon immer diverse Sub-Genres: Vom Ego- zum Third-Person-Shooter, vom Actionfest eines Gears of War zu den Schleicheinsätzen eines Sam Fisher – und somit auch eine gewisse Vielfalt. Aber irgendeinen Grund muss es ja gehabt haben, dass diese Art von Spiel zuletzt massiv an Beachtung und Popularität verloren hatte. Fehlende Kreativität und Mut für neue Konzepte sind wahrscheinlich ein ausschlaggebender Faktor gewesen.

Ein simpler, aber zuverlässiger Indikator für die aktuellen Trends ist die Streaming-Plattform Twitch, die dem interessierten Videospielfan per Knopfdruck eine Rangliste der populärsten Spiele präsentiert. Shooter-Marken aus der PlayStation 3 und Xbox 360-Ära findet man hier nur selten. Auf Call of Duty oder Battlefield stößt man erst, wenn man eine ganze Weile nach unten scrollt. Jahrelang unangefochten auf den ersten Plätzen dominieren hingegen die wichtigsten Vertreter des MOBA-Genres, League of Legends und DOTA 2. Mit Ausnahme von eSport-Großereignissen verteidigte Riot Games Free-to-Play-Erfolg mehr als drei Jahre lang die Spitze der Charts. Bis jetzt.

Mit Player Unknown’s Battlegrounds, oder auch kurz PUBG genannt, hat sich nun ein Shooter erstmals wieder an die Spitze der Charts und in die Spielerherzen zurückgekämpft. Tatsächlich tummeln sich zum Zeitpunkt des Verfassens dieser Zeilen, auffällig viele Vertreter des Genres unter den ersten 20 Plätzen. Counter Strike GO, Fortnite Battle Royale, Overwatch, Star Wars Battlefront II, Destiny 2 und Rainbow Six Siege. Was haben all diese Spiele gemeinsam? Sie sind frische Marken und bieten komplett eigene Ansätze für das altbewährte Prinzip „Zielen – Schießen – Siegen“!

In Player Unknown‘s Battleground springen satte 100 Spieler gleichzeitig aus einem Flugzeug, landen auf einer unbewohnten Insel und haben danach nur ein Ziel: Überleben! Als Spieler sucht man in verlassenen Häusern nach Waffen und Ausstattung, um in diesem Überlebenskampf als letzter Soldat übrig zu bleiben, während eine Todeszone das Spielgebiet stetig begrenzt. Ein ebenso simples wie geniales Spielprinzip, das von Fortnite Battle Royale aufgegriffen wurde, aber noch um weitere Elemente ergänzt wurde. Hier kann der Spieler zusätzlich Ressourcen sammeln, um Fallen und Strukturen zum taktischen Vorteil zu bauen. Overwatch hat nicht nur ein absolut kinoreifes Charakterdesign, sondern bedient sich am MOBA-Genre und setzt ganz auf das Abschließen von Aufgaben, statt auf das bloße Erzielen von möglichst vielen Kills. Star Wars Battlefront II beweist, dass Lizenzumsetzungen längst nicht mehr auf den Grabbeltisch gehören, sondern inszenatorisch perfekte Action zu Land und in der Luft bieten können. Destiny 2 hat den Sci Fi-Shooter mit seinen Onlineelementen und MMO-Aspekten, wie dem Fokus auf Loot, auf ein neues Level gehoben. Bei Rainbow Six: Siege geht es gemächlich und taktisch zu – ganz anders, als bei den meisten anderen genannten Titeln.

Ohne auf den Indie-Markt zu blicken, wo man noch auf viele weitere, spannende Interpretationen des Genres treffen kann, zeigen allein diese populären Spiele, wie facettenreich das Genre Shooter geworden ist – und dass es im selben Zug an Popularität dazugewonnen hat. Sicherlich bieten auch andere Auslegungen des Mediums Videospiel neue Ideen, aber die Zeiten, in denen sich fast jede Neuerscheinung gefallen lassen musste, ein weiterer grau-brauner Call of Duty-Klon zu sein, sind vorbei. In einem Jahr, in dem ein neues 3D-Mario und Zelda erscheinen, ist mit PUBG ein Shooter ein heißer Anwärter auf das Spiel des Jahres. Wer hätte das vor ein paar Jahren für möglich gehalten?

Verfasst von
Action-Spiele und Shooter aller Art sind Roberts Fachgebiet. Zwischendurch darf es aber auch gerne ein Spiel mit spannender Story und dichter Atmosphäre sein. Wenn er nicht gerade auf Xbox Live unterwegs ist, verfasst er bestimmt Artikel und News für Gaming-Universe.

Deine Meinung?

2 1

Hinterlasse einen Kommentar

3 Kommentare auf "Shooter sind die Bastion der Kreativität"

Benachrichtige mich zu:
Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung
Z.Carmine
Mitglied
Patreon

Keine Liebe für Splatoon. ;(

PUBG bleibt schon aufgrund des klobigen Namens im Gedächtnis.

Zeratul
Mitglied

Eine Vielzahl der aktuellen Shooter wie Overwatch, Lawbreakers, Quake Champions usw sind imo eigentlich eher eine Rückbesinnung auf die Arena-Shooter von früher eben nur erweitert zum „Heldenshooter“ mit spezifischen Fertigkeiten jedes Charakters anstatt der gleichen Waffen und Fertigkeiten für alle.
Das was Destiny ausmacht, hat Borderlands ja schon einige Jahre vorher eingeführt. Imo mit deutlich mehr Charme.

.

wpDiscuz

Passwort vergessen

Bitte gib hier deinen Benutzernamen oder deine E-Mail-Adresse an. Du wirst einen Link per E-Mail erhalten, um ein neues Passwort zu erstellen.