Ausblicke

Weakless – Gamescom Hands-On

In Weakless übernimmt der Spieler die Kontrolle über zwei spielbare Charaktere namens Deaf und Blind. Wie der Name der beiden bereits verrät, ist Deaf gehörlos, wohingegen Blind nicht sehen kann. Allerdings kann Blind, ähnlich wie eine Fledermaus, anhand der ihn umgebenden Schallwelle eine ziemlich genaue Vorstellung seiner näheren Umgebung erhalten. Einzig die Weitsicht und Farben sind für Deaf nicht erkennbar.

Weakless ist ein Action-Adventure, das keinerlei Kämpfe enthält, sondern ausschließlich von Rätseln lebt, die auf die Interaktion der beiden Charakere setzt. Neben ihren individuellen Einschränkungen, die – jedenfalls in der umfangreichen Gamescom-Demo – sehr asymmetrisch sind, denn es gab keine Situation, in der die Gehörlosigkeit von Deaf sich zu einem Nachteil erwachsen hätte, besitzen die beiden Charaktere auch noch individuelle Fähigkeiten. So ist Deaf ziemlich wendig und kann klettern, wohingegen Blind kräftig ist und Objekte verschieben oder Deaf Vorsprünge hochhieven kann.

Die Rätsel in der Demo waren durchaus kreativ, wenngleich stellenweise ein wenig schwach kommuniziert. Ein markantes Rätsel, das mehrfach in der Demo vorkam, spielt mit der Blindheit von Blind. Es gibt mehrere verschiedene Gongs, die nur von Blind aktiviert werden können und unterschiedlich hohe Töne von sich geben. Zudem gibt es Wandmalereien, die nur von Deaf gesehen werden können und anzeigen, in welcher Reihenfolge – basierend auf der Tonhöhe – die Gongs geschlagen werden sollen. Andere Rätsel spielten vorrangig mit dem Teamwork, so muss Blind Deaf stellenweise durch die Gegend schieben oder aber Schalter aktivieren, die Förderbänder umdrehen können, auf denen Deaf durch die Gegend geschoben wird.

Viele Rätselideen sind gelungen und auch das Grundkonzept der grundverschiedenen Charaktere mit sensorischer Einschränkung weiß zu gefallen. Allerdings ist die mechanische Umsetzung bislang sehr holprig. Unzählige Clippingfehler, unüberwindbar erscheinende Ministufen – die dann doch nur im richtigen Winkel angegangen werden müssen – und stellenweise konfuse Kommunikation des Weltendesigns schmälern den Eindruck des eigentlich sehr kreativen Spielkonzepts. In Anbetracht dessen, dass das Spiel bereits in einem Monat erscheinen soll, müssen die Entwickler also noch eine Menge Arbeit investieren, um eine runde Spielerfahrung zu ermöglichen. Unter Berücksichtigung des Zertifizierungsprozesses steht allerdings leider zu bezweifeln, dass das rechtzeitig zum Launch gelingen wird.

Audiovisuell ist Weakless gut gelungen und stellt den Kontrast zwischen der farbenreichen Welt und der akustischen Repräsentation in Graustufen gekonnt dar. Auch der Umstand, dass die gesamte Geräuschkulisse des Spiels verstummt, sobald man Deaf spielt, weiß zu gefallen. Ein wenig schade ist in der Hinsicht nur, dass man bedeutend mehr als Deaf spielen wird und dadurch nur sehr wenige akustische Eindrücke im Spiel sammeln wird.

Weakless bietet ein interessantes Konzept und viele gute Designideen, macht aber auf der Gamescom noch einen enorm unfertigen Eindruck, was sehr im Kontrast zu dem unmittelbar bevorstehenden Launch steht. Es bleibt zu hoffen, dass die Entwickler die Schwierigkeiten des Spiels noch irgendwie in den Griff bekommen, bevor es erscheint, denn sonst würden sich Spaß und Frust die Klinke in die Hand geben.

Sebastian hat eine ausgeprägte Vorliebe für Jump & Runs, zählt aber auch Action-Adventures und Arcade-Spiele zu seinen Lieblings-Genres. Haupta...