Ausblicke

Vampyr in der Vorschau

Focus Home Entertainment hat uns auf der diesjährigen gamescom eingeladen, einen ersten genaueren Blick auf DontNod Entertainments neuestes Projekt Vampyr zu werfen. Zwar war es uns nicht möglich, das blutige Action-Rollenspiel selbst zu spielen, doch konnten wir bereits einige neue Details in Erfahrung bringen und wollen euch deshalb unsere Eindrücke vom Gezeigten schildern.

London am Abgrund
Vampyr spielt im London des frühen 20. Jahrhunderts und dreht sich um Doktor Jonathan E. Reid, der zu Beginn des Spiels, aus bisher noch unbekannten Gründen, herausfindet, dass er ein Vampir ist. In der gesamten Stadt breitet sich gerade die unsägliche Spanische Grippe aus und die Lebensqualität der Menschen scheint sich immer weiter zu verschlechtern. Hin- und hergerissen zwischen der Verantwortung als Doktor die Krankheit aufzuhalten und dem Drang nach dem Blut der Menschen, muss sich der Spieler fortan entscheiden, ob er versucht die Stadt zu retten oder sie selbst aktiv ins Verderben stürzen möchte.

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Die Welt ist aufgeteilt in mehrere Stadtbezirke, in denen man sich frei bewegen kann und von denen jeder seine eigene Gesundheitsanzeige bietet. Diese signalisiert wie gut es den dort lebenden Menschen gerade geht. Gibt man seinen Trieben als Blutsauger nach, verändert sich dementsprechend die Anzeige und im Extremfall kann man sogar sämtliche Personen in den Bezirken ausrotten. Laut den Entwicklern hat jeder Bewohner der Stadt seine eigene Hintergrundgeschichte und Tagesabläufe, was auch bedeutet: Je nach dem wie man sich einer Person gegenüber verhält, kann dies Auswirkungen auf das Verhalten von anderen Charakteren gegenüber euch haben.

Die Kraft des Redens
Wie bereits in Life is Strange, gibt es nämlich auch in Vampyr ein Dialogsystem, mit dem ihr den Lauf der Geschichte beeinflussen könnt. So können Vampire zum Beispiel nicht einfach jedes Haus betreten und dort auf Blutsauger-Tour gehen, sondern müssen zunächst von den Bewohnern dorthin eingeladen werden. Für einen normalen Vampir sicherlich schwer schaffbar, doch jemand wie unser Protagonist kann sich hier beispielsweise durch geschickte Redekünste und unter dem Vorwand eines häuslichen Arztbesuches Zutritt verschaffen.

Life is Strange X Bloodborne?
Doch was bringt das Morden eigentlich? Wie die Entwickler verraten haben, kann man das komplette Spiel durchspielen ohne auch nur eine einzige Person zu töten, doch möchten sie die Spieler immer wieder mit Komfort-Features auf die dunkle Seite locken. Durch das Blutsaugen bekommt man zum Beispiel weitaus mehr Erfahrungspunkte als bei normalen Quests und erlernt außerdem neue Vampir-Fähigkeiten, mit denen es sich leichter kämpfen lässt. Letztere sahen übrigens trotz früher Alpha-Version bereits sehr interessant aus. Nicht nur die Ästhetik, sondern auch die Spielweise erinnerte dabei, mit Schusswaffe in der einen und Schlagwaffe in der anderen Hand, stark an From Softwares Bloodborne, gemischt mit einer Prise übernatürlicher Kräfte. Wie anspruchsvoll die Kämpfe letztendlich sind, lässt sich bisher noch nicht sagen, doch optisch ansprechend und konsequent brutal sind sie bereits jetzt. Übrigens kann man ebenso jede Person im Spiel umbringen, doch die Geschichte wirklich beeinflussen wird man nur mit dem Tod (bzw. Nicht-Tod) von besonderen NPCs, denen man im Gegensatz zum sonstigen Fußvolk auch nicht auf den Straßen, sondern nur in entscheidenden Momenten der Story begegnet.

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Vampyr ist für mich wohl eines der interessantesten Spiele der Messe gewesen. Über den Umfang und die Details der Rollenspiel-Elemente ist zwar bislang noch nicht viel bekannt, doch können bereits die schwere Atmosphäre und das detailverliebte dreckige London bei mir punkten. Nach Life is Strange bin ich optimistisch, dass uns DontNod auch erzählerisch wieder eine spannende Geschichte präsentieren wird und dank des Action-Kampfsystems dieses Mal hoffentlich auch spielerisch überzeugen kann. Wann genau das Spiel 2017 erscheint, ist bislang nicht bekannt – der finale Termin wird aber sofort in meinem Kalender markiert!

Für Redakteur Christoph sind vor allem gut geschriebene Charaktere, eine mitreißende Handlung sowie fantastische Welten mit dichter Atmosphäre, Aspekte die ihn beim Spielen begeistern. Neben Titeln wie The Last of Us und Bloodborne, schlägt seine Leidenschaft für Games dabei besonders für japanische Produktionen à la Final Fantasy und Persona.