Ausblicke

Angespielt: VR-Highlights @gamescom 2016

Virtual Reality ist in aller Munde und während PC-Spieler schon mit Oculus Rift und HTC versorgt sind, dürfen sich PlayStation 4-Besitzer bald mit PlayStation VR vergnügen. Auf der gamescom 2016 konnten wir einige VR-Spiele selbst ausprobieren – unsere vier VR-Highlights der diesjährigen gamescom stellen wir euch in diesem Artikel genauer vor.

Red Bull Air Race: The Game
Es gibt zahlreiche Achterbahn-Demos für die jeweiligen Virtual Reality-Angebote, die den Spieler auf unterschiedliche Kurse mitnehmen und ihm einen wilden Geschwindigkeitsrausch vermitteln. Der Begriff „Spieler“ wirkt allerdings nicht ganz angebracht, denn bei all diesen Demos handelt es sich um eine ausschließlich passive Erfahrung. Umso mehr haben wir uns auf den Termin mit Red Bull Air Race gefreut. Rein ins Cockpit und ab dafür – es war ein wirklich wilder Ritt!

Die Red Bull Air Race World Championship dürfte vielen bereits bekannt sein: Waghalsige Piloten rasen mit knapp 400 Sachen durch die Lüfte, fliegen enge Kurven und müssen dabei möglichst schnell die aufblasbaren Air Gates auf dem jeweiligen Kurs passieren. Mit dem Free2Play-Titel Red Bull Air Race dürfen PC-Spieler nun selbst ins Cockpit und ihre Flugkünste unter Beweis stellen. Free2Play bedeutet in Falle von Red Bull Air Race übrigens echtes Free2Play – im Spiel gibt es keinerlei InApp-Käufe. Finanziert wird es zum einen von Red Bull selbst, zum anderen können Hersteller, wie in der echten Rennserie, die Werbeflächen auf den Air Gates kaufen. Entwickelt wird der Titel übrigens von den Rennspiel-Experten Slightly Mad Studios, die unter anderem auch für Project Cars verantwortlich sind.

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Wir nehmen also Platz in unserem Cockpit, setzen die Oculus Rift-Brille auf und schnappen uns das Gamepad. Zunächst können wir im Hauptmenü unter anderem unser Flugzeug, die Rennstrecke und die Art des Rennevents auswählen. Tatsächlich stehen alle Strecken, Flugzeugen und Piloten zur Auswahl, die man auch aus dem TV kennt. Nach der Auswahl finden wir uns unmittelbar im Cockpit wieder. Wir hören die Funksprüche des Rennleiters während wir im Tiefflug das erste Air Gate zufliegen und uns wird schon etwas mulmig! Die Immersion ist ernorm hoch und wir können die Geschwindigkeiten unseres Flugzeugs spüren – es ist irre, aber fast entfährt uns sogar ein kurzer Schrei. Und es ist anstrengend! Die vorgegebene Flugroute wird uns auf der Strecke durch Hilfslinien angezeigt, eine Option die sich auch ausstellen lässt, und innerhalb von Sekunden ist man so sehr auf die Kurven, die Manöver, ja auf diesen irren Geschwindigkeitsrausch fokussiert, dass man tatsächlich alles um sich herum vergisst. Trotz all der schnellen Manöver und wilden Fliegerei wurde uns zu keiner Zeit schlecht und Motion Sickness stellte – tatsächlich sehr überraschend – absolut kein Problem dar. Dennoch mussten wir nach zwei geflogenen Strecken eine kurze Pause einlegen, denn – und auch das spricht für den hohen Immersionsgrad – Red Bull Air Race verursacht (positiven) Stress: Leichtes Schwitzen, der Puls geht hoch, ja der ganze Körper geht aufgrund der engen und schnellen Flugmanöver mit. Nervenkitzel pur!

Abschließend muss man sagen, dass die (kostenlose) Umsetzung der Rennserie absolut gelungen ist. Momentan befindet sich das Spiel in der Closed Beta-Phase – für Oculus Rift-Besitzer ist Red Bull Air Race ein absolutes Muss! Zwar lässt sich das Spiel auch ohne VR-Hardware spielen, doch sein volles Potential kann es vor allem durch die VR-Unterstützung entfalten. Wir waren auch Stunden nach dem Termin noch völlig begeistert und können diese rasante Flugaction nur wärmstens empfehlen!

EVE: Valkyrie
Bei EVE: Valkyrie handelt es sich um einen Weltraumshooter der auf der Unreal Engine 4 basiert. Ihr landet im Cockpit eines waffenbestückten Raumschiffes und jagt eure Gegner in packenden Multiplayer-Gefechten durch das All. Klingt simpel, ist es auch, macht aber unheimlich viel Freude. Der Grund dafür liegt mit Sicherheit nicht an bahnbrechenden Neuerungen innerhalb des Genres der Weltraumshooter, sondern vielmehr an der VR-Unterstützung. In den letzten Jahren konnte ich EVE: Valkyrie immer mal wieder anspielen und auch in diesem Jahr war der Titel auf der gamescom vertreten. Besonders beim diesjährigen Besuch: Erstmals habe ich den Titel nicht mit Oculus Rift gespielt, sondern mit PlayStation VR. Dementsprechend war ich gespannt, ob mit einer ähnlich großartigen Erfahrung zu rechnen sei oder ob das Spiel durch PlayStation VR eine etwas schlechtere Figur abgibt. Alle Befürchtungen waren bereits nach wenigen Sekunden weggewischt, denn hinsichtlich der Immersion und der grafischen Leistung ist der Titel mit PlayStation VR-Unterstützung nicht weniger beeindruckend!

Ja, vielleicht würde die PS VR-Version im Side-to-Side-Vergleich mit Oculus Rift ein paar Abstriche hinnehmen müssen – das möchte ich jetzt gar nicht grundsätzlich bezweifeln. Aber alle, die sich auf die fesselnde Weltraumshooter-Action zum Launch der PlayStation VR freuen, dürfen absolut beruhigt sein. Die Gefechte im All ziehen den Spieler sofort in seinen Bann und die 15-minütige Demo verging auch in diesem Jahr wie im (Wortwitz beabsichtigt) Flug. Es dauert ein paar Minuten, bis man sich an die Steuerung und die schnellen Verfolgungsjagden im All gewöhnt hat – aber sobald man seinen ersten Abschuss gelandet hat, wächst der Ehrgeiz und man möchte das Cockpit nicht mehr missen.

EVE: Valkyrie eignet sich hervorragend, um Leute von den fantastischen VR-Möglichkeiten zu überzeugen. Wir freuen uns, dass wir unser Sofa bald täglich in ein rasantes Raumschiff verwandeln und auf Gegnerjagd gehen können!

Virtual Reality ist in aller Munde und während PC-Spieler schon mit Oculus Rift und HTC versorgt sind, dürfen sich PlayStation 4-Besitzer bald mit PlayStation VR vergnügen. Auf der gamescom 2016 konnten wir einige VR-Spiele selbst ausprobieren – unsere vier VR-Highlights der diesjährigen gamescom stellen wir euch in diesem Artikel genauer vor.

Project Arena
Ein besonderes Highlight auf der diesjährigen gamescom stellte vor allem der Besuch bei Project Arena, so lautet der Arbeitstitel des VR-Spiels aus dem Hause CCP Games, dar. Mithilfe von HTC Vive befinden sich die beiden Kontrahenten, die im 1vs.1-Modus gegeneinander antreten, mitten im Geschehen. Mitten in der Arena. Was dort anschließend passiert, lässt sich am besten mit einer Mischung aus Tron und virtuellem Squash beschreiben: Ziel ist es, den Gegner mit seiner Diskusscheibe zu treffen, während man selbst darauf achten muss, den gegnerischen Scheiben auszuweichen. Während man also mit einer Hand die Scheibe abfeuert, kann man mit der anderen Hand sein Schild kontrollieren, mit dem sich bis zu drei gegnerische Würfe abblocken lassen.

Es dauert ein bisschen, bis man verinnerlicht hat, wie sich die Scheiben am besten werfen lassen. Wer schnurstracks auf den Gegner zielt, wird damit wenig Erfolg haben, da man diesen Würfen schon durch leichtes Wegdrehen ausweichen kann. Sinnvoller ist es da, sich die Seiten- / Deckenwände zu Nutze zu machen: Mit vollem Schwung an die Wand und es entwickelt sich eine schwer einzuschätzende Scheibe, die von den Wänden immer wieder hin- und herprallt und dadurch äußerst schwer einzuschätzen wird.

Project Arena ist so simpel und gleichzeitig so wahnsinnig beeindruckend, weil man nach kurzer Zeit völlig in der virtuellen Arena aufgeht, sich windet, durch die Gegend springt und unbedingt den nächsten Treffer landen möchte. Gespielt wurden drei Runden, wobei eine Runde beendet ist, sobald einer der Spieler drei Treffer kassiert hat. Und schon bei diesen Zeilen hier merke ich, wie sachlich und nüchtern das alles klingt – aber diese unglaublich mitreißende Erfahrung lässt sich nur schwer in Worte fassen. Project Arena war eine der spannendsten und tollsten Erfahrungen der letzten Messejahre. Wir hoffen sehr, dass Project Arena auch in den nächsten Jahren noch von sich hören lassen wird!

Resident Evil 7
Auch die Resident Evil 7 Demo konnten wir auf der gamescom mit PlayStation VR ausprobieren – und auch, wenn die Demo bereits im PlayStation Store zur Verfügung steht, war es eine andere Spielerfahrung, denn Horrorspiele sind naturgemäß eine der idealen Anwendungen für Virtual Reality-Systeme.

Unterwegs mussten wir allerlei eklige und manchmal auch schockierende Momente über uns ergehen lassen, die naturgemäß mit 3D-Brille und Kopfhörer noch merklich intensiver wirken. Hatte Resident Evil zuletzt den Weg stärker Richtung Action-Spiel beschritten, geht der siebte Teil den radikal gegensätzlichen Weg und verzichtet vollständig auf Action. Stattdessen stehen die genaue Erkundung der Umgebung und eine unheimliche Atmosphäre im Mittelpunkt der Spielerfahrung, die durch das Mittendringefühl, das PlayStation VR erzeugen kann, noch bedeutend intensiver wirken.

Die Atmosphäre ist zweifelsohne überzeugend und vor allem Horror-Fans, insbesondere solche, die den Kauf von PlayStation VR planen, sollten Resident Evil 7 auf jeden Fall im Auge behalten, bis es Anfang kommenden Jahres erscheint.

Joshua ist Herausgeber und leitender Redakteur von Gaming-Universe. Neben News, Vorschau- und Testberichten liegt sein inhaltlicher Schwerpunkt vor al...