Ausblicke

Angespielt: Travis Strikes Again: No More Heroes

Lange haben wir nichts Travis gehört; nach dem zweiten Teil von No More Heroes auf der Wii hat er sich eine Generation lang auf die faule Haut gelegt. Nun ist die Zeit aber reif und Grasshopper Manufacture haucht Travis mit neuen Ideen frischen Wind ein. In seinem neuesten Abenteuer bewegt sich Travis durch zahlreiche digitale Welten, die mit Spielelementen anderer Indie-Spiele angereichert sind. Auf der Gamescom haben wir eine spezielle Spielwelt anspielen können, die die Kölner Messe ausgiebig thematisiert.

Das Level von Travis Strikes Again, das wir haben spielen können, findet in einem recht abstrakt wirkenden Raum statt und konzentriert sich spielerisch voll auf die Action. Für den größten Teil der Demo bewegt man sich schlicht auf einem relativ schlichten linearen Pfad nach vorn, bis man von einer Energiebarriere aufgehalten wird und alle Gegner in seiner Umgebung besiegen muss, um den weiteren Weg freizuschalten. Begleitet wird das Geschehen von einigen ziemlich unterhaltsamen Texten, die auf die Kölner Messe Bezug nehmen, in dieser Form aber sicherlich nicht im finalen Spiel wiederzufinden sein werden. Nichtsdestotrotz legen die Texte, wie auch einige weitere spielerische Details, beispielsweise das Speichern mittels eines Toilettenbesuchs, nahe, dass die Entwickler wieder eine ganze Menge skurriler und lustiger Ideen im Petto haben.

Travis Strikes Again: PAX West Trailer – Nintendo Switch

Das Kampfsystem ist relativ simpel und vor allem schnell. Der Spieler hat die Wahl aus einem leichten und einem schweren Angriff. Eine Hand voll zusätzlicher Bewegungen gibt es ebenfalls, die wir aber im Zuge der beschränkten Zeit mit der Gamescom-Demo nicht näher haben auf die Probe stellen können. Tatsächlich ist es für weite Teile der Demo ausreichend, den schnellen Angriff zu verwenden, um sich Horden von eher harmlosen Gegnern zu entledigen. Allerdings stolpert man früher oder später über ein besonderes Spielelement. Travis ist nämlich mit einer Batterie ausgestattet, die angibt, wie viel Angriffsenergie dem Spieler noch verbleibt. Ist diese Batterie aufgebraucht, muss man sie wieder aufladen, indem man sich aus dem Kampfgeschehen zurückzieht, den linken Analogstick durchdrückt und den Controller schüttelt. Gerade auf Grund der hohen Geschwindigkeit der Kämpfe kann das durchaus zu kniffligen Situationen führen.

Schließlich konnten wir uns auch mit einem Endgegner messen, der vor allem ein waches Auge für die Umgebung und die Bewegungen des Endgegners belohnt. Die Lebensenergie in der Gamescom-Demo ist recht großzügig bemessen, aber dennoch ist es wichtig, die Zeichen für besonders verheerende Angriffe zu erkennen. Insgesamt fühlt sich Travis Strikes Again ziemlich rund und flüssig an und macht auf jeden Fall Spaß. Im finalen Spiel sollte aber in Sachen Leveldesign definitiv eine Schippe draufgelegt werden. Das Ablaufen von unzähligen Gegnerwellen würde ansonsten allzu schnell ermüden.

Sebastian hat eine ausgeprägte Vorliebe für Jump & Runs, zählt aber auch Action-Adventures und Arcade-Spiele zu seinen Lieblings-Genres. Hauptaugenmerk liegt bei ihm meistens auf der Spielmechanik, eine gut geschriebene Geschichte lässt ihn aber auch schwach werden. Lieblingsspiele: Yoshi’s Island, Super Mario Galaxy 2, Sonic Generations und Zelda: Skyward Sword.