Ausblicke

Angespielt: Starlink: Battle for Atlas

Nach Jahren des Booms hat das Geschäft mit Plastikfiguren in Videospielen einen kräftigen Dämpfer erfahren. Das Disney Infinity-Team wurde geschlossen, Lego Dimensions wurde eingestellt und selbst der Platzhirsch Skylanders wurde sang- und klanglos durch ein Remake der Spyro Trilogie abgelöst. Just in dieser Situation, wo sich alle Wettstreiter aus dem Markt zurückgezogen haben, versucht Ubisoft sich an seinem eigenen Plastik-gestützten Videospiel, Starlink: Battle for Atlas. Wir haben auf der Gamescom einen ersten Blick auf den Shooter werfen können.

Bevor man in Starlink: Battle for Atlas in den Flieger steigen kann, muss man zunächst seinen Raumschiffkapitän und sein Raumschiff aus mehreren Einzelteilen zusammensetzen. Je nach Auswahl der Einzelteile, aus denen man sein Raumschiff zusammenstellt, variieren verschiedene Eigenschaften wie Geschwindigkeit, Element des Geschützes oder Feuerfrequenz. Nicht nur die Wahl der Teile, auch im Spiel gesammelte Erfahrungspunkte beeinflussen diese statistischen Werte, so dass man zu Beginn des Spiels unabhängig von der Konfiguration mit eher bescheidenen Statuswerten rechnen muss. Erfahrungspunkte kann man sowohl durch das Absolvieren von Storymissionen, als auch durch zahlreiche Nebenaufgaben und Erkundungsmöglichkeiten erlangen. Die Wahl des Charakters hat keinen Einfluss auf das Gameplay, jeder Charakter kommt aber mit seinem eigenen Satz Konversationen daher, so dass der Wechsel des Charakters durchaus Einfluss auf die Spielerfahrung hat.

Spielerisch ist Starlink: Battle for Atlas eine Mischung aus der klassischen Ubisoft-Formel, die entscheidend durch Assassin’s Creed geprägt wurde, und dem Raumschiffshooter. Mit seinem Raumschiff erkundet man eine Vielzahl von Planeten mit individueller Fauna und wird durch Marker auf der Karte auf die jeweils nächste Hauptmission hingewiesen. Zusätzlich kann man selbst Marker auf Nebenmissionen setzen, die man sich auf der Karte aussuchen kann, damit man ohne regelmäßige Überprüfung der Karte seinen Zielort erreicht. Die Raumschiffnavigation erfolgt mit den beiden Analogsticks mit einer Steuerung nicht unähnlich einem Ego-Shooter. Das heißt, dass man sich mit dem linken Stick nach vorne, links und rechts bewegt, wohingegen der rechte Stick die Neigung bestimmt und das Fadenkreuz bewegt. Zusätzlich kann das Schiff natürlich schießen, aber auch Objekte aufnehmen, um sie zu transportieren.

Starlink: Battle for Atlas: E3 2017 Official Announcement Trailer | Ubisoft [NA]

Die Missionen, die wir auf der Gamescom anspielen konnten, erinnern konzeptuell an Assassin’s Creed. So gibt es Wissenschaftsstationen einzunehmen, Objekte in einem auf der Minikarte durch einen Kreis eingegrenzten Bereich zu finden oder aber Objekte aus einem Gebiet voller schießwütiger Gegner zu entwenden. Ein Elementrätsel, das mit den Elementen der Kanonen des Raumschiffs spielt, sowie einen Endgegner gab es ebenfalls zu überwinden. Wenig überraschend sind die gezeigten Missionen routiniert umgesetzt und machen Spaß. Die simple Steuerung und die hohe Spielgeschwindigkeit tragen zudem dazu bei, dass das Spiel zu überzeugen weiß. Der Schwierigkeitsgrad mit dem Standardpaket, das nur ein Raumschiff enthält, ist allerdings verhältnismäßig hoch, da man bereits nach wenigen Treffern mit einem Totalschaden rechnen kann. Besitzt man kein weiteres Schiff, muss man die Mission von vorn beginnen, hat man allerdings weitere Plastikschiffe in seiner Sammlung, kann man diese zum Einsatz bringen. Bevor man in die nächste Mission startet, sollte man dann allerdings daran denken, sein beschädigtes Schiff im Tausch gegen in-game-Währung zu reparieren.

Ein netter Aspekt von Starlink: Battle for Atlas ist die Möglichkeit, die verschiedenen phantasievoll gestalteten Tiere der Planeten zu scannen, um Datenbankeinträge mit Informationen zu den verschiedenen Tieren zu erhalten. In einem erkundungsorientierten Open World Spiel ist das eine natürliche Form der Interaktion mit seiner Umgebung, die oft leider vernachlässigt wird.

Insgesamt ist der spielerische Gesamteindruck von der Gamescom solide. Die Entwickler haben versprochen, dass sämtliche Spielinhalte mit dem Starterpaket gespielt werden können, einige Rätsel und wie oben beschrieben alle Kämpfe werden aber durch den Kauf zusätzlicher Figuren erleichtert. Nichtsdestotrotz scheint das System, nach der Gamescom-Demo zu urteilen, fair zu sein. Man darf gespannt sein, ob es Ubisoft gelingt, den Markt der Plastikfiguren-gestützten Videospiele wiederzubeleben; Das Potential dazu hat Starlink sicherlich.

Sebastian hat eine ausgeprägte Vorliebe für Jump & Runs, zählt aber auch Action-Adventures und Arcade-Spiele zu seinen Lieblings-Genres. Hauptaugenmerk liegt bei ihm meistens auf der Spielmechanik, eine gut geschriebene Geschichte lässt ihn aber auch schwach werden. Lieblingsspiele: Yoshi’s Island, Super Mario Galaxy 2, Sonic Generations und Zelda: Skyward Sword.