Unravel Two Test

Überraschenderweise wurde auf der E3 2018-Pressekonferenz von Electronic Arts mit Unravel Two bereits der zweite Teil des Rätsel-Plattformers rund um den roten Garn-Helden Yarny enthüllt – und im Anschluss direkt veröffentlicht. Schon das 2016 veröffentlichte Unravel konnte überwiegend positive Kritiken einsacken, ob Unravel Two auch überzeugen kann, erfahrt ihr in unserem Test.

Das EA Originals-Programm hat sich für Spieler durchaus bezahlt gemacht: A Way Out, Fe, Unravel und Unravel Two sind schon erschienen – momentan entsteht beim deutschen Entwickler Jo-Mei Games mit Sea of Solitude bereits der nächste EA Originals-Titel. Publisher EA unterstützt dabei kleine Entwicklerstudios und hilft sicherzustellen, dass deren Spiele auch das Licht der Welt erblicken. Alle Gewinne gehen dabei zurück an die Entwicklerstudios. Und tatsächlich ist die Qualität der EA Originals-Spiele bislang durchweg erfreulich. Für Unravel Two haben sich Coldwood Interactive und Electronic Arts erneut zusammengetan und Yarny darf erneut über den Bildschirm hüpfen und dabei so manches Rätsel lösen. Aber die Entwickler haben nicht einfach nur neue Levels gebastelt, sondern ein grundlegend neues Feature eingeführt: In Unravel Two dreht sich alles um die Freundschaft und deshalb ist unser roter Yarny nie alleine unterwegs, sondern stets in Begleitung eines weiteren Garn-Helden, dem blauen Yarny. Gemeinsam mit einem Freund oder einer Freundin lassen sich die Aufgaben dadurch im Koop-Modus lösen, was den Spaßfaktor enorm erhöht.

Wer keinen Mitspieler auftreiben kann, darf sich auch alleine an die Aufgaben machen und übernimmt dann eben die Kontrolle über den blauen und roten Yarny, wobei sich per Tastendruck jeweils zwischen den beiden hin- und herwechseln lässt. Dadurch, dass sich die beiden Figuren miteinander „verstricken“ lassen, müsst ihr beim Zurücklegen von größeren Strecken aber nicht beide Yarnys an den gewünschten Punkt bewegen – lediglich für die Rätsel müsst ihr als Solospieler die Kontrolle über beide Charaktere übernehmen. Wer einen Mitspieler organisieren kann, sollte Unravel Two aber unbedingt im Koop-Modus spielen. Vor allem, weil die Steuerung über beide Yarnys ansonsten ab und an doch etwas hakelig werden kann und den Spielfluss immer wieder unterbricht.

Die zwei Yarnys sorgen im Hinblick auf das Gameplay dafür, dass auch die Puzzles komplexer geworden sind. Erneut handelt es sich größtenteils um Physik-Rätsel, bei denen ihr Objekte verschiebt, die Schwerkraft nutzt oder die Umgebung sinnvoll einsetzt um Hindernisse zu überwinden. Der Mix zwischen Plattforming- und Puzzle-Abschnitten gelingt und vor allem die Sprungparts lassen sich angenehmer spielen als noch im Vorgänger. Die Steuerung wirkt direkter, die Sprunganimationen und Bewegungen von Yarny deutlich präziser. Die Spielzeit orientiert sich hingegen am Vorgänger und geübte Spieler werden die Hauptstory in ca. vier Stunden abgeschlossen haben, während Anfänger mit einer Spielzeit von ungefähr sechs Stunden rechnen können. Denn wirklich schwierig sind die Rätsel, trotz gesteigerter Komplexität nicht und auch die Sprungabschnitte im Rahmen der Hauptstory gelingen meist flink. Sollte man seinen Yarny dann doch einmal in die ewigen Jagdgründe „gegarnt“ haben, verhindern die zahlreichen und fair gesetzten Checkpoints jegliches Frustrationsrisiko. Die Hauptstory lässt sich also gemütlich und entspannt absolvieren – wer die Herausforderung sucht, sollte sich hingegen die zwanzig Challenge-Level nicht entgehen lassen, die wirklich fordernd daherkommen! Gefährliche Gegner, denen ihr unbedingt aus dem Weg gehen solltet, knifflige Sprungpassagen, in denen exaktes Timing von euch gefordert wird und Rätselketten, die deutlich komplexer und weniger schnell durchschaut werden können, als man es von der Hauptstory gewohnt ist. Wer noch mehr Zeit mit dem Spiel verbringen möchte, kann sich noch auf die Jagd nach den sammelbaren Leuchtkugeln begeben – als Belohung für eure Sammelwut gibt es dann weitere Garn-Helden und neue Farben.

Grafisch gefällt auch Unravel Two ab dem ersten Moment sofort wieder. Der Mix aus fotorealistischen Hintergründen, den 3D-Objekten und natürlich den beiden Yarnys, ist wirklich bezaubernd. Allerdings ist die Story hinter Unravel Two dieses Mal nicht ganz so herzerwärmend, was man beim Oberthema „Freundschaft“ ja hätte vermuten können. Der Vorgänger hat seine Geschichte da noch um einiges sorgfältiger entfaltet – bei Unravel Two wirkt der Erzählebene hingegen etwas überhastet. Eine gelungene Abwechslung im Spieleralltag bietet Unravel Two aber auf jeden Fall und das Koop-Feature macht sich von Anfang an bezahlt. Die gestiegene Komplexität tut dem Spiel gut, auch wenn die Hauptstory letztlich nicht sonderlich fordernd ist. Und so werden einige Spieler die Credits bereits in der ersten Spielsitzung über den Bildschirm laufen sehen. Ein auswählbarer Schwierigkeitsgrad, der dann auch in der Hauptstory kniffligere Rätsel und Sprungparts hinzufügt, hätte nicht schaden können. Aber immerhin kann man sich für ein paar weitere Stunden die Zähne an den Challenges ausbeißen.

Fazit
Unravel Two stand wohl nicht bei vielen Spielern auf der Most Wanted-Liste und dennoch habe ich mich über die Veröffentlichung des zweiten Teils gefreut. Auch wenn die Geschichte dieses Mal nicht ganz so emotional daherkommt, sorgen die komplexeren Puzzleketten und vor allem das Koop-Feature für einige Stunden Spielspaß. Als gelungene und ruhige Abwechslung für Zwischendurch entpuppt sich Unravel Two und Fans des Vorgängers sollten sich unbedingt einen Freund schnappen und die beiden Yarnys sicher durch das Abenteuer bringen.
Toll
  • + Koop-Modus
  • + bezaubernder Grafikstil
  • + guter Mix aus Plattforming- und Puzzle-Abschnitten
  • + herausfordernder Challenge-Modus
Naja
  • - kurze Spielzeit
  • - Hauptstory könnte etwas fordernder sein
  • - Geschichte nicht so emotional wie beim Vorgänger
  • - ohne Koop-Partner manchmal etwas umständliche Steuerung
8
Sehr gut
Verfasst von
Joshua ist Herausgeber und leitender Redakteur von Gaming-Universe. Neben News, Vorschau- und Testberichten liegt sein inhaltlicher Schwerpunkt vor allem bei Magazin-Artikeln und Interviews. Spielerische Lieblinge zeichnen sich vor allem durch eine tiefgründige oder emotionale Geschichte aus – wobei er ansonsten viel Zeit in Partien mit der einzig wahren Fußballsimulation investiert.

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