Ausblicke

The Legend of Zelda: Tri Force Heroes Vorschau

Das Fehlen des The Legend of Zelda-Titels für Wii U auf der E3 2015 sorgte für reichlich Unmut bei vielen Nintendo-Anhängern. Dafür vertröstete Nintendo uns jedoch mit zwei Nintendo 3DS-Ankündigungen aus dem Zelda-Universum. Zum Einen mit der Portierung des Hack´n´ Slays Hyrule Warriors Legends, und zum anderen mit dem neuen Multiplayer-Titel The Legend of Zelda: Tri Force Heroes. Letzteres durften wir gemeinsam mit zwei weiteren Mitspielern ausgiebig anspielen und uns in vier Demo-Leveln einen ersten Eindruck verschaffen.

Einer für alle, und alle für einen!
Laut Entwickler-Aussage wird sich The Legend of Zelda: Tri Force Heroes nicht in die offizielle Zelda-Timeline einreihen. Diesen Fakt machte man sich bei der Konzipierung des Spiels zunutze und experimentierte ein wenig mit gewohnten Story-Konventionen – von denen wir jedoch in dieser Vorschau nicht berichten -, aber auch dem Gameplay. Im Grunde orientiert sich Tri Force Heroes eng an der Zelda: Four Swords-Reihe, in welcher Links unterschiedliche Persönlichkeiten durch einen Zauber Vaatis in vier menschliche Gestalten aufgeteilt wurden, mit einem kleinen aber entscheidenden Unterschied. So wurde der vierte Spielerslot komplett wegrationalisiert und ihr seid nun maximal zu Dritt unterwegs.

Kostüme sind essentieller Bestandteil der Welt von Tri Force Heroes.
Kostüme sind essentieller Bestandteil der Welt von Tri Force Heroes.

Ganz anders als in der Hauptreihe bietet Tri Force Heroes wieder einmal keine offene Oberwelt. Stattdessen stehen einzelne Level-artige Missionen zur Auswahl, die sich nach dem erfolgreichem Abschluss immer wieder erneut spielen lassen. Da sich alle Welt derzeit im absoluten Kostümierungswahn befindet, durften wir uns nun vor Missionsbeginn erstmals für eine von sechs verschiedenen Verkleidungen – im fertigen Spiel werden es noch einige mehr sein – entscheiden, die wir bis zum Ende eines Levels tragen mussten. Die unterschiedlichen Outfits ändern dabei nicht nur Links Optik, sondern besitzen nebenbei auch nützliche Effekte. Mit dem Bomben-Anzug werden beispielsweise die selbst eingesetzten Bomben größer, wohingegen das Jäger-Outfit die Kraft von Pfeilen verstärkt. Die Effekte werden allerdings logischerweise nur dann aktiviert, wenn ihr euch auch im Besitz des entsprechenden Items befindet. Wie schon in Four Swords dürft ihr nämlich nur eines bei euch tragen. Glücklicherweise befinden sich bereits ganz am Anfang einer Mission Sockel mit Ausrüstungsgegenständen direkt vor eurer Nase, sodass sich nach Absprache jeder für das passende Item entscheiden kann.

Der Windkrug feiert sein Comeback!
Der Windkrug feiert sein Comeback!

Nachdem alle ersten Vorbereitungen getroffen wurden, kann es auch schon losgehen. Ziel einer jeden Mission ist es, sich in mehreren Abschnitten durch Monsterscharen zu schlagen, aber vor allem auf dem Weg auch gemeinsam diverse Rätsel zu lösen. Wer schon einmal einen Zelda-Titel gespielt, weiß ziemlich genau, was einen an Rätseln erwartet. So warfen wir, wie so oft, Bomben vor brüchige Wände, um versteckte Schalter freizusprengen und somit ein verschlossenes Tor zu öffnen oder schossen Pfeile durch brennende Fackeln, welche weitere anzündeten. Da ihr wie schon erwähnt nur ein Item bei euch tragen dürft, ist die Zusammenarbeit das A und O. So schaffte es zum Beispiel, der aus The Legend of Zelda: Minish Cap bekannte Windkrug erneut ins Spiel. Mit diesem lassen sich nicht nur Bomben an weit entlegene Stellen pusten, auch eure Mitspieler könnt ihr damit über Abgründe befördern, welche auf der anderen Seite den Weg für euch selbst freimachen. Für den Einsatz von Items benötigt ihr übrigens magische Energie, die sich nach einiger Zeit wieder selbst auflädt. A Link Between Worlds-Spieler werden sich also gleich heimisch fühlen.

Totem-Time
Als neues Gameplay-Element können sich nun mehrere Links zu einem Totemturm aufeinander stapeln lassen. Das erlaubt euch zwar höher gelegene Stellen zu erreichen, birgt aber einen entscheidenden Nachteil, welcher zum Teil auch den Spielspaß trüben kann. Jeder Spieler bußt nämlich einige Aktionsmöglichkeiten ein. Während der unterste Spieler dann nur noch für das Lenken des „Turms“ zuständig ist, darf der oberste Spieler nur noch sein Item verwenden, sodass eine Koordination zwischen diesen beiden essentiell für das Weiterkommen ist. Aber Moment haben wir da nicht jemanden vergessen…? Ja, und zwar den dritten Spieler! Baut ihr einen Dreier-Turm, hat der Spieler in der Mitte sprichwörtlich den schwarzen Peter gezogen und muss in seiner Position verharren, ohne – abgesehen vom Abwerfen des obersten Spielers – sonst etwas tun zu können. Gameplaytechnisch ist das noch nicht wirklich gut durchdacht, auch wenn es durchaus einige gute Rätselvorlagen bietet.

Hochstapler sind hier ausnahmsweise herzlich willkommen!
Hochstapler sind hier ausnahmsweise herzlich willkommen!

Boten die Four Swords-Spiele neben dem kooperativen auch noch einen kompetetiven Teil, bei dem der Spieler mit den meisten Rubinen oder besiegten Gegnern eine Auszeichnung erhielt, fällt dies bei Tri Force Heroes komplett weg. Das macht sich schon an der Tatsache bemerkbar, dass sich nun alle drei Links eine gemeinsame Lebensleiste teilen. Es empfiehlt sich daher mit Spielern zusammen zu spielen, die in etwa eurem Niveau entsprechen. Zwar startet ihr nach dem Tod wieder am letzten Checkpoint, erlebt ihr jedoch drei Bildschirmtode in Folge heißt es: Alles auf Anfang! Besonders kniffelig wird es spätestens bei den Boss-Gegnern, die am Ende jeder Stage auf euch warten, attackieren diese doch ohne Rücksicht auf Verluste. Mit von der Partie waren ein gigantischer Stachelkreisel, der sich nur durch den Bau eines Totems bekämpfen ließ, sowie der altbekannte Riesenwurm, der offenbar das Fliegen gelernt hat und dessen verwundbare Schwanzspitze nun je nach Lust und Laune die Farbe änderte, und den farblich entsprechenden Spieler bis zum nächsten Wechsel verfolgte. Während der Verfolgte den Wurm abzulenken hatte, war es den anderen beiden Mitspielern wieder durch den Bau eines Totems möglich dem Luftikus den Gar auszumachen.

Aus alt mach neu
Technisch macht Tri Force Heroes nicht viele Experimente. Nintendo recycelte die Grafik-Engine von The Legend Of Zelda: A Link Between Worlds vollständig und steht ihr in Nichts nach, weshalb sich der Titel abermals aus einer Top-Down-Perspektive spielt. Den Soundtrack gestaltete man hingegen komplett neu und es finden sich Zelda-typisch wieder einige gute Ohrwürmer mit darunter. Loben muss man Nintendo für den Plan, das Spiel im lokalen Modus für alle Mitspieler gratis über Download-Play freizugeben. Und wenn sich mal nicht genügend Leute in eurer Nähe befinden, könnt ihr das Spiel entweder alleine mit zwei Link-Puppen spielen oder euch online mit Spielern aus der ganzen Welt auf Abenteuerreise begeben. Wir vermuten aber schon mal, dass sich eine gute Koordination durch den Wegfall eines Voice-Chats schwierig gestalten dürfte. Lediglich acht verschiedene Icon-Befehle – welche auch im lokalen Multiplayer anwählbar sind – möglichen es euch Anweisungen zu erteilen. Ob StreetPass auch Verwendung finden wird, ist noch nicht bekannt, zumindest Gegner der amiibo-Figuren können aber aufatmen, da diese hier keinen Einsatz finden werden.

The Legend Of Zelda: Tri Force Heroes verbindet den Gameplay-Zauber der Singleplayer-Teile wieder einmal gekonnt mit Multiplayer-Elementen. Auch mit nur drei Spielern macht der geistige Nachfolger der Zelda: Four Sword-Reihe immer noch Spaß. Einzig der Totemmodus weiß noch nicht vollends zu überzeugen, bietet aber zumindest Potential für interessante Rätseleinlagen. Fans von A Link Between Worlds werden sich zudem über die zahlreichen Gameplay- und Optik-Anleihen freuen. Die Implementierung eines Online-Modus begrüßen wir zwar, hegen aber aufgrund eines nach aktuellem Stand mangelnden Voice-Chats noch Zweifel an einer gelungenen Umsetzung des chaotischen Treibens. Wer Action-Adventures und Koop-Spielen etwas abgewinnen kann, der wird an Tri Force sicher seine Freude haben, wenn es Ende des Jahres in den Handel kommt.

Zu einem guten Plattformer sagt Karim selten nein, aber auch epische Rollenspiele fesseln ihn vor den Bildschirm. Im öffentlichen Nahverkehr vergnüg...