uGUu – Der monatliche Blick nach Japan (Juni 2017)

Willkommen zur Juni-Ausgabe von uGUu, dem monatlichen Blick nach Japan! Auch wenn die ganze Welt noch an den Meldungen der just vergangenen E3-Messe in Los Angeles zu verdauen hat, wollen wir mit etwas Verspätung auch die andere Seite des Globus nicht ganz vergessen. Ohne weiteres Trara, los geht’s!

Wer aktuelle Anime guckt, der muss Little Witch Academia gesehen haben! Weder kindisch, noch überzogen ernst, wird hier die Geschichte der jungen Schülerin Akko erzählt, die ihren Traum verwirklichen will und eine Akademie für angehende Hexen besucht. Hilfreich zur Seite stehen dabei zahlreiche Freunde, darunter Zimmergenossinnen Sucy und Lotte, die zumeist unter der stets hoch ambitionierten Gefährtin zu leiden haben. Denn nur weil man viel Motivation mitbringt, heißt das nicht, dass man auch was drauf hat. Doch auch wenn Tollpatsch Akko viel ungewolltes Unheil anrichtet, weiß sie trotzdem ihre Umwelt mit ihrer unbändigen Begeisterung für Magie und das Hexen-Dasein anzustecken. Selbiges ist auch mit Yosuke Futami, Produzent von APlus Games, passiert, der selbst sagt, er hätte, nachdem er Film und TV-Serie gesehen hatte, sofort mit der Spieleplanung loslegen müssen.

Das Ergebnis ist ein seitlich scrollender Action-Titel im seriengetreuen, wunderschönen Anime-Look. Die Progression durch die Level soll dabei wie ein Anime daherkommen und halb-halb zwischen Action-Szenen und Alltagsleben an der Akademie wechseln. Dabei würde man Wert auf die Umsetzung des umfangreichen Schulgebäudes legen, das bis in den letzten Winkel erkundet werden können soll. Die Story für das Videospiel-eigene Szenario entstammt vollständig den Spielentwicklern, an deren Skript kaum etwas von Seiten des Anime-Studios verändert werden musste. Abgesehen von Andrew Hanbridge und Croix Meridies sollen wirklich alle aus dem Anime bekannten Figuren kommen, außerdem darf man auch als Lotte und Sucy spielen, die jeweils eigene Fähigkeiten besitzen. Und wem das noch nicht reicht, der darf auf DLC hoffen.

Erscheinungstermin ist der 30. November 2017 für Japan. Ein Release in Europa bleibt abzuwarten. Da es aber eh auf einen Action-Titel hinausläuft, bietet sich notfalls ein Import an. Wer den Anime gesehen hat, wird da nicht zweimal überlegen!

Wer mit kleinen Hexen gar nichts anfangen, hat vielleicht mehr Interesse an der geplanten VR-Arena von Sega. In Akihabara entsteht diese Arena für das Virtual Reality-Spiel Mortal Blitz. Anders als in üblichen VR-Anwendungen wird hier eine weitläufige Umgebung so hergerichtet, dass Realität und Fantasie miteinander verschwimmen und für perfekte Immersion sorgen. 1500 Yen, also etwa 15 Euro, soll die 8-15-minütige Spiel-Session dabei kosten. Die Eröffnung sollte eigentlich bereits erfolgt sein, ist aber aktuell auf unbekannt verschoben.

Frohe Kunde für Switch-Fans: Anonymous;Code erscheint für die neue Nintendo-Konsole. Bereits zuvor war der Release für PlayStation 4 und PlayStation Vita bekannt geworden. Im kommenden Scifi-Szenario von Chiyomaru Studio, den Entwicklern von Steins;Gate und Chaos;Child, geht es wieder einmal hoch philosophisch zur Sache: Wir befinden uns im Jahr 2037 in Nakano, Japan. Die Menschheit erschafft mittels Supercomputer Gaia eine perfekte Simulation ihrer selbst am Computer. Bald schon jedoch erschafft die Computer-Menschheit ihrerseits eine Menschheitssimulation – Die ursprünglichen Erschaffer müssen auf einmal ihre eigene Existenz in Frage stellen. Erscheinungstermin in Japan ist Ende 2017.

Wer wollte nicht schon immer Geld für leere Kartons ausgeben? Genau das passiert derzeit in Japan im Splatoon 2-Hype. Dort bietet Nintendo offiziell leere Kartons des Splatoon 2-Switch-Bundles für 540 Yen (etwa 5 Euro) an. Wer das kauft und warum, darüber kann man wohl viel spekulieren. Wir fragen uns dennoch: Why?!

Die vietnamesische Hautklinik „MedCare“ hat sich ein ganz besonderes Logo für das Unternehmen ausgesucht, wie ihr auf dem nachfolgenden Foto erkennen könnt. Was kann da eigentlich noch schief gehen bei der Behandlung? Unschuldiger, wenn auch seltsamer, Firmenlogo-Klau oder doch eine Marketing-Kampagne von Capcom für ein neues Resident Evil-Produkt? Wir würden uns jedenfalls zweimal überlegen, in eine Hautklinik mit Logo der fiktionalen (?) Umbrella Corporation einzuchecken. Andererseits, vielleicht wacht man als Nemesis wieder auf. Der hatte schließlich Lippen wie zum Küssen geschaffen …

Endlich ist es soweit: Summer Lesson: Allison Snow Seven Days Garden erscheint für PlayStation VR! Bereits vor einer gefühlten Ewigkeit hatte Bandai Namco das zweite Mädchen enthüllt, mit dem man als Nachhilfelehrer Bekanntschaft machen darf. Für nicht-japanische Spieler dürfte es diesmal noch seltsamer werden als mit Hikari, da Allison anfangs kaum Japanisch kann und Englisch spricht, sich das im Verlauf des Spiels aber ändern soll.


Bereits am 22. Juni 2017 ist die VR-Sim im japanischen PlayStation Store erschienen. Eine Asia-Version mit komplett englischen Texten lässt aktuell noch auf ihre Ankündigung warten.

魔法

Wo Nachwuchshexe Akko schon mal zu Besuch in der Welt der Videospiele ist, wollen wir uns die gebräuchlichsten Begriffe für Magie, Zauberer und Hexen angucken. Dabei gibt es eine Vielzahl von gebräuchlichen Formen, die natürlich jeweils noch eine andere Bedeutung besitzen. Ohne weiteres Redenschwingen, legen wir los!

Mahou 魔法: Der geläufigste Begriff, wenn man von „echter“ Magie spricht. Das „Ma“ (魔), das in diesem und vielen weiteren Vokabeln mit Magiebezug auftaucht, steht einfach allgemein für böse Geister, Dämonen oder Hexen. Das darauf folgende „Hou“ (法) bedeutet Gesetzmäßigkeit, also kann man „Mahou“ auch als „Prinzip der Hexerei“ übersetzen, was doch irgendwie ganz gut passt.

Majo 魔女 : Hier ist es ganz einfach: Das „Ma“ ist dasselbe wie weiter oben erklärt. Das „Jo“ (女) ist nichts anderes als die „Frau“. „Majo“ (gesprochen „Madscho“, nicht mit dem deutschen Mayo aka Mayonnaise zu verwechseln!) ist also die „Frau mit bösen Geistern“. Oder eben einfach: Eine Hexe.

Majutsu 魔術: Jetzt wird es etwas kniffliger, denn wie bereits erwähnt: Für Magie gibt es im Japanischen unzählige Begrifflichkeiten. Wir beschränken uns hier nur auf die populärsten. Wer den einen oder anderen Anime auf Japanisch geguckt hat, dem wird das Wort „Majutsu“ bestimmt schon mal aufgefallen sein. Zweierlei Gebrauch ergibt sich dafür: Zum einen wird mit Majutsu eher in Richtung Zaubertricks gedacht als an „echte“ Magie. Darüberhinaus gilt Majutsu durchaus auch als Begriff für magische Fähigkeiten, die allerdings schwächer sind als „Mahou“. Eine hoffentlich anschauliche Analogie wäre vielleicht wie folgt: Wer sich zum Kochen ein Rezept sucht und streng danach geht, kocht zwar etwas Echtes, versteht aber nicht unbedingt wirklich was vom Kochen (Majutsu). Wer aber einfach guckt, was er an Zutaten zuhause hat und daraus aufgrund des echten Verstehen der Kochkunst ein leckeres Essen zaubert, der hat ein höheres Level erreicht (Mahou).

Majutsushi 魔術師: Das „Shi“ (師) steht ganz einfach für „Experte“. Also insgesamt ein „Experte für Zauberei“. So wird der Anwender von „Majutsu“ genannt.

Mahou Tsukai 魔法使い: Der Anwender von Magie ist derjenige, der Magie gebraucht. „Tsukai“ (使い) heißt nichts anderes als eben das, nämlich „Gebrauch“. In gutem Deutsch dann schließlich besser bekannt als Zauberer oder Magier.

Tejinashi 手品師: Der Vollständigkeit halber: Spricht man von realen Zauberkünstlern, wie man sie in Shows auftreten sieht, ist von einem „Tejinashi“ die Rede. „Te“ (手) ist die Hand, „Jina“ (品) die Raffinesse, und „Shi“ wieder der Experte. In seiner blumigen Art ergibt das Japanische also den „Experten der raffinierten Hand“. Kurz gesagt: Zauberer (aber auch genutzt für Jongleure oder Gaukler).

Mahou Shoujo 魔法少女: Eine Spezialform eines Magieanwenders, die der japanischen Unterhaltungskultur zu schulden ist, ist das „Mahou Shoujo“, besser bekannt als „Magical Girl“ (einen gleichermaßen populären Begriff gibt es im Deutschen nicht). Damit sind keine mystischen Magieanwender gemeint, sondern Sailor Moon, Wedding Peach oder Madoka. Hübsche Mädchen mit magischen Fähigkeiten, die zumeist für die Liebe und Gerechtigkeit kämpfen. Wer aufgepasst hat, kann jetzt ein bisschen kombinieren: „Mahou“ kennen wir bereits. „Jo“ ist ebenfalls bekannt. Fehlt also nur das „Shou“ (少), das nichts anderes als „klein“ bedeutet. Wortwörtlich haben wir demnach „Kleine Frau mit Magie“. Na, da ist Magical Girl doch irgendwie besser.

Majokko 魔女っ子: Um auch die gediegenere Version für eine Junghexe anzubieten, hier noch der Begriff für eine Nachwuchshexe. Das „Ko“ (子) steht dabei für Kind. „Tsu“ (っ) dient lediglich als Verbindung zwischen den Kanjizeichen. „Majokko“ steht also wörtlich für die „Kindhexe“.

Majikku マジック: Wer nichts von alledem hält, der kann auch gänzlich ohne Kanjizeichen das heute moderne „Majikku“ verwenden, was nichts anderes als die ins Japanische übernommene Version des englischen „Magic“ ist. Wie wir aus früheren uGUu-Ausgaben wissen, werden oft englische Begriffe direkt verwendet und dabei, wie alle ausländischen Begriffe, mit Katakanazeichen geschrieben. Aber ganz ehrlich: „Mahou“ hat irgendwie doch wesentlich mehr Stil als ein verfremdetes „Magic“.  wink

Das war es auch bereits wieder mit der monatlichen Ausgabe von uGUu! Hoffentlich hat euch der etwas ausfürlichere Einblick in die japanischen Begriffe für Magie gefallen. Wie immer freuen wir uns über Feedback im Kommentarbereich. Vergesst außerdem nicht, euch beim monatlichen Fanart zu beteiligen! Diesmal ist der aus dem GU-Forum bekannte Z.Carmine an der Reihe mit einem selbstgemachten Kunstwerk. Wir sind begeistert und freuen uns schon auf nächsten Monat.

In diesem Sinne:
Ja mata! („Bis zum nächsten Mal)

(Kein Prime? Da hat Nintendos E3 2017-Auftritt unserem kreativen Künstler wohl einen Strich durch die Rechnung gemacht!)

Wenig lässt das Herz von Redakteur Max höher schlagen, als opulente, ausladende 3D-Welten mit hohem Interaktionsgrad, damit er sich so richtig in andere Welten versetzt fühlt. Konträr dazu zeigt sich sein aufgeschlossenes Gemüt, wenn er sich verrückten Japano-Titeln widmet, in denen die Grenzen zwischen Katzen und Mädchen schon mal verschwimmen.

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1 Kommentar auf "uGUu – Der monatliche Blick nach Japan (Juni 2017)"

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Z.Carmine
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Ich habe kein Prime Steak gesehen. Die Ankündigung war fast so leer wie ein Splatoon2-Switchbundle-Karton. ugly
Ein Highlight der nächsten E3 ist damit aber wohl recht sicher.

Da weder tolle PSVR-Unterstützung noch ein Preissturz stattfanden, habe ich die Hardware noch nicht. Allison gefällt mir aber schon sehr.
Aus irgendeinem Grund kann man den Vorgänger von Amazon.de bestellen?

Von Umbrella möchte ich mich nicht unbedingt behandeln lassen.

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