Ausblicke

Angespielt: Super Smash Bros. Ultimate

Mit dem Erscheinen der Nintendo Switch hat Nintendo sein Präsentationsverhalten ein wenig geändert und bisher drei Jahre in Folge den Großteil der Aufmerksamkeit auf einen Kerntitel gelenkt. Nachdem The Legend of Zelda: Breath of the Wild im Jahr 2016 die E3 ganz für sich alleine hatte, war im vergangenen Jahr Super Mario Odyssey der unangefochtene Star im Line-Up. Aktuell wird diese Ehre dem Kampfspiel Super Smash Bros. Ultimate zuteil. Auf der Gamescom konnten wir uns einen ersten Eindruck davon verschaffen, ob dieser Grad der Aufmerksamkeit gerechtfertigt ist.

Auf der Messe konnten wir uns in einem einzelnen Kampf mit Kollegen einer anderen Redaktion messen. Ein regelrechter Skandal ist in dieser Hinsicht allerdings der Umstand, dass Yoshi auf der Messe nicht als Charakter zur Auswahl stand. Doch im Interesse des Lesers habe ich über diesen Fauxpas hinweggesehen und mich behelfsweise mit Sonic in den Kampf gewagt. Spielerisch hat sich augenscheinlich im Vergleich zu den Vorgängern auf Nintendo 3DS und Wii U nichts geändert. Einzig die Spielgeschwindigkeit ist gefühlt marginal erhöht worden.

Items, Helfer, Ultrasmash, mechanisch wurden die Ideen, die in den vergangenen Smash Bros.-Teilen eingeführt wurden, konsequent fortgesetzt und auch das Moveset von Sonic unterscheidet sich maximal im Detail. Nach meiner Erinnerung spielt Sonic sich exakt so wie in der vergangenen Generation. Was Super Smash Bros. Ultimate im Vergleich zu den Vorgängern auszeichnet, ist also, basierend auf der Gamescom-Demo, der auf die Spitze getriebene Gigantismus. Alle Charaktere, die es je in einem Smash Bros. gegeben hat, zuzüglich einer Hand voll Neuzugänge und eine gewaltige Auswahl aus Kampfarenen sorgen dafür, dass Smash Bros. Fans hier in vielerlei Hinsicht das „ultimative“ Smash Bros.-Paket erhalten. Fraglich ist hingegen, ob sich der Kauf auch für weniger devote Spieler lohnt, die einen der letzten Smash Bros.-Teile ihr Eigen nennen.

Weiterhin keinen Kommentar gibt es in Hinblick auf die Frage, ob Super Smash Bros. Ultimate wieder einen Einzelspielermodus wie den Subraum-Emissär aus Brawl oder den Adventure-Modus aus Melee bieten wird. Selbstverständlich ist das leider nicht, denn auf der Wii U und dem Nintendo 3DS wurden Einzelspieler eher stiefmütterlich behandelt. Nach derzeitigem Stand geht Super Smash Bros. Ultimate auf jeden Fall einen völlig anderen Weg als die beiden letzten Star-Spiele von Nintendo und gibt sich strikt konservativ. Das muss nichts Schlechtes sein und Fans werden allem Anschein nach inhaltlich das optimale Paket erhalten, doch gerade ob Serienfans zufrieden sein können, ist auf der Grundlage eines einzigen Matches nicht zu ersehen; die Feinheiten der Unterschiede zwischen den einzelnen Teilen sind oft erst nach vielen Stunden mit dem Spiel zu bewerten.

Sebastian hat eine ausgeprägte Vorliebe für Jump & Runs, zählt aber auch Action-Adventures und Arcade-Spiele zu seinen Lieblings-Genres. Hauptaugenmerk liegt bei ihm meistens auf der Spielmechanik, eine gut geschriebene Geschichte lässt ihn aber auch schwach werden. Lieblingsspiele: Yoshi’s Island, Super Mario Galaxy 2, Sonic Generations und Zelda: Skyward Sword.