Kritiken

Spiel des Monats: DmC Devil May Cry: Definitive Edition

In unserer Rubrik Spiel des Monats, die regelmäßig zum Monatsende erscheint, erzählen wir euch von dem Spiel, das uns im zurückliegenden Monat am meisten beschäftigt hat. Habt ihr im November ein Spiel besonders ausgiebig gezockt? Verratet es uns!


Was ist ‚cool‘? Für den einen ist es cool, wenn ein kleiner dicker Klempner aus Italien durch Röhren rutscht und grimmig dreinschauende Pilze zerstampft. Manch anderer erfreut sich daran, wenn er als Cowboy durch staubige Straßen reitet und die NPCs hastig im Saloon verschwinden. Definitiv nicht cool – und darauf konnten sich zum Release des Spiels so ziemlich alle Zocker einigen – ist der Hipster-Dante aus DmC Devil May Cry. In Vorbereitung auf das vielversprechende Devil May Cry 5 (zu dem Christoph eine Vorschau verfasst hat) habe ich dem Ninja Theory-Spin-off dennoch eine Chance gegeben. Während so ziemlich alle Befürchtungen zur Attitüde des Teenage-Nephelims eingetreten sind, hat mich vor allem das Gameplay positiv überrascht.

Ich möchte nicht zu viele kritische Worte für das Setting und die Story verlieren. Selbst für Spieler, die bislang keinerlei Berührungspunkte mit der Serie hatten bahnt sich der Storytwist am Ende schon nach den ersten Levels an und die arrogant-nervigen Sprüche von Dante reihen sich aneinander. Hut ab vor allen, die nicht mindestens zum letzten Drittel des Spiels konsequent alle Zwischensequenzen überspringen. Wer vor Release von Teil fünf DmC ins Auge gefasst hat, um in die Lore der Reihe abzutauchen, kann diesen Ableger also getrost überspringen. Es sei denn, ihr wollt eure Hack and Slay-Skills auffrischen, um im nächsten Frühjahr bei Teil fünf möglichst viele S-Ränge abzusahnen. Im Gameplay-Segment macht das Spiel nämlich tatsächlich eine Menge richtig.

Die für Xbox One und PlayStation 4 für kleines Geld erhältliche Definitive Edition hat dank optional erhöhter Spielgeschwindigkeit einen der größten Kritikpunkte des Originals ausgemerzt. Schwerthiebe zischen hier ebenso geschmeidig wie flott durch Massen von dämonischen Schergen, die mit verschiedenen Angriffsmustern die volle Aufmerksamkeit des Spielers fordern. Die wenigstens Gegner können mit stumpfem Hämmern auf die Angriffstaste besiegt werden und später im Spiel gilt es zwischen verschiedenen Waffen und Moves zu wechseln, da die verschiedensten Feinde sich in Gruppen zusammenrotten.

Nur wer die Tastenbelegung des Controllers auswendig kennt, kann bei den fordernden Fights den ersehnten S-Rang erreichen.Eine besonders gelungene Idee für das Spiel war der dedizierte Button, der Feinde in die Luft schleudert, um sie mit folgenden Komboangriffen zurück in die ewige Verdammnis zu schicken. Überzeugen konnte mich das Spiel auch mit seinem Pacing. Die Kampfeinlagen in den abgegrenzten Arenen werden immer wieder von Sprungpassagen, simplen Rätseln und ansprechenden Bosskämpfen abgelöst.

Obwohl dieser Tage eine ganze Menge toller Spiele erscheinen, konnte mich DmC Devil May Cry lange und ausgiebig genug Unterhalten, um es der Konkurrenz auf meinem Spielestapel vorzuziehen. Das spricht für eine gewisse Qualität des Spiels, das trotz der peinlichen Präsentation einen Blick wert ist. Gerade dann, wenn ihr euch das taktische Vorgehen eines Souls-Spiels abgewöhnen und zu fetziger Rockmusik einen Abstecher zum klassischen Hack and Slay mit hohem Spieltempo unternehmen wollt.

Umso gespannter bin ich nun darauf, welche Projekte wir unter Microsofts Schirmherrschaft von Ninja Theory erwarten können. Hellblade: Senua’s Sacrifice hat das Talent des Studios einer breiten Öffentlichkeit deutlich gemacht. Aber auch DmC ist insgesamt ein gelungenes, aber wohl weitgehend ignoriertes Actionspiel, das ironischerweise ausgerechnet Fans der Devil May Cry-Geschichte enttäuscht hat.

Action-Spiele und Shooter aller Art sind Roberts Fachgebiet. Zwischendurch darf es aber auch gerne ein Spiel mit spannender Story und dichter Atmosphäre sein. Wenn er nicht gerade auf Xbox Live unterwegs ist, verfasst er bestimmt Artikel und News für Gaming-Universe.
Ich hatte auch eher negative Eindrücke wahrgenommen und das Spiel nicht näher betrachtet. Zumal es offensichtlich kein Reboot der Serie insgesamt war.
Deswegen habe ich nachdem DMC5 angekündigt war, mit Teil vier in die Serie reingeschnuppert und das hier liegen gelassen.

Die Eindrücke zu Story/Zwischensequenzen überzeugen mich aber auch nicht gerade.^^
Ich bin ja gerade dabei die komplette Reihe nachzuholen und bin aktuell bei Teil 3. Da finde ich Dantes Verhalten auch schon stellenweise nervig, aber es ist definitiv noch erträglich und ab und zu sogar ganz lustig. Wenn das hier noch "schlimmer" sein sollte, fände ich das echt heftig. Aber die Japaner haben da generell irgendwie ein für mich nicht nachvollziehbares Verständnis von Coolness.
Also ich fand diesen Dante weitaus weniger nervig als Jungspund Dante aus DmC3. Der war gar nicht so übel :) .
D