uGUu – Der monatliche Blick nach Japan (Mai 2017)

Konnichi wa und willkommen zur nunmehr dritten Ausgabe von uGUu, dem monatlichen Blick nach Japan! Der vergangene Monat war nicht ganz so erfüllt von schrägen News wie noch der vorangegangene, doch das nehmen wir zum Anlass, ein wenig zu experimentieren. Deshalb gibt es im Kanji des Monats-Bereich diesmal nicht nur japanische Schriftzeichen, sondern auch ein klein wenig Geschichte. Worum es geht? Um 2B aus Nier Automata natürlich, nach der nicht nur Guu (siehe Bannergrafik) verrückt zu sein scheint. Aber genug der Worte, los geht´s!

Mit Code Vein versuchen sich Bandai Namco Entertainment und das Team hinter der God Eater-Serie an der nächsten größeren Franchise, die in Richtung Dark Souls einschlagen soll. Das Action-RPG mit Anime-Ästhetik spielt in der nahen Zukunft, in der die Welt von den „Dornen des Urteils“ verwüstet wurde, überall ist die Erdkruste von diesen riesigen Strukturen durchbohrt. Die wenigen Überlebenden in diesem apokalyptischen Szenario sind die sogenannten „Wiedergänger“, die Mitglieder einer geschlossenen Gesellschaft namens „Vein“ sind. Diese Wiedergänger, zu denen auch der Spieler selbst gehört, verfolgen zwei Ziele: Einmal ist da das Erlangen von Blut, um die eigene Menschlichkeit zu bewahren. Wer seinen Blutvorrat zu tief sinken lässt, hört auf, Mensch zu sein und verwandelt sich zu einem „Verlorenen“, oder einfach gesagt: Er wird zum Monster. Ein andermal geht es darum, die Wahrheit über diese Welt herauszufinden.

Die Welt in Code Vein besteht aus zusammenhängenden Gebieten, die allesamt unterschiedliche Gegnerarten und Umgebungsstrukturen aufweisen. Um in der lebensfeindlichen Welt bestehen zu können, stehen dem Spieler, dessen Avatar frei gestaltet werden kann, vielfältige Ausrüstungsoptionen zur Verfügung. Neben diversen Waffen wie Schwertern, Äxten und ähnlichem, gibt es auch den sogenannten „Blutschleier“, eine Maske, über die das Blut der Gegner aufgenommen wird. Dazu gehört außerdem ein Extraktionswerkzeug, etwa metallene Klauen oder ein Skorpionschwanz-ähnlicher Mechanismus. Hat man genug Blut gesammelt, lassen sich Spezialangriffe ausführen. Bei alledem wird man (wahlweise) von einem Verbündeten begleitet, der im Kampf mithilft und die Dramatik bei der Erforschung der Spielwelt fördern soll.

Noch hält sich Bandai Namco leider bedeckt und will nicht verraten, für welche Konsolen der 2018er Titel erscheinen wird. Doch auch wenn das Action-RPG wie ein Anime-Dark Souls anmutet, steht ein hoher Schwierigkeitsgrad nicht im Vordergrund der Zielsetzung der Entwicklung. Anspruchsvolle Herausforderungen soll es dennoch geben.

In weiteren Bandai Namco-News: Der Publisher hat in Europa die Marke „Pac-Man Maker“ schützen lassen. Ein Hinweis darauf, dass Fans bald eigene Pac-Man-Levels erstellen dürfen?

Erfreulich: Das hervorragende Action-RPG Nier: Automata von Entwickler Platinum Games hat sich nicht nur weltweit über eine Million mal verkauft: Allein die Japan/Asia-Version konnte sich über 500000 mal verkaufen. Anlass genug für Square Enix, ein neues Artwork zum Erreichen des Milestones zu veröffentlichen.

 

Wie feiert man 25 Jahre Kirby am besten? Na klar, Unterwäsche! In Zusammenarbeit mit Yummi Mart erschien Ende April eine Unterwäschekollektion, die ganz im Kontext des rosa Edelknödels steht. Man fragt sich, was dabei seltsamer ist: Die Kollektion an sich, oder aber das lasziv dreinblickende Model. Es ist Kirby, why so serious?

Für alle Pokémon GO-Kreuzritter erscheint im August endlich eine Pokéball-Kollektion von Premium Bandai. Für etwa 65 Euro bekommt man 11 Pokébälle, allesamt unterschiedlicher Art, ob nun regulär, Superball, Flottball oder Meisterball. Wie im Werbematerial zu sehen ist, können Geschäftsleute die Bälle an ihrem Gürtel befestigen, um wirklich allzeit bereit zu sein. Tatsächlich lassen sich die Bälle als Aufbewahrungsort für Bonbons, Tabletten und dergleichen verwenden. Irgendwie cool. Irgendwie weird. Und irgendwie doch eher Letzteres.


Wir beschränken uns diesen Monat auf eine einzige Meldung im Bereich „Sexy“, die es allerdings in sich hat: Publisher Udon hat kürzlich das Street Fighter & Friends Swimsuit Special 2017“ enthüllt. Im 32 Seiten starken Magazin werden in Farbe aufwendige Zeichnungen von Chun-Li, Cammy, aber auch Gästen wie Morrigan (Darkstalkers) oder Figuren aus Final Fight! und Rival Schools präsentiert. Neben dem Standard-Cover gibt es gleich drei Variants mit anderen Motiven, die ihr im Folgenden sehen könnt. Vorbestellungen laufen, gerademal 5 Dollar kostet diese Investition für die Ewigkeit.

 

アンドロイド

Wir schummeln diesen Monat ein wenig, um den verdienten Erfolg von Android 2B aus Nier: Automata zu feiern. Einen speziellen japanischen Begriff für „Android“ gibt es im Japanischen nicht, stattdessen bedient man sich der Katakana-Zeichen, um genau denselben ausländischen, englischen Begriff ins Japanische zu übertragen. Wer es an dieser Stelle noch nicht wusste: Es gibt im Japanischen drei Sets von Zeichen: Hiragana für Grammatikpartikel und Bestandteile klassisch japanischer Begriffe. Katakana für aus dem Ausland nach Japan eingeführte Begriffe und Eigennamen. Und schließlich Kanji-Zeichen, um die es hier üblicherweise geht, also die oftmals komplizierten Bildzeichen, die bereits alleinstehend eine vollwertige Bedeutung besitzen. Puh! Wir gucken uns im Folgenden drei Möglichkeiten an, die Existenz von 2B mit Namen zu bezeichnen. Auf geht’s!

アンドロイド – Schreibt man diese Katakana in westliche Schriftzeichen („Romaji“ genannt) um, liest es sich „Andoroido“. Man sieht: Es wird einfach das englische „Android“ genommen und im Sinne japanischer Silbenschrift konvertiert. Dabei endet der japanische Begriff auf „do“ (ド), weil es in der Silbenschrift natürlich kein einzelnes „d“ gibt.

ガイノイド – Jetzt gehen wir ein wenig ins SciFi-Detail. Das hier, ebenfalls in Katakana, geschriebene Gainoido“ ist nichts anderes als der Begriff „Gynoid“. Zwar spricht man gemeinhin allgemein von Androiden, wenn man Roboter in Menschengestalt meint, genauer wäre jedoch, zwischen männlichen Androiden und weiblichen Gynoiden zu unterscheiden. Gynoid ist also schlicht ein Roboter in der Gestalt einer Frau.

人型 ロボット – Und dann kommen wir doch noch zu zwei echten Kanji-Zeichen, die von Katakana begleitet werden. Das erste Kanji steht für „Hito“ (人), was einfach „Mensch“ heißt. Das zweite Kanji-Zeichen wird einzeln „Kata“ (型) gelesen und steht für „Form“ oder „Vorlage“. Beim Verschleif im Zeichenverbund wird dann „Kata“ als „Gata“ gelesen und man erhält „Hitogata“ = „von Menschengestalt“. Jetzt wird es wieder einfacher und wir haben in Katakana-Zeichen „robotto“ (ロボット) geschrieben. Was das wohl heißen mag, darf jeder für sich erraten!

So bleibt also der „Hitogata Robotto“, der „Roboter nach Vorlage des Menschen“, übrig, ein etwas traditionellerer Begriff für Gynoids wie 2B. Aber woher kommt eigentlich die Idee für Gynoids? Dazu muss man weit zurück in die Vergangenheit gucken, genauer gesagt in die Antike. Kurz nach Christi Geburt verfasste Ovid sein Werk „Metamorphosen“, in denen unter anderem die Geschichte des Künstlers Pygmalion erzählt wurd. Der hatte negative Erfahrungen mit Frauen gemacht, wurde zum regelrechten Frauenfeind und widmete sich fortan ganz der Bildhauerei. Unbewusst erschafft er dabei eine Elfenbeinstatue, die wie eine Frau aussieht und die ihn so verzückt, dass er sie immer mehr wie eine echte Frau behandelt und sich in die Statue verliebt. Am Festtag der Venus fleht er die Göttin an, ihm eine Frau zu schenken, die wie die Statue ist. Als Pygmalion an diesem Abend wieder mit der Liebkosung der Statue beginnt, erwacht diese zum Leben und der einsame Künstler startet eine Familie mit der perfekten Frau. Später erhielt die zur Frau gewordene Statue den Namen „Galatea“. Ob heutige Otakus ihre Figurensammlung also ein wenig mehr knuddeln sollten? Na, wir wollen den Status Quo an dieser Stelle nicht auch noch verschlimmer! *zwinker*

Und damit geht es wieder dem Ende einer uGUu-Ausgabe zu! Diesen Monat gab es etwas weniger brisante Neuigkeiten, dafür war der etwas ausführlichere Ausflug zum Thema Androiden hoffentlich interessant. Wir beschließen uGUu wie gewohnt mit einem Leser-Fanart. Diesmal eingereicht von Larx alias Lukas Edlfurtner. Ob Link den von Baby-Mario angebotenen Tauschhandel „Stern gegen Fee“ wohl eingeht?  Wir sind erneut begeistert und rufen an dieser Stelle wie immer  alle unsere Leser auf, uns ihre eigenen Fanart-Werke zu schicken, dazu einfach eine Private Nachricht an Redakteur Maximilian senden. Wir freuen uns immer über eure Kunstwerke und euer Feedback zu uGUu wink

In diesem Sinne:
Youkoso uGUu!

(eingereichte Zeichnung von Larx/Lukas Edlfurtner – Wird Navi gegen Stern geswitcht?)

Wenig lässt das Herz von Redakteur Max höher schlagen, als opulente, ausladende 3D-Welten mit hohem Interaktionsgrad, damit er sich so richtig in andere Welten versetzt fühlt. Konträr dazu zeigt sich sein aufgeschlossenes Gemüt, wenn er sich verrückten Japano-Titeln widmet, in denen die Grenzen zwischen Katzen und Mädchen schon mal verschwimmen.

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2 Kommentare auf "uGUu – Der monatliche Blick nach Japan (Mai 2017)"

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Z.Carmine
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2B!
Kirbys rundliche Form kommt da ja gar nicht zur Geltung. Egal. „Gib ihm das, was du hast, und dann hast du’s geschafft. Er gibt’s dir ganz bestimmt zurück! Kirby, Kirby, Kirby ist da!“ ugly

Bei japanischen Geschäftsleuten kommen sicher Aufputschmittel in den Pokeball.

Street Fighter & Friends klingt irgendwie nach einer Kleinkinderserie durch das &Friends. Pädagogisch wertvoll ist es wohl weniger, den kleinen das Magazin zu geben. Und das dann im Internet verbreiten und auf Reaktionen warten. razz

Griechische Geschichte​n. Hier kann man etwas lernen.

5CR3WL0053
Mitglied

Ich bin für mehr Bilder aus dem Swimsuit Special. Wer noch?

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