uGUu – Der monatliche Blick nach Japan (Juli 2017)

Nachdem die letzte Ausgabe dem E3-Trubel Platz machen musste und noch gar nicht so lange her ist, meldet sich uGUu im Juli wieder pünktlich zur Stelle, um euch die neuesten Japan-News der Gaming-Welt näher zu bringen. Wirklich große Neuigkeiten sind diesmal nicht zu finden, deshalb nutzen wir die Chance, euch im Zuge des Splatoon 2-Hype, das nächste Woche erscheint, Einblick in die Farblehre zu geben. Los geht’s!

 

Nächste Woche werden die Kids wieder zu Squids, wenn Splatoon 2 für Nintendo Switch erscheint! Auch diese Ausgabe von uGUu gibt sich deshalb angemessen bunt. Allgemeine News zum Spiel findet ihr natürlich auf der Spiele-Seite von GU, ein kleines, aber feines Bonus-Feature des Nintendo-Shooters wollen wir hier dennoch kurz vorstellen.

In Squid Beatz stehen dem Spieler ganze 42 Songs zur Wahl, die im Rahmen eines Musik-Rhythmus-Spiels in verschiedenen Schwierigkeitsstufen erlebt werden dürfen. Der Splatoon-Soundtrack hat seit jeher seinen ganz eigenen Stil, sodass es eine coole Sache ist, dieses Unikum in ein dazu passendes Mini-Game zu verpacken. Neu ist das Minispiel übrigens nicht, bereits im ersten Teil konnte man Squid Beatz freispielen. Einen Eindruck des Musikspiels erhaltet ihr in den folgenden Videos:

Wenn es um die besten Anime aller Zeiten geht, dann hört man doch immer wieder dieselben Kandidaten, von Death Note, über Cowboy Bebop, bis hin zu Steins;Gate. Ganz zu schweigen von konservativen Ghibli-only-Fans (ja, das sollte eine Spitze sein. Es gibt mehr als Ghibli, Leute wink ). Von einer Serie namens „Gintama“ ist da selten die Rede. Ist vielleicht dem Umstand zu verschulden, dass Gintama so erbarmungslos „japanisch“ ist, wie ein Anime nur sein könnte.

Ein passender Vergleich wäre vielleicht, Gintama als japanisches South Park zu benennen, doch das würde verschweigen, dass Gintama nicht nur bizarre Comedy ist, sondern auch immer wieder durch seine hervorragenden ernsten Story-Arcs zu glänzen weiß. Was sich hier präsentiert, steht den besten, spannendsten Kämpfen in populären Shounen-Anime wie Naruto, One Piece oder Dragon Ball in nichts nach. Wird in der einen Folge noch wortwörtlich mit Kot um sich geworfen, fließen in der nächsten Folge bittere Tränen, weil von der dramatischen Vergangenheit eines Charakters erzählt wird. Das Unglaubliche: Dieser Mix funktioniert, weil Dreh- und Angelpunkt die hervorragend ausgearbeiteten Charaktere sind, deren Eigenheiten und Marotten nach einigen Folgen erkannt sind und fortan im Kontext der jeweiligen Episodenaufhänger Sinn ergeben. Mal mehr, mal weniger.

Und jetzt die eigentliche Neuigkeit: In der letzten Ausgabe der Weekly Jump wurde ein Gintama-Videospiel für PlayStation 4 und Vita angekündigt! Konkrete Details sind noch nicht bekannt, lediglich einzelne Phrasen begleiten den Artikel, darunter „ernstgemeinte Qualität“, „traditionelles Action-Spiel“ und „wunderschöne 3D-Modelle“. Der Projekttitel lautet „Gintama: Last Game“. Mal sehen, was dabei herauskommt. Verdient hätte dieses Anime-Urgestein mit über 300 Folgen jedenfalls eine ordentliche Versoftung. uGUu hält für euch ein Auge darauf!

UPDATE – In einem Ankündigungs-Trailer in bester Gintama-Manier hat Bandai Namco nun eine Asia-Version mit englischen Untertiteln angekündigt! Westliche Fans von Gin, Shinpanchi und Kagura dürfen also jubeln. Jetzt. Jetzt bitte jubeln. Ausrufezeichen!

Am 13. Juli erscheint die NicoNico-App für Nintendo Switch in Japan. Angesichts des Japan-exklusiven Erscheinens mit entsprechender Sprachlimitation ist diese konkrete Meldung nicht unbedingt von Belang für europäische Switch-Fans. Denkt man jedoch einen Schritt weiter, zeigt diese Non-Gaming-App, dass Nintendo nicht per se gegen Multimedia-Apps ist und hoffentlich bald Apps für Netflix, Amazon Prime, Youtube und Co. folgen.

Ein besonderes PSVR-Highlight gibt es seit kurzem im japanischen PlayStation Store als kostenlosen Download. „Kizumonogatari VR“ ist ein ca. 5-minütiges VR-Erlebnis, in dem man sich in einer virtuellen Umgebung Filmszenen des gleichnamigen Anime anguckt. Dabei sitzt man zu Beginn noch in einer Art Hörsaal, doch während die Filmszenen weiterlaufen, verändert sich die Umgebung mehrmals. Auch die Filmszenen werden nicht starr auf der virtuellen Leinwand voraus angezeigt, sondern nutzen die gesamte Pseudo-Realität, was in einem angenehm surrealen Erlebnis mündet. Dazu guckt man nicht allein, sondern hat rechts von sich ein niedliches Anime-Mädchen im Cel-Shading-Look sitzen, das die Reaktionen einer echten Begleitung simuliert.

Wer ein PlayStation VR-Headset sein Eigen nennt, sollte sich diese Erfahrung nicht entgehen lassen. Einfach einen japanischen PS4-Account erstellen und im Demo-Bereich des japanischen PS Stores herunterladen. Alternativ kommt ihr auch direkt unter folgendem Link zum Download-Bereich: Kizumonogatari VR im PS Store

Der ultimative Überlebende ist bald zurück! Kaiji VR: Steel Beam Crossing of Despair versetzt den Spieler in eine der unerbittlichsten Szenen des Anime „Ultimate Survivor Kaiji“. Ebenfalls als PSVR-exklusiver Titel gilt es, auf langen Balken von Punkt A nach Punkt B zu balancieren. Das tut weh, wenn die Balken 3-4 Meter über dem Boden sind. Das ist tragisch und dramatisch, wenn die Balken zwischen zwei Hochhaustürmen verlaufen.

Von den Originalsprechern begleitet erlebt man hautnah wie es ist, wenn man ganz auf sich allein gestellt ist, wenn moralische Grenzen getestet werden und wenn aus der Not gegründete Kameraden plötzlich … weg sind. Release ist der 28. August 2017 für 1800 Yen. Ein West-Release ist leider bislang nicht geplant.

Weil alles an Yoko Taro irgendwie weird ist, wollen wir euch an dieser Stelle seine Lieblingsspiele für PlayStation 4 nicht vorenthalten. Der exzentrische Nier: Automata-Entwickler wurde kürzlich darum gebeten, seine Top-Spiele zu benennen:

  • Resogun
  • Final Fantasy 15
  • Horizon: Zero Dawn
  • Gravity Rush 1/ 2
  • Danganronpa
  • Life is Strange
  • The Last Guardian

Dank der kürzlichen Preissenkung von Oculus Rift auf 399 Euro wurde das Publikum von Virtual Reality-Brillen offenbar ein ganzes Stück sexier: Naoyuki Otsuru von Entwickler Illusion (bekannt für die Sexy Beach-Reihe oder auch das umstrittene RapeLay) hat auf Twitter geschrieben, dass dank des vergünstigten Oculus Rift die Verkäufe von „VR Kanjojo“ (deutsch: „VR Freundin“) in den letzten Tagen um über 200% gestiegen seien. Um allzu detaillierte Beschreibungen an dieser Stelle zu umgehen, sei das Virtual Reality-Spiel ganz einfach als eine Art „Summer Lesson“, das sich nicht zurückhält, umrissen. Einen kleinen Eindruck gibt das folgende Video:

Auch die Entwickler von „Waifu Sex Simulator“ berichten Positives, so seien deren Verkäufe um gut 60% gestiegen, dazu kämen einige neue Patreon-Unterstützer.

Allzu erstaunlich sollte das alles nicht sein. So berichtet der amerikanische Nachrichtendienst Xbiz, dass etwa 38% aller VR-Brillen mit der Absicht, pornografische Inhalte genießen zu wollen, erworben werden. Auch in der Vergangenheit profitierten neue Medien vom Push durch die Pornoindistrie, so etwa die Einführung von Pay-TV, das Vorantreiben der DVD oder aber von digitalen Internetdiensten. Virtual Reality bietet sich so offensichtlich für die natürlichste Sache der Welt an, dass uns das „Beste“ wahrscheinlich noch bevor steht. Bis dahin dürfen Oculus Rift- und HTC Vive-Besitzer Spiele wie VR Kanojo erforschen, schwankend zwischen sexy und einfach nur unfreiwillig urkomisch.

Zeit für eine kleine Farblehre! Angefixt vom nahenden Splatoon 2-Release wollen wir in dieser Ausgabe von uGUu auf die japanischen Namen der geläufigsten Farben (色 iro = Farbe) eingehen, sowie deren Kanji-Zeichen angucken. Aufgrund der blumigen Sprache, die das Japanische nun einmal ist, nützen bereits die Farbnamen eine ganze Menge. So heißen etwa Babys „Aka-chan“, was mit demselben Kanji wie die Farbe „Rot“ geschrieben wird. Warum? Wohl weil neugeborene Kinder erstmal ziemlich rosig zur Welt kommen. Schlau, diese Japaner, eh? Also ran an die Farben!

Rot: 赤い Akai

Blau/ Grün: 青い Aoi

Gelb: 黄色い Kiiroi

Weiß: 白い Shiroi

Schwarz: 黒い Kuroi

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Grün: Midori

Pink: 桃色 Momoiro/ Pinku

Lila: 紫色 Murasaki

Orange: オレンジ色 Orenji/ Orenjiiro

Braun: 茶色 Chairo

Silber: 銀色 Giniro

Gold: 金色 Kiniro

Details zur Anwendung der Farbadjektive für Interessierte: Die Farben oberhalb der Trennlinie sind sogenannte „i-Adjektive“, das heißt, sie enden immer auf ein „i“ (い). Möchte man bspw. „weißes Auto“ sagen, sagt man einfach „shiroi kuruma“ (kuruma = Auto), man setzt also die Farbe ganz einfach vor das Substantiv. Wenn man nun allerdings sagen möchte, dass das Auto weiß ist, also prädikativ „Das Auto ist weiß“, dann fällt das „i“ weg und es heißt „Kuruma wa shiro desu.“ (wa = Topic-Partikel, desu = ist). Das gilt generell für alle i-Adjektive. Für Videospiel- und Anime-Fans sei jedoch noch erwähnt, dass im Rahmen von Slang auch hier Abweichungen geben kann, bspw. „Kuroneko“ anstatt eigentlich „Kuroi Neko“ (schwarze Katze).

Die unterhalb der Trennlinie stehenden Farben sind keine Adjektive, sondern tatsächlich lediglich der Farbname. Will man diese Farben auf ein Substantiv anwenden, verwendet man in der Regel den „no“-Partikel (の). „Silbernes Haar“ heißt dementsprechend „Giniro no Kami“ (Kami = Haar).

Ein letztes Detail, dann ist es für diesen Monat geschafft: Tatsächlich bezeichnet „aoi“ für Japaner einen Bereich, der sich von blau bis grün erstreckt. Deshalb wird das Wort mitunter für Farben verwendet, die wir Europäer klar entweder blau oder grün bezeichnen würden. Japaner würden etwa Kusa, das Gras, „aoi“ nennen, für uns wäre es eindeutig grün. Insgesamt kommt in der Welt von Videospielen und Anime aber zumeist aoi als blau und midori als Grün vor, weshalb man sich hier keinen allzugroßen Kopf machen sollte. Es schadet aber nichts, diesen Umstand im Hinterkopf zu behalten, falls man sich das nächste Mal wundert, warum ein Japaner die grüne Ampel „aoi“ nennt.

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Puh, ein klein wenig kompliziert diesmal, und das, wo es doch eigentlich nur um Farben gehen sollte. Wir hoffen, es war dennoch (oder gerade deshalb?) interessant und enden an dieser Stelle diese Ausgabe von uGUu. Das monatliche Fanart entstammt diesmal der Feder von Hashiro, der einem seiner Lieblings-Champions aus League of Legends Tribut zollt. Wir freuen uns wie immer über das Kunstwerk und rufen euch an dieser Stelle dazu auf, fleißig weiter Zeichnungen an uns zu schicken! Schickt dazu einfach eine PM an Redakteur Max.

Also dann,

Ja mata! („bis zum nächsten Mal!“)

(Champion Ezreal aus League of Legends zeigt sich in User Hashiros Fanart von der knuffigen Seite)

Bonus-Time:

Profilbild von valet
Wenig lässt das Herz von Redakteur Max höher schlagen, als opulente, ausladende 3D-Welten mit hohem Interaktionsgrad, damit er sich so richtig in andere Welten versetzt fühlt. Konträr dazu zeigt sich sein aufgeschlossenes Gemüt, wenn er sich verrückten Japano-Titeln widmet, in denen die Grenzen zwischen Katzen und Mädchen schon mal verschwimmen.

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2 Kommentare auf "uGUu – Der monatliche Blick nach Japan (Juli 2017)"

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Z.Carmine
Mitglied
Patreon

Wie schnell doch die Zeit vergeht.
Spla2n ist bald draußen. Ich glaube nicht, dass ich online lange aushalten werde.

Gintama bekommt also sein letztes Spiel, dann war es das schon? ugly

Abgehackte Hände in VR sind irgendwie gruselig.
Von Hochhaus zu Hochhaus balancieren mit eventuellen Stürzen? Lieber nicht.

Arino
Mitglied

Gintama ist ja wohl mal einer der besten, lustigsten und dramatischsten Mangas überhaupt! Bei mir stehen daher auch alle 34 (bzw. kommende Woche 35) deutschen Bände im Regal! =)

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